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Kritik von Dennis Ebert zu 'Half Nelson'

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Kritik von Dennis Ebert
veröffentlicht am 24.12.2007
100%
Ryan Flecks "Half Nelson" ist erneut der Beweis dafür, dass es nicht eines großen Budget bedarf, einen intelligenten, charmanten und einfach herrlich unterhaltsamen Film zu schaffen. Für gerade einmal rund 700.000 Dollar entstand diese wunderbare Geschichte um einen abgewrackten New Yorker High School Lehrer, der sich nur noch mithilfe von Drogen über die Runden schlagen kann und für den seine Schüler der einzige Grund in seinem Leben sind, überhaupt noch halbwegs bei Sinnen zu bleiben. Sein Name ist Dan Dunne und unterrichtet Geschichte an seiner hauptsächlich von Schwarzen besuchten Highschool. Nebenbei trainiert er auch das Basketballteam der Schule, um den Kindern eine Ausweg in dem von Drogenhändlern durchsetzten Stadtteil zu verschaffen.

Herrlich authentisch verkörpert der bis vor kurzem recht unbekannte und nun verdient oscarnominierte Ryan Gosling diese Figur und trifft dabei jede Nuance des zerrissenen und dennoch extrem sympathischen Charakters haargenau. Etwas überspitzt ausgedrückt, kann man ihn als (waffenlosen) Travis Bickle der Moderne beschreiben. Nachdem ihn seine Lieblingsschülerin Drey (ebenfalls sehr überzeugend: Shareeka Epps) eines Tages Crack rauchend auf der Schultoilette vorfindet, entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden. Dan macht es sich fortan zur Aufgabe, seinen Schützling vor dem örtlichen Drogendealer Frank (Anthony Mackie) fernzuhalten. Das intelligente Drehbuch von Anna Boden und Ryan Fleck macht wohlweislich aus Frank keinen einfachen Stereotyp sondern einen interessanten Charakter, der auf den ersten Blick einen gar nicht typisch bösen sondern eher einen sympathischen Eindruck hinterlässt. Eine der besten Szenen des Films ist die unausweichliche Konfrontation zwischen Dan und Frank, die aber völlig unerwartet und clever ausgeht.

Neben der komplizierten Freundschaft lernen wir die Umstände von Dans Lebensstillstand kennen. Seine Exfreundin hat sich einen anderen geangelt und stattdessen sucht er nachts in diversen Bars erfolglos nach einem erfüllten sozialen Leben. Seine Familie ist extrem anspruchslos und macht sich keine Gedanken über den tieferen Sinn und Zweck des Lebens, nach dessen Suche Dan schon so gut wie aufgegeben hat und sich lieber in Drogen verliert. Ob und wie er den Absprung in ein neues Leben und das Erwachsensein schafft, das ist der zentrale Punkt von "Half Nelson". Eine glasklare Antwort auf diese Frage darf man aber nicht erwarten. Denn wie jeder gute Film vermittelt das Ende kein simples Wohlgefühl, das schnell wieder vergessen ist, sondern das Bewusstsein auf Hoffnung für die lieb gewonnen Protagonisten, damit sie noch lange bei uns im Gedächtnis verweilen.

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