Quentin, ein kleiner Gelegenheitsganove, und Ruby, ein schwerer Fisch im Gangsterbusiness, die das Schicksal
in eine gemeinsame Gefängniszelle verschlagen hat, brechen zusammen aus dem Knast aus. Ruby will, daß die
beiden nach dem Ausbruch getrennte Wege gehen, Quentin jedoch glaubt, in Ruby seinen besten Freund gefunden
zu haben, und weicht ihm nicht mehr von der Seite.
Schon oft war Quentin (Gérard Depardieu) hinter schwedischen Gardinen einquartiert. Er ist ein kleiner
Gelegenheitsdieb, eigentlich nicht böse, aber außer kleinen Überfällen hat er keine Möglichkeit zu überleben -
er ist einfach zu beschränkt, um sich eine normale Verdienstmöglichkeit zu suchen. Seine Aufenthalte im
Gefängnis enden immer gleich: Er textet seine Zellengenossen so lange zu, bis diese die Nerven verlieren
und auf ihn losgehen. Dabei ziehen sie dann aber den Kürzeren, denn Quentin ist vielleicht etwas dämlich, aber
er weiß sich zu wehren.
Gleichzeitig mit Quentin sitzt diesmal auch Ruby (Jean Reno) im Knast. Ruby hat die Mitarbeiter des
Großkriminellen Vogel (Jean-Pierre Malo) um ihre Beute in Höhe von mehreren Millionen Euro beraubt,
weil dieser herausbekommen hat, daß seine Freundin Sandra (Leonor Varela) ein Verhältnis mit Ruby
hatte, und sie daraufhin getötet hat. Zwei gute Gründe also für Kommissar Vernet (Richard Berry),
Ruby zum sprechen zu bringen, aber der hat bisher kein einziges Wort gesagt.
Der Gefängnispsychologe (Andre Dussollier) hat eine Idee: Er will die beiden grundverschiedenen Männer
zusammen in einer Zelle einsperren, denn in der permanenten Gegenwart Quentins hat bisher noch jeder
kapituliert. Doch der Schuß geht nach hinten los: Da Ruby der erste Zellenkumpane ist, der ihm zuhört, sieht er
in ihm seinen neuen, besten Freund. Mehr noch: Er will zusammen mit ihm fliehen, und ein Bistro mit dem Namen
"Bei den zwei Freunden" eröffnen.
Der gemeinsame Ausbruch gelingt, wenn auch anders, als Ruby sich das in seinem gut durchdachten Plan vorgestellt
hat. Jetzt will er nur noch zu Vogel, um den Tod Sandras zu rächen, und sich dann mit dem vielen Geld aus
Frankreich absetzen. Doch Quentin lässt nicht locker: er weicht seinem Kumpanen nicht von der Seite, daher
ist eine unauffällige Flucht vor der Polizei nicht möglich.
"Ruby und Quentin" ist eine gute, typisch französische Komödie, die in erster Linie vom vortrefflichen
Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller Gérard Depardieu und Jean Reno lebt - und natürlich von der
Erfahrung Francis Vebers (Dinner für Spinner), der
schon zu den großen Zeiten Pierre Richards als Regisseur mit diesem und auch Depardieu zusammenarbeitete.
Es wird zwar weder das komödiantische Fach im Allgemein noch die französische Komödie im Speziellen neu
erfunden, was aber hier ausnahmsweise recht wenig stört, denn die Pointen sitzen und man wird angenehm
unterhalten.