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Kritik von Martin Zopick zu 'Ein neuer Russe'

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Kritik von Martin Zopick
veröffentlicht am 08.07.2017
75%
Ein spannender Thriller aus der post-sozialistischen SU. Ein 'neuer Typus Russe' taucht in der Gesellschaft auf. Ein Neureicher, der durch den gerade entstehenden Raubtierkapitalismus Milliarden verdient hat. Regisseur Pavel Lungin, der auch am Drehbuch mitgearbeitet hat, hat sich hier anscheinend als Beispiel den Putin Gegner Beresowski ausgeguckt, der nach Flucht und Asyl in Großbritannien unter mysteriösen Umständen umkam. Zur Orientierung fällt hier schon mal das Wort 'Perestroika'. Übereinstimmungen mit der Realität sind bewusst gewollt.
Platón Makovskiy (Vladimir Mashkov) ist ein ganz ausgeschlafenes Kerlchen. Ihm gelingen Geldgeschäfte ohne Geld. Er macht Deals mit der Unterwelt, Straßengaunern und Zollbehörden und hat vielleicht früher als andere das kapitalistische Prinzip erkannt. Im Beschaffungsbereich von ihm und seinen Freunden gibt es alles angefangen von Doktorarbeiten bis zum Mercedes. Dabei reichen seine wirtschaftlichen Beziehungen bis in den Kreml. Aber viele seiner Freunde bleiben auf der Strecke und auch im Umfeld der Staatsführung beißt so mancher ins Gras.
Aufstieg und Fall dieses Tycoons ist nicht leicht nachvollziehbar, denn die Retros innerhalb der Retros folgen nicht chronologisch, sondern sind bunt gemischt. Auffällig ist sowohl der überbordende Luxus, in dem Platón bald lebt, als auch die sexuelle Freizügigkeit im Zusammenspiel mit seiner Begleiterin Mariya (Mariya Mironova), die im Verlauf vom 'scharfen Schnittchen' zur Bürojungfer mutiert.
Die dubiosen Ermittlungen des Kommissars Tschmakow (Andrei Krasko) verlaufen so ähnlich wie eine Fahrt durch die Wüste ohne Kompass. Am Ende muss der arme Kommissar seine letzten Kopeken zusammenkratzen, um sich einen Tee leisten zu können. Das gelungene Attentat auf Platón war eine Fake News. Sein Ende bleibt im Ungewissen. So eine Story kennt man nur aus Chicago zurzeit Al Capones.
Fast ein Zeitdokument.
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