Der erfolglose Regisseur Carl Denham steht kurz davor, seine letzte Chance in der Filmbranche zu verspielen. Sein letzter Ausweg ist es, sich gegen den Willen seines Studios abzusetzen, um einen wirklich einzigartigen Film zu drehen. Sein Ziel, von dem außer ihm kaum jemand weiß, ist die sagenumwobene Insel
Skull Island, von der niemand weiß, ob sie wirklich existiert.
New York in den Dreißigern: Der Stadt - und dem ganzen Land - geht es schlecht. Viele Menschen leben in Armut, wovon auch Schauspieler an den Theatern nicht verschont geblieben sind. Eine von ihnen ist Ann Darrow (Naomi Watts), die seit Wochen kein Geld mehr von ihrem Arbeitgeber gesehen hat, und von einem Tag auf den anderen wurde das Theater, in dem sie arbeitete, nun geschlossen.
Verzweifelt sucht sie nach einem neuen Job, und der einzige Ausweg scheint ein zwielichtiges Theater zu sein, in dem sie als Stripperin arbeiten könnte. Ann kann sich zu diesem Schritt jedoch nicht überwinden, fällt vor dem Eingang dieses Etablissements aber dem Regisseur Carl Denham (Jack Black) auf, der händeringend nach einer Hauptdarstellerin für seinen neuen Film sucht. Seine fest eingeplante Schauspielerin ist nämlich in letzter Minute abgesprungen, und er brauch dringend Ersatz, da er sich auf der Flucht vor seiner Produktionsfirma (und der Polizei) befindet, und in wenigen Stunden mit seinem angemieteten Schiff aus dem Hafen auslaufen muß, um ihnen zu entkommen.
Glücklicherweise hat Carl als Autor Jack Driscoll (Adrien Brody) mit an Bord, was für Ann, die von dem schmierigen Regisseur nicht sonderlich angetan ist, letztlich das Argument ist, bei diesem Projekt mitzuarbeiten. Fast wäre das Filmprojekt Carls schon im Hafen zu Ende gewesen, aber in letzter Sekunde schafft das Schiff es, den Hafen zu verlassen. Nur Carl und sein Assistent Preston (Colin Hanks) kennen das wirkliche Ziel der Reise, der Rest der Crew (des Schiffs und des Films) wird im Glauben gelassen, in einer großen, asiatischen Metropole einen Film zu drehen.
Mit einigen Umwegen erreichen sie tatsächlich die Insel Skull Island, die es offiziell bisher gar nicht gibt. Das Landesinnere ist, wie alte Sagen es vorausgesagt haben, von einer hohen Mauer umgeben, und Carl hofft, hier den letzten "Weißen Fleck" auf der Landkarte entdeckt zu haben, den er nun, auf Zelluloid gebannt, der Welt zeigen, und dadurch zu einem reichen Mann werden will. Er hat jedoch nicht damit gerechnet, daß hier noch Menschen leben - primitive Eingeborene, die schon beinahe in der ersten Schlacht Endstation für die Amerikaner gewesen wären, aber ihnen gelingt gerade noch die Flucht.
Als sie jedoch wieder ablegen wollen, bemerken sie, daß Ann nicht mehr da ist. Sie wurde offensichtlich von Eingeborenen entführt und soll ein Menschenopfer für ein Monstrum werden, das im Inneren der hohen Mauer lebt. Die Besatzung, allen voran Jack Driscoll, wollen Ann nicht einfach so zurücklassen, daher beschließen sie, sie zu befreien. Sie schaffen es aber nicht, sie vor der Opferung zu finden, also auf ins Landesinnere, wo ungeahnte Gefahren auf sie warten, und Ann sich langsam mit dem Riesenaffen anfreundet.
