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Kritik von Markus Mann zu 'Natural Born Killers'

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Partner von Fantastic Zero
Kritik von Markus Mann
veröffentlicht am 22.10.2007
40%
Das Leben von Mickey und Mallory Knox

Mordend, vergewaltigend und raubend ziehen sie eine blutige Spur entlang der Route 666 - das Traumpaar des Verbrechens, Mickey und Mallory Knox. Auf Ihrer Spur nicht nur die Polizei in Form eines eher halblegal arbeitenden und auch mal eine Prostituierte auslöschenden harten Bullen, sondern auch die Medien, verkörpert durch den "True Crime" - Reporter Wayne Gale. Wir wissen es ja seit langer Zeit, Verbrechen lohnt sich nicht, und so wird auch die Familie Knox geschnappt und eingebuchtet. Ende Teil 1 des Films, eher ein Roadmovie als ein Krimi, und Beginn von Teil 2, der sich hart an den üblichen Gefängnisfilmen orientiert. Denn während eines Liveinterviews kommt es im Knast zu blutigen Revolten, während der Mickey und Mallory die Flucht gelingt, zusammen mit Reporter Gale, denn der ist immer mittendrin statt nur dabei.

Oliver Stone will seinen Film wohl gerne als Kritik an der Medienwelt verstanden sehen, darf dabei auch auf ein Drehbuch des seinerzeit noch unbekannten Herrn Tarantino zurückgreifen, setzt sein Projekt aber ganz gewaltig in den Sand. Das liegt nicht allein an den Schauspielern, obwohl manch einer hart am Overacting ist, vor allem Tommy Lee Jones als Gefängnisdirektor, sondern eher an dem kunterbunten Mischmasch aus blutigen Verbrechen, halb lustig gemeinten Einspielfilmchen, der Abbildung von Fans des Verbrecherpärchens und dem surrealen Treiben im Hintergrund des Geschehens, denn dabei kommen Comicsequenzen zum Tragen, Standbilder von toten Tieren, körnige Landschaftsaufnahmen und vieles mehr.

Auch sehr nervend ist der ständige Wechsel der Bildqualität und der Wechsel zwischen Farbfilm und Schwar-Weiß-Film. Man wollte wohl einen Bilderrausch erzielen, greift aber zumeist daneben, ganz stark erkennbar ist das an den Sequenzen während diverser Autofahrten und bei dem Besuch eines alten Indianers. Sind die stilistischen Mittel am Anfang des Films noch ganz nett anzusehen, fangen sie leider recht schnell an, den Betrachter zu nerven. Und auch die Story an sich, die seinerzeit noch recht neu war, ist es nicht, denn schon 1967 haben wir mit "Bonnie & Clyde" ein dynamisches Verbrecherduo sehen dürfen. Ich habe während des Films immer wieder das Gefühl gehabt, Stone wisse nicht genau, wo er hinwolle, aber der Zuschauer will spätestens beim Beginn der zweiten Filmhälfte nur noch eines: raus aus dem Kino.

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