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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann zu 'Der Club der Toten Dichter'

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Der Club der Toten Dichter
Poster zu "Der Club der Toten Dichter"Gewinner OscarOriginaltitel: Dead Poets Society

Kinostart Deutschland: 25.01.1990

Drama, Schule

USA 1989, ca. 128 min.

FSK: ab 12

Prädikat wertvoll
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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann, veröffentlicht am 14.07.1997
Ein bewegender Film und gleichzeitig ein Aufruf zum selbständigen Handeln und Freidenkertum. Ein neuer Lehrer auf einer Eliteschuke sorgt sowohl bei seinen Kollegen als auch bei den Schülern mit seinem Motto Carpe Diem, was so viel heißt wie "Nutze den Tag!" und ein lyrisches Stilmittel ist, für Unruhe.

John Keating (Robin Williams, Good Morning Vietnam) kommt als neuer Englischlehrer an die Welton Academy, ein Eliteinternat für Jungen, die sowohl für ihre konserativen Lehrmethoden als auch für die erfolgreichen Abschlüsse und die guten Zukunftsaussichten ihrer Schüler bekannt ist. Keating ermutigt seine Klasse zum freien Denken und zum dazu, den Mut für eigene Entscheidungen und Gedanken aufzubringen. Bei seinen Kollegen macht er sich mit dieser Idee, minderjährige Schüler zum eigenen Denken und Phantasie aufzurufen, keine Freunde. Insbesondere mit dem Lateinlehrer McAllister (Leon Pownall) kommt es zu einigen Disputen; auch der Direktor Mr. Nolan (Norman Lloyd) ist eher ein Fan der althergebrachten Lehrmethoden.
    Allerdings sehen die Schüler Keatings das ganze etwas anders: sie haben an der abwechslungsreichen Unterrichtsgestaltung ihres neuen Lehrers viel Spaß, und stoßen nach einiger Zeit auf den Begriff "Club Der Toten Dichter", in dem Keating einst Mitglied war, als er selbst in Welton die Schulbank drückte. Es handelte sich hierbei um eine geheime Zusammenkunft von Pennälern, die Lyrik geniessen wollten und sie nicht "wie amerikanische Charts bewerten".
    Einigen Jungs sind von den Idealen Keatings und der Geheimistuerei des Clubs der Toten Dichter so angetan, daß sie ihn neu gründen und beschließen, ihr Leben von nun an in die eigenen Hände zu nehmen. Neil Perry (Robert Sean Leonard) beschließt - auch gegen den Willen seines Vaters (Kurtwood Smith), der ein despotisches Familienoberhaupt ist - neben seiner schulischen Ausildung auch noch Schauspieler zu werden. Knox Overstreet (Josh Charles) macht sich an Chris Noel (Alexandra Powers) ran, obwohl die mit Chet Danburry (Colin Irving) liiert ist, dem Sohn einer anderen Welton Familie. Leider wissen die neuen Freidenker ihr neue Lebensweisheit noch nicht so ganz an die Realität anzupassen, und so kommt es zu tragischen Zwischenfällen.

Dieser Film ist ein einziger Aufruf zur Freiheit des Denkens des Einzelnen auch gegen die Meinung der Masse. Sich nicht in irgendwelche Schubladen stecken lassen, sondern in seinem Leben die eigenen Ideen und Wünsche verwirklichen und dabei nicht die Realität aus den Augen verlieren -  das sind die Kernaussagen. Peter Weir hat sich für den Film genau die richtige Umgebung und die richtige Zeit ausgesucht: eine spieße Eliteschule für Jungen in den ausgehenden 50er Jahren, als es den Internatsschülern sogar verboten war, ein eigenes Radio zu besitzen.

Wertung von Heinz:
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