foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Stefan Scheuerer zu 'Freeway'

WERBUNG
Partner von Entania
Kritik von Stefan Scheuerer
veröffentlicht am 06.09.2007
85%
Auf dem Weg zur Großmutter läuft Rotkäppchen Reese Witherspoon dem bösen Wolf Kiefer Sutherland in die Arme. Die irre Idee, das grimmsche Märchen in den zeitgemäßen Kontext eines temporeichen Roadmovies zu transferieren, offeriert in diesem abgedrehten Thrillerjuwel von 1996 die Prämisse für eine bitterböse, fiese und frivol sadistische Tour-de-Force, in der ein 16-jähriges Mädchen einem psychopathischem Freeway-Killer in die Hände fällt, kurzerhand den Spieß umdreht und ihrerseits eine Blutspur hinter sich herzuziehen beginnt.

Vanessa (Reese Witherspoon "Natürlich blond") lebt in alles andere als geregelten Verhältnissen: Ihre Mutter arbeitet als Prostituierte und wurde gerade wieder von der Polizei festgenommen, deren Freund Larry ist auf Bewährung draußen und versucht die 16-jährige des öfteren sexuell zu missbrauchen. Als beide Elternteile gleichzeitig in den Knast wandern und Vanessa keinen Bock auf ein staatliches Heim hat, stiehlt sie ein Auto und macht sich auf den Weg zu ihrer Großmutter, die sie allerdings noch nie zuvor im Leben gesehen hat. Auf dem Weg hat das Mädchen dummerweise eine Autopanne: Dass ein Fremder namens Bob Wolverton (Kiefer Sutherland) sie mitnimmt und aufgrund der Tatsache, dass er als Kindepsychologe arbeitet, auch noch ihre angeknackste Psyche therapieren zu können scheint, erweist sich nur anfangs als Glücksfall. Bob ist nämlich der berüchtigte "Freeway-Killer". Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass sich das 16-jährige Mädchen selbst zur Psychopathin entwickelt!

Die knallt ihren Entführer nämlich kurzerhand über den Haufen, wird dafür in den Knast gesteckt, randaliert dort weiter, verspottet den entstellt überlebt habenden Bob vor Gericht aufgrund seines Aussehens (bei der Bezeichnung "Hamsterfresse" musste ich mich echt kugeln) und zieht somit selbst schon bald eine Blutspur hinter sich her.

"Freeway", der drei Jahre später vom selben Regisseur weniger überzeugend fortgesetzt wurde, ist ein echtes Juwel des Roadmovie-Genres und dermaßen schwarzhumorig, brutal, satirisch und bitterböse, wie man es nicht oft findet. Das "Rotkäppchen"-Update etabliert eine trashig-kultige Klimax abgefahrener unvorhergesehener Brutalitäten und spielt in einem Universum, in dem alle Dreck am Stecken haben, leicht übergeschnappt sind und sich gegenseitig verprügeln, missbrauchen und ermorden.

Sutherland, der in der Prä-"24"-Ära recht oft als Psychopath durch diverse Thriller turnte, erbringt in diesem Kleinod eine gewohnt solide Leistung, und die junge Reese Witherspoon gefällt als renitente, rebellische Teenagerin, die situationsbedingt mal eben zur Mehrfach-Mörderin mutiert.

Fazit: "Freeway" ist ein unkonventionelles Roadmovie-Juwel, das das "Rotkäppchen"-Märchen als abgedrehten, kultigen Ausnahme-Thriller renoviert und in einen bitterbösen, fiesen, satirischen und politisch unkorrekten Gewalttrip verwandelt. Temporeicher Geheimtipp zwischen Trash und Genialität!

War diese Kritik hilfreich?
4 von 4 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
weitere Kritiken zu diesem Film
06.09.2007Stefan Scheuerer
85%
13.04.2008Natascha Wahl
95%
20.06.2011Benjamin Falk
70%
Eigene Kritik schreiben
Weitere Kritiken in der aktuellen Übersicht oder im Archiv
 
 Teil der Serie 'Freeway' 
 Freeway (1996)  
 Freeway 2 – Highway to Hell (1999)  
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/kBF
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2014 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
C
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen