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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann zu 'Die Häupter meiner Lieben'

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Partner von Fantastic Zero
Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann
veröffentlicht am 04.08.1999
80%
In diesem Film nach einer Romanvorlage von Ingrid Noll sind Heike Makatsch und Christiane Paul zwei Freundinnen, die sich im Laufe ihres Lebens immer wieder mit Männern herumschlagen müssen, mit denen sie einige Zeit gut klar kommen, dann aber nicht mehr. Aus den dadurch entstehenden Streitigkeiten gehen die beiden aber immer wieder als Sieger hervor ...

Schon seit ihrer Jugend sind Maja (Heike Makatsch, Liebe deine Nächste!) und Cora (Christiane Paul, Das Leben ist eine Baustelle) die besten Freundinnen, und so etwas ähnliches wie Geschwister. Maja nämlich kommt aus einer etwas kranken Familie: ihren Vater, ein alkoholabhängiger Künstler, hatte sie jahrelang nicht gesehen, als durch einen Unfall ihr Bruder, der im gerade im Begriff war Cora zu vergewaltigen, ums Leben kommt. Und um dies vorweg zu nehmen: bei diesem einen "unglücklichen Todesfall" wird es nicht bleiben. Durch den Tod ihres Sohnes erleidet Majas Mutter einen schweren seelischen Schock, und lebt von nun an in einer geschlossenen Anstalt. Aus diesem Grund wird Maja ins Haus und die wohlhabende Familie Coras aufgenommen.
    Jahre später verliebt Maja sich im Urlaub in Jonas (Michael Maertens), aber mehr als eine Urlaubsromanze soll sich, wenn es nach ihr geht, aus der Affäre nicht entwickeln. Leider hat sie dabei die Rechnung ohne den Klapperstorch gemacht, und so muß sie ihn (warum eigentlich?) jetzt heiraten. Doch das neue Familienglück hält nur kurz: schon bald hat sie genug von ihrem geordneten Leben und ihrem Gatten, der mittlerweile bei ihr in Deutschland lebt und einer geregelten Arbeit nachgeht. Sie beschließt daher, mit ihrem Junior Bela zu Cora zu fliehen, die sich inzwischen in der Toskana den wohlhabenden Henning (Helmut Berger) geangelt hat, und mit ihm und seiner Haushälterin Anna (Andrea Eckert) in einem schicken Landhaus zusammenlebt. Aber auch die glücklichen Tage in Italien sind gezählt.

Auch wenn Ingrid Noll, die Autorin der Romanvorlage, bei "Die Häupter meiner Lieben" wieder das gleiche Konzept hatte wie bei ihrem Buch "Die Apothekerin", das vor zwei Jahren mit Katja Riemann in der Hauptrolle verfilmt wurde, macht der Film Spaß. Wieder einmal dominieren nämlich starke Frauen den Film; Männer (und deren Lebenserwartung) sind mehr oder weniger schmückendes Beiwerk - aber gerade im Kino ist diese Rollenverteilung zwischen Mann und Frau ja oft genug genau umgekehrt!
    Die Geschichte der beiden Freundinnen Maja und Cora wird geradeheraus erzählt, wobei entscheidende Kommentare von Maja aus dem Off gegeben werden, bei denen sie auch mit trockenen Bemerkungen nicht geizt. Seltsam ist lediglich die Einbindung der Story in eine Rahmengeschichte: Maja erzählt von sich und ihrer Freundin in einem Rückblick, der sehr schlecht zum Rest passt, denn der Zuschauer wird im Unklaren gelassen, wie sie dort hinkommt, wo sie jetzt ist, und was aus der Freundschaft zwischen ihr, Cora, und den anderen Personen geworden ist, mit denen sie am Ende des Rückblicks zusammen war. Hier hätte es sich mit Sicherheit gelohnt, der kurzen Laufzeit von 88 Minuten noch ein paar Szenen draufzupacken, und den Zusammenhang dieser beiden Zeiten herzustellen, so aber verläßt man den Kinosaal mit dem Gefühl, daß irgend etwas fehlt. Dennoch - einer der besseren deutschen Filme der letzten Zeit.

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