Ein Trailer ist ein aus einigen Filmszenen zusammengesetzter Clip zum Bewerben eines Kino- oder Fernsehfilms, eines Computerspiels oder einer anderen Veröffentlichung. Der Zweck eines Trailers ist es, dem Publikum einen Vorgeschmack auf das beworbene Produkt zu geben und natürlich Werbung für dieses zu machen.
Eine Besserwisserkritik:
Ein Stück deutsche Geschichte in moderner Präsentation aka Geschichte als Fast Food.
Man bekommt ein Stück Happa Happa auf den Cineastenteller, das man schnell in sich rein schlingt. Ohne überhaupt richtig zu merken, was man da zu sich genommen hat, ist es auch schon wieder kaum verdaut auf dem Weg nach draußen. Am Ende bleibt nur die Erinnerung an den kurzen Moment, als man eine Stelle mit den Sinnesorganen berührte die nicht von der Charakterdarsteller-Wichtiges Thema- Krach Bum peng - Soße getränkt war, und nach nichts schmeckte. Und die Frage, ob das Ganze jetzt irgendetwas gebracht hat.
Zur Verteidigung des Filmes sollte vorweg gesagt werden, dass ich etwas vorbelastet in diesen Film gegangen bin, und der Film mich diesbezüglich keineswegs enttäuscht hat. Als ich den ersten Trailer zu Gesicht bekam, und der Name Eichinger vor meinen Augen erschien, stand für mich bereits fest, das der "Filmtycoon" sicherlich das fortsetzen wird, was er mit "Der Untergang" (damalig aber nur als Produzent des netten Onkel Adolfs und seiner merkwürdigen Bunkertruppe) begonnen hatte: endlich die deutsche Geschichte so erfahrbar zu machen, wie sie wirklich nicht war.
Was habe ich nicht alles für Begriffe im Zusammenhang mit diesem Film hier aufgelesen: Kinoevent (was auch immer das genau sein soll), Historiendrama, wichtigster deutscher Film seit langem, und und und.
Aber wo soll man beginnen - vielleicht am Unterfangen an sich? Die Mammutaufgabe, gut zehn Jahre in knapp 150 Minuten unterzubringen? Vielleicht bewahrheitet sich hier der Spruch "Gut gemeint und gut gemacht sind zwei unüberwindbare Gegensätze". Vielleicht liege ich ja auch komplett falsch, aber ich finde es ist einfach nicht möglich, einen so großen Zeitraum auf eine Kinofilmlänge zusammenzupferchen ohne Wesentliches auszulassen. Eichinger und Co. haben sich doch selber auf die Fahnen geschrieben, den Mythos RAF entzaubern zu wollen. Das heißt eben keine Aufzählung von Ereignissen abliefern zu wollen sondern uns Einblick in die inneren Mechanismen des Charakter-"Komplexes" RAF zu geben.
Aber wie will man die Entwicklung von mehr als zehn Personen über einen Zeitraum von zehn Jahren glaubhaft darstellen? Die Entwicklung vom kritischen, aufbegehrenden, sich an den Leitbildern der Aufklärung orientierenden Menschen, zu - letztendlich - Verbrechern. Herr Eichinger versucht es, indem er zwischen einer Menge Bumm-Bumm-Krach-Krach Szenen ein paar Leute sich im Streit Allgemeinplätze aus dem Stadtguerilla Handbuch an den Kopf werfen lässt, passend dazu mit entsprechender Charaktermimik. Es genügt einfach nicht! Es genügt einfach nicht, wenn Ulrike Meinhof zuerst die "Intellektuelle" ist, dann mal eben bei einer Befreiungsaktion mit aus dem Fenster hüpft, und fort an alle Gewaltaktionen mit der Schreibmaschine ideologisch sanktioniert. Man hätte sich wohl besser auf Andreas Baader konzentrieren sollen, der als hauptberuflicher Macho sich im Film eigentlich nur über Automarken und Kleidung entwickelt.
Es würde sich doch auch niemand für einen Film über das 20. Jahrhundert begeistern, der jeweils 30 Minuten Video/Fotomaterial aus den größten bewaffneten Konflikten, sowie ein bis zwei Minuten Kommentarschnipsel wichtiger politischer/sozialer/ökonomischer/etc. Personen dazwischen, enthält. Sicher würde dieser Film eine Aussage über dieses Jahrhundert treffen, die mit Sicherheit auch sehr bestimmend für dieses war, aber es dürfte sich wohl bei jedem das Gefühl einschleichen, dass da etwas fehlt.
