Sequel ist der englische Begriff für eine Fortsetzung.
Ein anderes Wort für Drehbuch. Auch Webseiten basieren zumeist auf Scripten, meistens PHP. Aber das ist ein anderes Thema! ;-)
Lara Croft: "Ich bin heute aufgewacht und fand die Einrichtung einfach grässlich".
Im Jahre 2001 sorgte Angelina Jolie, vermarktet als hocherotisches Playtoy, in der Rolle der Lara Croft nicht nur optisch für eine Reminiszenz an die legendäre Videospielikone, sondern sorgte auch dank ihrer Top trainierten Figur und den daraus resultierenden Reizen für einen lang andauernden Hormonstau beim entsprechenden Betrachter.
Mit knappen Hot Pants, einem eng anliegendem Top, aufgemachten Brüsten und mit schweren Pistolen im Halfter ballerte sich Mrs. Jolie durch eine seelenlose, kalkulierte, zwar inhaltslose, aber wenigstens optisch reizvolle Adaption der Abenteuer Lara Crofts. Und wer zeichnete sich für Tomb Raider verantwortlich? Richtig! Regiepups Simon West! Man erinnert sich: Simon West hatte auch schon beim unsäglichem "Con Air" die Zügel in der Hand, dementsprechend ist es keine Überraschung, was dem Betrachter an kalkulierter Ausbeutung beim ersten "Tomb Raider" Ableger geboten wird. "Tomb Raider" ist allerhöchstens B-Movie Trash des unteren Mittelmaßes und zum vergessen konzipiert, was der richtigen Zielgruppe die bereits vorhandenen Lustgefühle, welche durch den Anblick Angelina Jolies enstehen, noch größer werden lässt. Vielleicht gerieten sogar einige Betrachter in Ekstase. Wer weiß! Vorstellbar wäre es. Fakt ist jedenfalls, das "Tomb Raider" so wendungsarm und vorhersehbar konzipiert ist, das einem im Laufe des Film schon reflexartig die Frage herausrutscht, wann "Tomb Raider" endlich beendet ist.
"Tomb Raider" ist einfach nur quälend öde im Ablauf, unfreiwillig komisch und grenzt an eine Parodie anstatt an ernsthafte, seriöse, vernünftige und auch wieder spaßige Abenteuerkost wie "Indiana Jones". Und das obwohl Angelina Jolie sich wirklich wie einst Harrison Ford selber Action mäßig ins Zeug legt, als möchte sie "Indiana Jones" persönlich Konkurrenz machen. Das nützt aber alles nichts, wenn das Script nichts zu bieten hat. Anzumerken bleibt, dass "Tomb Raider" den totalen Schiffbruch erleiden würde, wenn Mrs. Jolie sich nicht derartig ins Zeug legen würde. Es fehlt an Spannung, Charakterzeichnung, echter Dramaturgie. Niemand erwartet das feinste Art House Drama mit ausgefeiltester Figurenzeichnung, aber ein Mindestmaß an geschaffenen Charakteren ist Pflicht, damit man sich für das gesehene interessiert. Und dieses ist in "Tomb Raider" Fehlanzeige.
Iain Glen wirkt in der Rolle des Antagonisten farblos, dröge, austauschbar, konturenlos, weißt keine Ecken und Kanten auf, kann nicht mal den Hauch von Bedrohlichkeit erzeugen. Und Angelina Jolies leiblicher Vater Jon Voight darf, wie schon in "Pearl Harbor", zu wenig Screentime erhalten und zum Satz- und Stichwortgeber verkommen. Es ist erbärmlich. Die besten Sets und Locations sind nur zweckloses Augenfutter, wenn die wichtigsten Voraussetzungen für einen guten Film nicht gegeben sind.
Fazit: Lara Croft mag ihre Einrichtung grässlich finden wie sie möchte, die noch schlimmere Grässlichkeit ist die inszenierte Abenteuergurke von Simon West selber. Selbstironie sieht anders aus, gut platzierter Humor sieht anders aus, bei der Stange gehalten wird man so gut wie gar nicht.
Die Masse der Kinogänger, welche durch optische Reize von Lara Croft entsprechend stimuliert, durch rein durch gezieltes Marketing angelockt, dann reizüberflutet und irgendwann verärgert zurückgelassen wird, möchte sich ja wie so oft nicht eingestehen, was an "Tomb Raider" schlecht ist. Man geht ja "just for fun" ins Kino, bis der Geldbeutel leer ist, beschwert sich aber hinterher. Ironie des Schicksals nennt sich das ganze. "Tomb Raider" gehört wie schon "Transformers" z.B. nicht in die Kategorie "just for fun", sondern in die Kategorie "just for stupid". Man sollte schon vorher überlegen können, was man sich anschaut. Aber ein kleines, geringwertiges Trostpflaster gibt es ja zum Glück. Das "Tomb Raider" Sequel gehört wirklich zu den blödesten der Filmgeschichte.
Erst in solchen Dingen merkt man, dass den Machern wahre Helden und Charaktere mittlerweile egal sind, wenn es darum geht, den Betrachter finanziell auszubeuten. Wer "Tomb Raider" als Wegwerf und Ausnutzartikel betrachtet, dabei aber übersieht, dass er nur selber für blöd verkauft und ausgenutzt wird bei Sichtung, wird seinen entsprechenden Spass mit Lara Croft und "Tomb Raider" haben. Diejenigen, die sich auch nur einen Tick mehr Originalität wünschen, werden "Tomb Raider" wie auch den unsäglichen Nachfolger verfluchen. Auf immer und ewig.