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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann zu 'Ruby & Quentin - Der Killer und die Klette'

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Partner von Fantastic Zero
Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann
veröffentlicht am 30.06.2004
80%
Quentin, ein kleiner Gelegenheitsganove, und Ruby, ein schwerer Fisch im Gangsterbusiness, die das Schicksal in eine gemeinsame Gefängniszelle verschlagen hat, brechen zusammen aus dem Knast aus. Ruby will, daß die beiden nach dem Ausbruch getrennte Wege gehen, Quentin jedoch glaubt, in Ruby seinen besten Freund gefunden zu haben, und weicht ihm nicht mehr von der Seite.

Schon oft war Quentin (Gérard Depardieu) hinter schwedischen Gardinen einquartiert. Er ist ein kleiner Gelegenheitsdieb, eigentlich nicht böse, aber außer kleinen Überfällen hat er keine Möglichkeit zu überleben - er ist einfach zu beschränkt, um sich eine normale Verdienstmöglichkeit zu suchen. Seine Aufenthalte im Gefängnis enden immer gleich: Er textet seine Zellengenossen so lange zu, bis diese die Nerven verlieren und auf ihn losgehen. Dabei ziehen sie dann aber den Kürzeren, denn Quentin ist vielleicht etwas dämlich, aber er weiß sich zu wehren.
Gleichzeitig mit Quentin sitzt diesmal auch Ruby (Jean Reno) im Knast. Ruby hat die Mitarbeiter des Großkriminellen Vogel (Jean-Pierre Malo) um ihre Beute in Höhe von mehreren Millionen Euro beraubt, weil dieser herausbekommen hat, daß seine Freundin Sandra (Leonor Varela) ein Verhältnis mit Ruby hatte, und sie daraufhin getötet hat. Zwei gute Gründe also für Kommissar Vernet (Richard Berry), Ruby zum sprechen zu bringen, aber der hat bisher kein einziges Wort gesagt.
Der Gefängnispsychologe (Andre Dussollier) hat eine Idee: Er will die beiden grundverschiedenen Männer zusammen in einer Zelle einsperren, denn in der permanenten Gegenwart Quentins hat bisher noch jeder kapituliert. Doch der Schuß geht nach hinten los: Da Ruby der erste Zellenkumpane ist, der ihm zuhört, sieht er in ihm seinen neuen, besten Freund. Mehr noch: Er will zusammen mit ihm fliehen, und ein Bistro mit dem Namen "Bei den zwei Freunden" eröffnen.
Der gemeinsame Ausbruch gelingt, wenn auch anders, als Ruby sich das in seinem gut durchdachten Plan vorgestellt hat. Jetzt will er nur noch zu Vogel, um den Tod Sandras zu rächen, und sich dann mit dem vielen Geld aus Frankreich absetzen. Doch Quentin lässt nicht locker: er weicht seinem Kumpanen nicht von der Seite, daher ist eine unauffällige Flucht vor der Polizei nicht möglich.

"Ruby und Quentin" ist eine gute, typisch französische Komödie, die in erster Linie vom vortrefflichen Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller Gérard Depardieu und Jean Reno lebt - und natürlich von der Erfahrung Francis Vebers (Dinner für Spinner), der schon zu den großen Zeiten Pierre Richards als Regisseur mit diesem und auch Depardieu zusammenarbeitete. Es wird zwar weder das komödiantische Fach im Allgemein noch die französische Komödie im Speziellen neu erfunden, was aber hier ausnahmsweise recht wenig stört, denn die Pointen sitzen und man wird angenehm unterhalten.

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