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Kritik von Michael Denks zu 'Marvel's The Avengers'

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Partner von Fantastic Zero
Kritik von Michael Denks
veröffentlicht am 20.04.2012
90%
Ein Prequel ist eine Fortsetzung eines Films, die aber chronologisch vor der Handlung des vorherigen Werks angesiedelt ist.
Unter dem Dach des Konzerns Marvel Entertainment versammeln sich viele Unternehmen der Unterhaltungsbranche, darunter die Marvel Studios, die Kinofilme mit den verschiedenen Comichelden des Hauses realisiert. Zu den bekanntesten Characteren gehören Spider-Man, die X-Men und Hulk.
www.marvel.com

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Marvels Superhelden-Vereinigung sprengt die Kinos

Am 26. April 2012 startet das vielleicht meist erwartete Filmereignis des Jahres.
"The Avengers", in Deutschland auch unter "Die Rächer" bekannt, basiert in den USA auf die gleichnamige Comic-Serie der 60er Jahre. Marvel vereint nun seine Helden zu einer unschlagbaren Supertruppe in den Kinos, ob sich da die passend kräftigen Bösewichte finden?
Ein Erfolg scheint aus mehreren Gründen vorprogrammiert: Anders wie bei den "X-Men" wurden die einzelnen Charaktere in den letzten Jahren schon in Solo-Abenteuern verfilmt, neben der Comic-Base wurden also schon viele neue Fans rekrutiert. Das weckt die Befürchtung nach einem großen Spektakel ohne Herz, zumal alle Charaktere nicht mehr groß vorgestellt werden müssen. Selbst Samuel L. Jackson äußerte die Sorge, er könne Angesicht dieser geballten Ladung an Superauftritten in seiner Rolle etwas untergehen.
Aus reiner Marketing-Sicht gehört "The Avengers" mit Sicherheit zu den cleversten Geschäftsideen des Jahrzehnts. Seit vier Jahren trailern die einzelnen "Prequels", angefangen mit "Iron Man", die große Zusammenkunft an. Im Abspann trat stets Nick Fury, Leiter der Geheimorganisation "S.H.I.E.L.D." auf den Plan, um für neue Rekruten seiner Friedensabteilung zu werben. 2008 hielt das noch jeder Comic-Fan nach "Iron Man" für einen guten Witz, spätestens nach dem "Hulk" und "Captain America" lachte keiner mehr. Marvel zieht also in den großen Krieg.

Nick Fury (Samuel L. Jackson), führender Kopf der internationalen Friedensorganisation "S.H.I.E.L.D." steht vor einem mächtigen Problem. Kein geringerer als Loki (Tom Hiddleston), abtrünniger Sohn von Göttervater Odin, bedroht die gesamte Menschheit. Mit Hilfe eines kosmischen Würfels verfügt er über unbegrenzte Macht, Grund genug eine nie dagewesene Rekrutierungsaktion ins Leben zu rufen. Trotz dieser bevorstehenden Katastrophe zeigen sich die Helden Iron Man (Robert Downey Jr.), Thor (Chris Hemsworth), Captain America (Chris Evans), Black Widow (Scarlett Johansson), Hawkeye (Jeremy Renner) und der unglaubliche Hulk (neu in dieser Rolle: Mark Ruffalo) von einer Kooperation wenig begeistert. Doch Nick Fury und sein vertrauter Agent Coulson (Clark Gregg) geben sich nicht so schnell geschlagen, das neue Superteam als Einheit zu formen.

Die Gala der Superhelden hält mehr als sie versprochen hat. Ähnlich dem "FC Hollywood" muss auch hier Trainer und Betreuer Nick Fury die Egos erst mal zu einem richtigen Team zusammenschweißen. Davor fliegen so richtig die Fetzen. Hulk vs. Thor, Thor vs. Iron Man, jeder will dem anderen zeigen, wer die Nummer Eins ist. Jeder rempelt den anderen an, Alleingang ist vorprogrammiert. Das macht nicht nur den Darstellern und dem Zuschauer Spaß, sondern zitiert damit auch einige gelungene Comic-Crossover-Geschichten der Fangemeinde. Man muss darüber keine großen Worte verlieren, Action und Special-Effects gehen selbstverständlich an die Grenzen des bekannten Filmuniversums, das war von vornherein klar. Man vergisst dabei sogar die 3D-Brille. Vielmehr hatte man die Befürchtung, es würde die Handlung wie einen Wurm zerquetschen, wenn jeder Held seine explodierende Bühne benötigt. Tatsächlich ist die Story anfangs überraschend unvorhersehbar, da sich die Helden gewaltig selbst im Weg stehen. Neben kleineren Kometen-Einschlägen im Vorfeld spart man sich den großen Action-Brocken für ein klasse Finale, hier dürfen alle auf einmal ranklotzen. Davor gibt es tatsächlich jede Menge Dialoge, die den typischen Charme der Comic-Hefte ausstrahlen. Eines ist ganz klar: messerscharfe Logik hat in einer Comic-Verfilmung nichts verloren, "The Avengers" macht da keine Ausnahme, Überzeichnungen sind Pflicht. Regisseur Joss Whedon beschreibt seine Charaktere in erster Linie als coole und vor allem witzige Typen. Allen voran kann es Robert Downey Jr. in fast keiner Szene unterlassen, seine ironischen oder deplatzierten Kommentare zu hinterlegen, nur der "Iron Man" bietet dem Bösewicht erst mal einen Drink an, wenn dieser sein Büro betritt. Wie anfangs erwähnt wurden die meisten Figuren im Vorfeld schon verfilmt, es wäre nicht die schlechteste Idee, die einzelnen Superabenteuer vorher gesehen zu haben. Auf der anderen Seite funktioniert der Film auch ohne Vorbereitung, wobei dann mancher Wortwitz auf der Strecke bleibt. Das Abenteuer zeigt sich in seiner Stuttgart-Sequenz sogar (ungewohnt) pro-deutsch, wenn Loki als neuer Despot in Anlehnung an das Dritte Reich die Macht ergreifen will.
Alles in allem laufen die Rächer den X-Men (außer Wolverine) gewaltig den Rang ab, sie sind schlagkräftiger, imposanter und wesentlich unterhaltsamer.
Um das Blockbuster-Ereignis des Jahres zu toppen, muss sich der "Hobbit" im Dezember gewaltig ins Zeug legen.

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