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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann zu 'Lone Star'

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Lone Star
Poster zu "Lone Star"Kinostart Deutschland: 27.03.1997

Drama, Lovestory

USA 1996, ca. 135 min.

FSK: ab 12, $ 5 Mio. Budget
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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann, veröffentlicht am 10.06.1997
"Lone Star" spielt - wie der Titel schon vermuten lässt - in Texas, und zwar in Frontera, einem kleinen Kaff Nahe der mexikanischen Grenze. Hier leben Weiße, Schwarze, und Texaner, die den größten Teil der Bevölkerung ausmachen. Selbstverständlich gibt es dann auch hier und da Auseinandersetzungen zwischen diesen Bevölkerungsgruppen, aber darum geht es nur am Rande...

Zwei Militärangehörige finden in ihrer Freizeit auf einem ehemaligen Armeeschießplatz das Skelett eines Menschen, das sich nach kurzen Untersuchungen als das des seit Jahrzehnten vermissten Sheriffs Charley Wade herausstellt. Der jetzige Sheriff Sam Deeds (Chris Cooper/jung: Tay Strathairn) ist an der Aufklärung der Todesumstände interessiert, wenngleich der Tod vor fast 30 Jahren eingetreten ist. Nach und nach findet er heraus, daß Wade (Kris Kristofferson) eigentlich bei niemandem in der Gemeinde beliebt war; er war ein sadistischer, rassistischer (fast schon) Herrscher über Frontera, und ein Motiv für einen Mord an ihm hatte eigentlich jeder, der mit ihm zu tun hatte.
    Zwei der möglichen Attentäter sind der jetzige Bürgermeister Hollis Pogue (Clifton James/jung; Jeff Monahan) und der Amtsnachfolger Wades und Vater von Sam, Buddy Deeds (Matthew McConaughey). Zu diesem hatte Sam in seiner Jugend - und auch heute noch - kein sehr gutes Verhältnis, damals unter anderem, weil er Sam verbot, eine mexikanische Freundin (Elizabeth Peña/jung: Vanessa Martinez) zu haben, und heute noch, weil er in seinem Beruf immer noch im Schatten des Vaters steht, der zu Lebzeiten ein sehr hohen Ansehen hatte.
    Aber auch andere hätten einen Grund gehabt Sheriff Wade zu töten: der schwarze Barbesitzer Otis Payne (Ron Canada/jung: Gabriel Casseus) wurde von diesem Gesetzeshüter mehr als einmal geschlagen und lächerlich gemacht, und auch Mercedes Cruz (Miriam Colon/jung: Azalea Mendez), die Mutter von Pilar, der Jugendfreundin Sams hätte ausreichend Gründe gehabt.

"Lone Star" ist nicht auf eine einzelne Story fixiert, sondern das faszinierende ist, daß man meint, man säße ganz unbefangen vor einem Fenster und betrachtete das Leben der Filmfiguren. Das liegt daran, daß immer wieder neue Aspekte in die "Story" einfließen, die zuerst scheinbar gar nicht zur Handlung gehören, sich dann aber doch passend einfügen. Der scheinbar so wichtige rote Faden, die Aufklärung des Mordes an Sheriff Wade dient daher eigentlich auch nur als Alibi-Story (und das ist nicht abwertend gemeint), um die anderen Rätsel in den Film zu bringen und den Zuschauer immer wieder mit neuen und zugleich alten Beziehungen der Figuren zueinender zu überraschen.
    Sehr gut gelungen sind aber auch die zahlreichen Übergänge zwischen der Gegenwart und den Rückblenden in die Vergangenheit: da schwenkt beispielweise die Kamera in der Bar der 60-er Jahre an die Decke und schwenkt in der Gegenwart wieder herunter; bis auf die Decke hat sich alles im Raum verändert...

Wertung von Heinz:
 80%
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