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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann zu 'Pulp Fiction'

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Partner von Fantastic Zero
Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann
veröffentlicht am 30.05.1997
100%
KULT, KULT, KULT!!! (...und die Großschreibung nicht, weil meine Shift-Taste hängt) Wenn Quentin Tarantino seine Finger im Spiel hat, kann man davon ausgehen, daß der Film richtig gut wird. Pulp Fiction ist zwar erst der zweiter Film nach "Reservoir  Dogs" - abgesehen von Kurzfilmen - aber auch bei "Natural Born Killers" und "From Dusk Till Dawn" war er als (Co-)Drehbuchautor beteiligt.

Eine ungewöhnlicher Sache an "Pulp Fiction" ist die Tatsache, daß es eigentlich vier Kurzgeschichten sind - oder besser: drei Kurzgeschichten und eine Rahmengeschichte. Diese Kurzgeschichten werden dadurch verbunden, daß die Hauptpersonen aus der einen Story als Nebenfiguren in einer anderen wieder auftauchen. Und vorab noch eine Bemerkung: Keine dieser Geschichten endet so, wie man es erwartet.
    Der Film beginnt in einem Café, wo ein Pärchen beschliesst, dieses auszurauben. Gesagt, getan: Pumpkin (Tim Roth) und Honey Bunny (Amanda Plummer) ziehen ihre Waffen und verlangen die Kasse sowie die Wertsachen. Und Schnitt. Wie der Überfall ausgeht, erfahren wir erst über zwei Stunden, am Ende des Filmes.
    Vincent Vega (John Travolta, Phenomenon) und Jules Winnfield (Samuel L. Jackson, Tödliche Weihnachten) sind zwei kleine Gangster, die auf dem Weg zu der Wohnung von ein paar jungen Männern sind, weil diese den Boß Marsellus Wallace (Ving Rhames) übers Ohr hauen wollten. Es ist noch recht früh am Morgen; daher gehen sie noch eine Runde spazieren, bevor sie die Wohnung aufsuchen um die Betrüger umzulegen. Leider kommt es zu einem unerwarteten Todesfall, durch den die beiden gezwungen sind, zu Jimmie (Quentin Tarantino), einem Freund von Jules, zu fahren um das Problem mit Hilfe von Mr. Wolf (Harvey Keitel, From Dusk Till Dawn) aus der Welt zu schaffen.
    Butch Coolidge (Bruce Willis, Stirb Langsam, 12 Monkeys) ist ein mittelmässiger Boxer, der nie so recht den Durchbruch geschafft hat. Aufgrund seines Alters wird er auch nicht mehr sehr viel Zeit haben zu einem Star zu werden. Marsellus macht ihm daher das Angebot, ihm eine hohe Summe zu bezahlen, falls er freiwillig einen Kampf gegen einen unerfahrenen Boxer verliert. Butch willigt ein, allerdings nur, weil er noch mehr herausholen will, indem er auf sich selbst wettet, und die Quoten für ihn gut stehen. Durch einen dummen Zufall treffen sich die beiden während den Fluchtvorbereitungen des Boxers auf der Straße, und es kommt zu einer Verfolgungsjagd, nach der am Ende jeder der beiden irgendwie das bekommt, was er will - aber bis dorthin ist es ein weiter Weg... Und merke: Vergiss niemals deine Knarre in der Küche, wenn Du aufs Klo mußt!
    Vincent Vega - richtig, das ist einer der kleinen Gangster von Marsellus - soll dessen Frau Mia (Uma Thurman, Lügen Haben Lange Beine) die Zeit vertreiben, während dieser nicht im Lande ist. Vincent ist allerdings gewarnt: ein anderer Mann, der den gleichen Auftrag hatte, ist vom Balkon gefallen worden, weil er ihr ein wenig zu nahe kam (und wirklich nur ein wenig!). Allerdings kommt es auch hier wieder anders als man denkt, woran in erster Linie der Drogenkonsum von Vincent Schuld ist...

Nicht die Handlung an sich, sondern die Dialoge und die gekonnte Verschachtelung der Stories machen "Pulp Fiction" zu einem Meisterwerk. Tarantino kennt Hollywood und seine Konventionen, er gibt halt einfach einen Dreck darum! Alle wichtigen Figuren sind kleine Gangster, mit denen sich der Zuschauer identifizieren, oder deren Handlungen er zumindest nachvollziehen kann. Auch die Kleinigkeiten sind es, die den Film so interessant machen, und die der riesigen Fangemeinde immer noch Stoff zur Spekulation bieten; so erfährt man nie, was sich eigentlich in dem Koffer befindet, den Jules und Vincent für ihren Chef zurückholen, oder wo das Pflaster am Hinterkopf des großen Chefs Marsellus herkommt.
    Auch die Bilder sind zum Teil recht mutig, so sieht man beispielsweise bei einem minutenlangen Monolog von Marsellus gegenüber Butch nur das bewegungslose Gesicht des Boxers und den Hinterkopf von Marsellus - mit dem rätselhaften Pflaster.

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