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Kritik von Marc Münstermann zu 'Reise zum Mittelpunkt der Erde'

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Partner von Entania
Kritik von Marc Münstermann
veröffentlicht am 12.07.2009
50%
Ein Trailer ist ein aus einigen Filmszenen zusammengesetzter Clip zum Bewerben eines Kino- oder Fernsehfilms, eines Computerspiels oder einer anderen Veröffentlichung. Der Zweck eines Trailers ist es, dem Publikum einen Vorgeschmack auf das beworbene Produkt zu geben und natürlich Werbung für dieses zu machen.
Die "Reise zum Mittelpunkt der Erde" hangelt sich grob an der Handlung des gleichnamigen Buches entlang und erzählt die Geschichte des Wissenschaftlers Trevor Anderson (Brendan Fraser), der sich zusammen mit seinem Neffen Sean (Josh Hutcherson) und der Bergführerin Hannah (Anita Briem) in Island auf die Suche nach einem Weg ins Erdinnere begibt.

Die "Reise zum Mittelpunkt der Erde" gehört zu den ersten Filmen, der die angeblich neue 3D-Technik nutzt, um dem Geschehen auf dem Bildschirm wörtlich mehr Tiefe zu verleihen. Die DVD-Verwertung liefert den Film dann auch gleich in zwei Version: Aus der "normalen" 2D-Version und der 3D-Version samt vier 3D-Brillen wurde zweckmäßig ein Produkt geschnürt.

Zum Film: Der Film nutzt die literarische Vorlage auf erfrischende Weise: Man hat hier nicht versucht, das Buch zu verfilmen, stattdessen nutzen die Charaktere im Film den Roman quasi als "Anleitung", um sich im Mittelpunkt der Erde zurecht zu finden.
Die Palette der Computer-Effekte reicht von "ziemlich schlecht" bis "ganz in Ordnung". In einigen Szenen sieht man viel zu deutlich, dass die Darsteller bloß vor einem Bluescreen standen. Die Animationen sind teilweise geglückt, teilweise hölzern. Die Umgebungen sehen mal realistisch aus, mal wie aus einem Zeichentrickfilm. Die schwankende Qualität der CGI-Effekte sorgt leider dafür, dass man immer wieder aus der Handlung gerissen wird. Die Kulissen sehen auch sonst meistens unecht aus. Künstliche Pflanzen und Felsen aus Plastik zerstören viel zu oft die Atmosphäre. Die Schauspieler sind weder gut, noch schlecht. Das Drehbuch ist leider ziemlich dämlich. Entweder verlieren die Hollywood-Autoren langsam jeglichen Sinn für Logik, oder in Amerika funktioniert die Physik einfach etwas anders. Kann ich nicht sagen, ich war noch nicht dort.
Jedenfalls bin ich es langsam leid, dass ich in jeder Kritik zu aktuellen Filmen unzählige Beispiele für Dinge geben kann, die den Zuschauer einfach nur zum Kopfschütteln animieren. Das erspare ich mir dieses Mal.

Das Ganze ist auch nicht konsequent zu Ende gedacht worden. Während manche Sachen bis ins Detail erklärt werden (besonders geologische Aspekte), scheinen sich die Autoren über andere Begebenheiten gar keine Gedanken gemacht zu haben. Wie überleben die Tiere dort unten, wenn es alle paar Jahre über 90 Grad heiß wird? Wovon ernährt sich der T-Rex, wenn er in einer steinigen Steppe ohne sonstiges Leben haust? Warum hat Sean in tausend Kilometer Tiefe Handyempfang? Ich habe manchmal nicht mal mitten in der Stadt Empfang!

Der T-Rex ist sowie so ein Punkt: Er ist doch eigentlich das, worauf der Zuschauer die ganze Zeit wartet. Nicht umsonst wird er auf dem Cover und im Trailer angepriesen. Im Film hat er dann leider nur einen ganz kurzen und leider eher schwachen Auftritt. Da wurde eine Menge Potenzial verschenkt. Schade! Gerade ich als Dino-Fan bin in diesem Punkt echt enttäuscht.

Insgesamt hat man das Gefühl, der Film ist schludrig und ohne Liebe zum Detail produziert worden. Mehr als einmal sind mir ganz üble Anschlussfehler aufgefallen. In einer Szene ist Trevors Hemd nass, dann plötzlich trocken, dann wieder nass. Sowas findet man leider den ganzen Film über.
Eric Brevig (der Regisseur) scheint nicht sonderlich viel Ahnung davon zu haben, das Geschehen richtig in Szene zu setzen. Dadurch wirken einige Dinge, die eigentlich spektakulär sind, eher langweilig. Auch hier wurde Potenzial verschenkt.

Allerdings kann und will ich "Reise zum Mittelpunkt der Erde" auch nicht völlig in den Boden stampfen. Ein paar Lacher gab es dann doch, Brendan Fraser kann wie üblich überzeugen und einige Szenen sind wirklich sehr unterhaltsam. Als Kinderfilm würde der Film seinen Auftrag voll erfüllen, leider steht dem im Weg, dass der Streifen ab 12 Jahren ist. Diese Altersfreigabe kann ich aber auch nicht ganz nachvollziehen. Es gibt kaum Gewalt, kein Blut, keine Verletzten oder Toten und hey, der erste "Harry Potter" ist auch ab 6.

Eins noch zu der 3D-Geschichte: Wir haben nach fünf Minuten wieder abgeschaltet und die normale Version geschaut. In 3D glänz alles rot-grün, es gibt Doppelkonturen und vieles ist unscharf. Also perfekte Vorraussetzungen für Kopfschmerzen. Ohne ordentlichen 3D-Projektor wird das somit wohl vorerst nichts mit 3D fürs Heimkino.

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