Ein äußerst düsterer und konsequent sadistischer Thriller aus Österreich. Aus einer scheinbaren Schicki-Micki Idylle wird durch den Besuch zwei junger Männer von einem Augenblick auf den anderen ein grauenhafter Alptraum.
Eine Familie - Vater Georg (Ulrich Mühe), Mutter Anna (Susanne Lothar) und der kleine Scharschi (Stefan Clapczynski) - fahren aus Österreich in ihr Ferienhaus in Italien (das eher eine Villa ist). Nachdem die Nachbarn standesgemäß begrüßt wurden und man sich mit ihnen zum Golf spielen am nächsten Tag verabredet hat, baut Georg gemeinsam mit seinem Sohn das Segelboot zusammen. Anna bleibt alleine im Haus und bereitet das Abendessen vor. Plötzlich steht ein Fremder vor der Tür. Peter (Frank Giering), ein schüchtern wirkender junger Mann erklärt, der Nachbarin Eva seien die Eier ausgegangen und er solle fragen, ob Anna ihr mit vier Eiern aushelfen könne. Diese bekommt er auch, lässt sie aber fallen, und er verlangt vier Neue. Überhaupt scheint der junge Mann sehr ungeschickt sein, denn auch das Handy der Familie landet durch seine Einwirkung im Spülbecken.
Kurz darauf erscheint Paul (Arno Frisch), ein zweiter junger Mann. Anna verliert langsam die Geduld, weil die beiden sich weigern, das Haus zu verlassen. Auch als Georg wieder zurückkommt, und er die beiden aus dem Haus werfen will, bleiben die beiden. Von einem Moment auf den anderen eskaliert die Situation: aus den zwei höflichen und freundlichen Besuchern werden durch die Aggresivität des Familienvaters zwei gewalttätige Psychopaten, die der Familie kidnappen und ihnen in Aussicht stellen, daß sie noch bis zum nächsten Morgen leben können - wenn sie sich freundlich verhalten!
Warum die beiden das machen? Sie selbst antworten auf diese Frage Georgs einfach nur "Warum denn nicht?", sie genießen es einfach, friedliche Urlauber zu foltern und sie mit ihren "Lustigen Spielen" zu quälen. Der Film lebt von den Gegensätzen: die ruhigen Bilder, zum Teil sieht man minutenlange Einstellungen, sind ein Kontrast zur Brutalität, mit der Peter und Paul vorgehen. Auch die Freundlichkeit, die die Beiden an den Tag legen stehen im Widerspruch zu der Aggressivität, mit der sie die Familie behandeln, sobald diese sich ihren Befehlen wiedersetzt.
Erstaunlich ist auch die Tatsache, daß Paul das Kinopublikum einige Male direkt anspricht, und damit die Distanz des Zuschauers, die er normalerweise in Filmen zu Psychopaten und Mördern hat aufgehoben wird. "Funny Games" ist ein Film, den man auf keinen Fall verpassen sollte.