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Kritik von Alexander Kiensch zu 'Heat'

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Kritik von Alexander Kiensch
veröffentlicht am 16.09.2009
80%
In "Der Pate 2" hatten beide gespielt, aber keine gemeinsame Szene gehabt; später sollten sie in "Righteous Kill - Kurzer Prozess" in beinahe jeder Einstellung zusammen zu sehen sein; dementsprechend bildete "Heat" sozusagen die Brücke dazwischen: Die beiden größten Hollywood-Titanen des ausgehenden 20. Jahrhunderts, Al Pacino und Robert De Niro, liefern sich in diesem Action-Thriller von Genre-Profi Michael Mann eines der packendsten Duelle der Filmgeschichte.
Dabei haben sie auch in diesem Film nur eine einzige gemeinsame Szene - denn die komplexe Story über einen Cop, der mit allen Mitteln eine Gangsterbande zu fassen versucht, lässt ihnen wenig Zeit zum gemeinsamen Plaudern. Allein der Wust an Figuren lässt den Zuschauer am Anfang erst einmal stocken - denn hier geht es um mehr als das übliche Jagen von Gut und Böse. Selbst die kleinsten Nebenfiguren, die woanders nur erwähnt würden, um zu sterben, werden hier als vollwertige Menschen ins Bild gerückt, deren Leben wertvoll ist und deren Verlust die Angehörigen schmerzt und verzweifelt. Hinter allen Charakteren wird das Menschliche sichtbar; wenn sich Obergangster De Niro in eine junge Frau verliebt oder sein Komplize darum kämpfen muss, seine Familie nicht zerbrechen zu lassen, spürt man deutlich mehr als in jedem anderen Genre-Film die Tragik, die sich mit den gewählten Lebenswegen verbindet. Doch das zählt nicht nur für die Verbrecher: Das ungemeine Engagement, mit dem sich der Cop Vincent Hanna der Bande auf die Fersen heftet, lässt auch ihn die nötige Liebe und Verbundenheit zu seiner inzwischen dritten Frau aus den Augen verlieren. So gelingt es dem Film, nicht nur eine packende Gangster-Story zu erzählen, sondern auch die mitreißende Geschichte von Menschen, für die es in ihrer brutalen Welt nicht mehr klar zu erkennen ist, wo die Prioritäten liegen sollten und müssen.
"Heat" hat dabei zwei Höhepunkte zu verzeichnen: Zum einen ist das Gespräch zwischen De Niro und Pacino ein fiebriger, fesselnder Dialogkampf, an dessen Ende man erkennen muss, dass sich Jäger und Gejagter gar nicht allzu sehr unterscheiden; die Action indes findet ihren Gipfel in einer der atemberaubendsten Schießereien der 90er-Jahre. Besonders im erwähnten Dialog, aber auch im Rest des Films wird dabei deutlich, dass Pacino hier klar der bessere Schauspieler ist - die brutale Wucht und Energie, mit der er seinen emotional zerrissenen und von all dem gesehenen Leid gebrochenen Charakter verkörpert, ist schier unerreichbar. Was selbstverständlich nicht heißt, dass De Niro schlecht wäre - ich schätze, Darsteller-Genies wie er rangieren jenseits von Gut und Schlecht. Und auch der Rest der großteils prominenten Besetzung wie Ashley Judd, Natalie Portman, Val Kilmer, Danny Trejo usw. bietet eine überzeugende Leistung.
In Verbindung mit der handwerklich nahezu perfekten Inszenierung, sehr gut eingesetzter Musik und einer grellen bis dreckigen Licht- und Farbdramaturgie, die nicht nur die Schattenseiten der Metropole L.A. freilegt, sondern auch die inneren Zustände der Figuren widerspiegelt, macht diese schauspielerische und erzählerische Größe "Heat" neben "Basic Instinct", "Die üblichen Verdächtigen" und "L.A. Confidential" zu einem der besten Thriller der 90er-Jahre.
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