Bei der Verleihung der goldenen Palme von
Cannes sorgte "Wild At Heart" 1990 für einen Skandal - indem er den ersten Preis bekam. Die konserative Presse war anderer Meinung: ihrer Meinung nach war der Film zu brutal, zu sexistisch und zu schockierend um einem Preis zu gewinnen. Nun gut, Lynch ist nun mal ein kleiner Feuerteufel und zündet gerne etwas mehr als nur Streichhölzer an, auf der anderen Seite ist dieser Film aber auch ein modernes Märchen, das sich vieler Elemente des Zauberers von Oz annimmt.
Sailor Ripley (Nicolas Cage, Arizona Junior, Con Air) wird von einem Mann mit dem Messer bedroht. In Notwehr tötet er ihn und wird wegen Totschlages ins Gefängnis gesteckt. Auftraggeber des Anschlages war offensichtlich seine zukünftige Schwiegermutter Marietta (Diane Ladd), die von der Idee der liierung ihrer Tochter Lula (Laura Dern) nicht so ganz glücklich ist. Aber auch viele Monate später, als Sailor wieder freigelassen wird, ist Lula ihm immer noch treu und holt ihren Lover von der Haftanstalt ab, und flieht mit ihm aus der Heimatstadt. Die böse Schwiegermutter schickt nun ihren alten Freund und Detektiven Johnnie Farragut (Harry Dean Stanton) hinter den beiden her, damit dieser endgültig die Beziehung beendet.
Aber er alleine ist Marietta nicht genug: auch Santos (J.E. Freeman) begibt sich auf die Suche nach den Paar - und auch dem Detektiven, da er ihn diesem einen Nebenbuhler um die Gunst der Auftraggeberin sieht. Nach und nach werden so einige dunkle Kapitel der Beteiligten ans Tageslicht gebracht. Auf ihrem Weg ins weit entfernte Kalifornien hinterlassen Sailor und Lula eine Blutspur - für die sie allerdings nicht verantwortlich sind; überall treffen sie auf Gewalt und sehen Unfälle mit vielen Toten.