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Kritik von Fred Maurer zu 'Der Pauker'

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Kritik von Fred Maurer
veröffentlicht am 20.11.2010
70%
Von fern grüßt Heines 'Dichterliebe'...

Eine Filmkritik von Dipl.-Päd. Fred Maurer auf seine längst verstorbenen Mentoren von 1980 / 81 (die Herren Realschuloberlehrer Goetze und Kuch)

Alle Filmfreunde kennen "Die Feuerzangenbowle" über die höhere Schule der Kaiserzeit (nicht alle müssen den Film mögen, jedenfalls nicht nach der gefühlt 50. Wiederholung); viele Fernsehfreunde kennen einschlägige Fernsehserien wie "Unser Lehrer Doktor Specht" mit Robert Atzorn oder "Sylvia - Eine Klasse für sich" mit Uschi Glas jeweils in der Titelrolle. Deren Problem war die viel zu lange Laufzeit und dass später fast nichts mehr passierte.
Doch gibt es zum sozial integrativen Thema 'Schule' (bei dem jeder mitreden kann) ein paar weitere uralte Schwarzweiß-Filme, die in Vergessenheit zu geraten drohen.
1958 (ich war zwei Jahre alt und bei der Kinopremiere nicht dabei) wechselte der Jahrhundertdarsteller Heinz Rühmann die Fronten und spielte 14 Jahre nach der legendären "Feuerzangenbowlen"-Komödie in der Nähe sinnfreier Klamotte ebenso überzeugend einen nunmehr älteren Lehrer.
In den 60ern sah ich die nunmehr ziemlich ernsthafte Komödie erstmals im Fernsehen. Sie wurde seither häufig wiederholt.

Die Handlung (siehe 'filmportal): "Studienrat Dr. Seidel, ein selbstgefälliger, klassischer Pauker, wird eines Tages von seinem beschaulichen kleinen Städtchen in die Großstadt versetzt, wo er eine wilde Jugendklasse zugeteilt bekommt. Die jungen Rowdys machen dem Pauker auch anfangs die Arbeit nicht gerade einfach - seine altmodischen Lehrmethoden nutzen hier wenig.
Ganz allmählich aber stellt Seidel seine strengen, übermoralischen Prinzipien in Frage. Bei seinem Nachbarn Freddy Blei, einem Catcher, nimmt er Unterricht, um sich gegen einen besonders rabiaten Schüler wehren zu können, und langsam findet er den richtigen Umgang mit den Schülern, besonders als sie gemeinsam ein altes Auto reparieren. Schließlich weichen die verhärteten Fronten auf, die Rowdys lernen ihn schätzen und aus dem Pauker Dr. Seidel wird ein verständnisvoller Lehrer..."
Reizvoll ist die doppelt unglückliche Liebesgeschichte: Der ältere Lehrer verliebt sich in die viel zu junge Vera (die in ihm eine Art Vaterfigur sieht) und bemerkt nicht einmal, dass sich seine Kollegin für ihn erwärmt. (Von fern grüßt Heines 'Dichterliebe'...)

Regie führte der große Nachkriegsregisseur Axel von Ambesser ("Kohlhiesels Töchter", 1962).
Das Drehbuch überzeugt - schließlich stammt es von Curth Flatow ("Ich heirate eine Familie", ab 1983) und Eckart Hachfeld (auch Texter von bemerkenswerten Udo Jürgens-Hymnen wie "Lieb Vaterland magst ruhig sein").
Die Darstellerriege ist grandios: Heinz Rühmann als Dr. Hermann Seidel, Wera Frydtberg als Vera Bork, Bruni Löbel als Kollegin Fräulein Dr. Selinski; Ernst Fritz Fürbringer als Oberschulrat Wagner, Hans Leibelt als Direktor Wiesbacher; Gert Fröbe als Freddy Blei,, als jugendliche Schüler die heute noch bekannten Klaus Löwitsch (Krimiseriendarsteller, leider schon tot), Michael Verhoeven (Regisseur: "Die weiße Rose"), Peter Kraus (Rock'n'Roll-Idol bis heute)...
Komödien ohne satirische Zuspitzung haben es (im Gegensatz zu etwa "Schtonk") schwer, von der Medienkritik wahr- und ernst genommen zu werden.
Das 'Lexikon des internationalen Films' urteilt verhalten positiv: "Heinz Rühmann verleiht der Titelrolle tragikomische Akzente,, ansonsten interessiert die Komödie in erster Linie als Einblick in das konservative Klima der 50er Jahre..."

Mein Fazit: Wir sehen ein Märchen über eine Schule, die es nie gab und bis heute nicht gibt - das muss uns klar sein. Sodann können wir uns auf Fiktion einlassen: um uns entschlossener und erfolgreicher der Realität zu stellen.
Unter dieser Prämisse ist der Film cum grano salis als gelungen zu bezeichnen.

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