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Kritik von Oliver Rau zu 'Notting Hill'

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Kritik von Oliver Rau
80%

"Was wäre, wenn sich ein Star in mich verlieben würde?" Diese Frage hat sich auch Drehbuchautor Richard Curtis gestellt und sich prompt an die Arbeit gemacht. Das Ergebnis heißt »Notting Hill« und behandelt genau diese Thematik. Und wie schon bei Curtis' Vorgänger »Vier Hochzeiten und ein Todesfall«, sind in dieser Komödie auch wieder der selbe Produzent (Duncan Kenworthy) sowie der selbe Hauptdarsteller (Hugh Grant) am Werk. Na wenn das mal nicht erfolgversprechend aussieht. Das Vorhaben, den Londoner Stadtteil nachzubauen wurde übrigens recht schnell wieder ad acta gelegt und so drehte man direkt vor Ort.
   Der schüchterne Londoner Buchhändler William Thacker (Hugh Grant) führt ein tristes Leben; nichts läuft so, wie er sich das vorstellt. Doch eines Tages traut er seinen Augen nicht: Filmstar Anna Scott (Julia Roberts) betritt seinen Laden, eine der berühmtesten und begehrtesten Schauspielerinnen der Welt. Kaum hat er sein Glück begriffen, ist sie schon wieder fort. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, denn schon bald stoßen die beiden - im wahrsten Sinne des Wortes - wieder aufeinander, und so lernen sich der Buchhändler und der Hollywoodstar langsam kennen Auf den ersten Kuß braucht man nicht lange zu warten, doch von nun an geht's erst richtig rund: ein Star und ein Nobody, kann das funktionieren...?
   Nun, das hört sich vermutlich erstmal nach durschnittlicher Hollywoodware an, aber »Notting Hill« ist weitaus mehr als nur eine x-beliebige Liebeskomödie nach Schema F. Die Nebenfiguren, allen voran Williams Mitbewohner Spike (Rhys Ifans) sind skurril, der Humor zeitweise bissig und hintergründig und auch an Situationskomik fehlt es dem Film nicht. Die Tatsache, daß nicht irgendwer den Niemand William Thacker spielt, sondern ein Superstar wie Hugh Grant ist mindestens genauso amüsant wie der Einfall, ausgerechnet Julia Roberts für die Rolle der umschwärmten Filmdiva zu engagieren, ist sie doch auch im "wirklichen" Leben Hollywoods bestbezahlteste Schauspielerin. Leider hat der Film - vor allem gegen Ende - ein paar Längen. Hier wäre weniger vermutlich mehr gewesen. Nichtsdestotrotz ist »Notting Hill« überraschend gut und sehr sehenswert.

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