Woran muß sich "King Kong" wirklich messen? Natürlich nicht an anderen Monstern oder menschlichen Gegnern, sondern an Peter Jacksons Trilogie "Herr der Ringe", auch wenn diese Filme in ein komplett anderes Genre fallen. Diesen Vergleich hält der große Affe leicht aus. Mancher mag denken, der Film sei mit drei Stunden zu lang, was aber nicht der Fall ist - an manchen Stellen ist er sogar eher zu kurz, insbesondere hätte nach meinem Geschmack der letzte der drei logischen Teile, aus denen der Film besteht, ruhig etwas länger sein können.
Die drei Teile sind die Einführung der Figuren und die Reise zur Insel, der Hauptteil auf der Insel und das Finale in New York. Im mittleren Teil kann man an vielen Stellen deutlich erkennen, daß Peter Jackson aus der Splatterecke kommt - einige Viecher, mit denen Jack, Carl und die anderen es zu tun bekommen, hätte er mit Sicherheit gerne auch in seinen ersten Filmen gehabt. Durch diese Dreiteilung, bei der auch der erste Teil ausführlich erzählt wird, schafft Jackson es, nicht nur die Charakterzüge der Figuren deutlich zu erläutern (wofür im zweiten Abschnitt keine Zeit mehr gewesen wäre), sondern auch, den Zuschauer in die Dreißiger Jahre zu entführen. Man sieht nicht nur einen Film, der in dieser Zeit spielt, man erlebt ihn!
Ein großes Geheimnis um den Inhalt muß man bei diesem Film ja (hoffentlich) nicht machen, immerhin sollte die Geschichte jedem - zumindest ansatzweise - bekannt sein. Falls jemand den Inhalt noch nicht kennt, sollte er ab hier besser nicht mehr weiterlesen. Würde der Film nicht im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts spielen, könnte man meinen, die Insel sei Teil einer französischen Kolonie, in der Insekten und andere Lebewesen durch radioaktive Strahlung mutiert sind - alles ist unglaublich riesig! Nicht nur aus diesem Grund ist für meinen Geschmack die Altersfreigabe der FSK (ab 12) wieder einmal zu niedrig eingestuft.
Die Bewegungen und Mimik des Affen wurden, wie auch die des Gollum in "Herr der Ringe", mit der Hilfe von Andy Serkis umgesetzt. Serkis ist in diesem Film auch in einer kleineren Rolle (Lumpy) zu sehen. Angeblich soll Peter Jackson übrigens einer der Piloten oder Schützen in einem der Flugzeuge sein, ich konnte ihn aber nicht erkennen - auch beim zweiten Sehen des Filmes nicht.
Die Tricktechnik des Films ist einfach perfekt, vor allem der Affe ist wahrscheinlich das Beste, was es in dieser Art bisher in einem Film zu sehen gab. Vor allem die Mimik wirkt erschreckend echt, ohne diese wäre die freundschaftliche Beziehung zwischen Ann und Kong wohl nicht nachvollziehbar gewesen. Abgesehen von einigen Kleinigkeiten, die einfach unlogisch sind. kann ich den Film uneingeschränkt empfehlen. Zum Beispiel ist es für mich aber nicht nachvollziehbar, daß das Militär mit allen zur Verfügung stehenden Waffen in einer Großstadt wie New York herumballert, ohne darauf zu achten, ob vielleicht Menschen in den Häusern sein könnten, die von ihren schweren Waffen getroffen werden; außerdem würde ich als Autofahrer, wenn ich von weitem einen riesigen Affen sehen würde, bestimmt nicht bis zu ihm weiterfahren, wenn er die Autos vor mir durch die Luft wirbelt, sondern schleunigst das Weite suchen.
Ein kleiner Tip am Rande. Sucht euch ein Kino aus, das den Film ohne Pause zeigt (ja, die gibt es!), denn es ist meiner Meinung nach bei "King Kong" nicht möglich, an einer passenden Stelle eine Pause zu machen, ohne den Zuschauer dadurch aus der Welt des Films herauszureißen.