So ist es auch hier, es fehlt einfach alles, was irgendwie interessant hätte sein können: die Entwicklung der Charaktere, der Staat in der Defensive, die Rolle der Medien (insbesondere des Springer Verlages) etc.
Stattdessen gibt es dann noch mal ne ordentliche Portion 60/70er Jahre Authentizität, in dem Deutschland zur Hauptstütze der Zigarettenindustrie wird, Staatsbedienstete Dosensuppen futtern, und die deutsche Terroristinnen sehr zu Verärgerung des örtlichen Terrorchefs ihre Geschlechtsmerkmale der Wüstensonne preisgeben - so war es halt damals alle haben immer und überall geraucht und waren hauptsächlich auf ihre freie Geschlechtsteiläußerung bedacht - wenn sie nicht gerade Anschläge verübt haben. Als besonderes Bonbon war man bei der Inszenierung auch so nett, und hat den Herren züchtigerweise die Hosen angelassen - ja ja , wir leben schon in einem modernen Land.
Auf mich wirkte alles zu jedem Zeitpunkt beliebig austauschbar, es wird zu keinem Zeitpunkt eigentlich klar, was der eigentliche Auslöser der Ereignisse und im späteren Verlauf antreibendes Element war. Die mangelnde Aufarbeitung der NS-Zeit durch den deutschen Staat vielleicht, oder dass man die Tabaksteuer erhöhen wollte, zu wenig FKK-Strände in Deutschland gebaut wurden? Ach so halt, es gab ja die Szene mit dem Persienkrieg und Vietnamjublern - oder war es anders herum? Man weiss es nicht wirklich, es spielt ja auch keine wirkliche Rolle, denn es gibt ja Action und tolle Schauspieler die das kommunistische Wörterbuch auswendig kennen.
An die Schauspieler/innen selbst traue ich mich nicht heran, hierfür fehlt mir einfach jeglicher Bewertungsmaßstab (ich halte ja heute noch Arnold Schwarzenegger für einen durchaus brauchbaren Schauspieler). Mich würde aber mal durchaus interessieren, warum man nicht nur in Deutschland dem Glauben verfallen ist, das eine möglichst große Riege bekannter Darsteller (unabhängig von ihrem darstellerischen Leistungsvermögen) automatisch den Film besser macht? Was zum Geier macht Jan Josef Liefers in diesem Film? Bin ich denn wirklich der einzige Mensch, der sich wundert, warum man eine geschichtliche Sensation in den Film eingebaut hat? Adolf Hitler hat gar nicht Selbstmord begangen, sondern ist Präsident des BKA geworden.
Was mich an diesem Film aber mehr als seine Sinnlosigkeit stört, ist die Gefahr, die von ihm ausgeht. Die Gefahr, dass Leute glauben, wenn Sie aus diesem Film rausgehen, wirklich etwas Wesentliches über die RAF erfahren zu haben. Am anschaulichsten kann man das wohl an einem Ausschnitt aus der Kritik von Oliver H. auf diesem Portal verdeutlichen:
"Es ist eine Geschichte über Studenten, Demonstranten, die sich durch die Gewalt der Polizei und anderer Staatsapparate dazu veranlasst fühlten, etwas zu unternehmen, damit sich kein neuer Nazistaat bildet."
Es ging vielen der damaligen Aufbegehrenden (ob RAF-Sympathisant oder nicht) keineswegs nur um die "Staatsgewalt", sondern unter anderem um die Weigerung des deutschen Staates, seine eigene Geschichte wirklich aufzuarbeiten. Das Festhalten des deutschen Staates (bis zum heutigen Tage) an der Mär, dass mit den Entnazifizierungsprozessen mit einem Schlag alle wichtigen Funktionsträger und Ideologen des dritten Reiches vom Erdboden verschluckt wurden. Dass diese die eigentlichen Gewinner (und mit Urheber) des Wirtschaftswunders waren, von dem ein Großteil der Arbeiter nicht sehr viel hatte. Es ging um die Rolle der Bild-Zeitung als Prostituierte dieses Systems, die sich auf beiden Seiten anbiederte.
Der Mechanismus ist der gleiche wie beim "Untergang": Man zeigt den Leuten nur einen Bruchteil des Ganzen, aber weil es vor ihren Augen flimmert wird es automatisch zum Ganzen.
Ich möchte den Herren Eichinger, Aust, Edel, etc. keine Geschichtsklitterung vorwerfen, nur ein eklatantes Missachten der Macht des Mediums Film.