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Kritik von Philipp Stroh zu 'Saw III'

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Partner von Fantastic Zero
Kritik von Philipp Stroh
veröffentlicht am 12.01.2009
60%
Fiese Fallen, böse Überraschungen und grausame Kreativität, das macht einen Saw-Film aus, wie man mittlerweile weiß. Dies behält der dritte Streich der Reihe bei. Erfreulicherweise als ganz eigenständiges Werk, also ohne wie eine Kopie zu wirken. Die Drehbuchautoren bewahren zum Glück einen kühlen Kopf und geben den Fans, was sie wollen, während sie dem im Filmbusiness wohl zwingenden Fortsetzungswahn nachgehen. Mehr ist nun wirklich nicht drin.

"Saw III" erzählt die Geschichte eines neuen Jigsaw-Spiels, beschäftigt sich aber noch mehr mit der Enthüllung der Hintergründe um die bekannten Hauptfiguren und die Beantwortung offener Fragen, auch wenn eigentlich kaum einer diese Fragen stellte. Es gibt unerwartete Rückbezüge und Erklärungen zu Teil 1, die das erste große Todesspiel der Reihe zwar vollends entzaubern, aber für Fans wirklich spannende und interessante Informationen liefern. Dieser dritte Teil fasst das bisherige Saw-Universum gekonnt zusammen und hat gleichzeitig einige neue, vor allem blutrünstige, Ideen. Inzwischen werden die blutigen Szenen richtig zelebriert. Dies gipfelt in der Operation von Jigsaw, mit quälenden Nahaufnahmen. Der Gore-Hunger der Fans wird sicherlich gestillt. Und alles Wissenswerte über bislang unbeleuchtete Schicksale wird erzählt. Die Frage ist: Will man überhaupt die Antwort auf die Fragen, die eigentlich keiner gestellt hat, wissen? Interessant und verblüffend ist es allemal. Nur werden sich manche wünschen, es hätte nie eine Fortsetzung von Saw gegeben, um den Mythos aufrecht zu erhalten.

Die Wendung kommt nicht als Paukenschlag, die Sache ist etwas durchwachsen. Es kommen mehrere Plot-Twists hintereinander, bis es scheint als würde Jigsaw mit Tonbandgeräten nur so um sich werfen. Man ist das überraschende Ende gewohnt, langsam wirkt es zu bemüht. Trotz allem siegt wie immer die Unvorhersehbarkeit (knapp). Das Einfallsreichtum der Autoren sorgt dafür, dass diesmal gleich eine ganze Reihe von Überraschungen abgefeuert wird. Qualitativ reicht die Schlusssequenz nicht ganz an die der Vorgänger heran, dafür ist sie als imposanter Abschluss einer irren Trilogie inszeniert, wenn auch mit offenem Ende. Der geneigte Fan der ersten beiden Teile müsste sich nach dem Ende von "Saw III" befriedigt fühlen. Aber das war nur die erste Trilogie...

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