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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann zu 'Sonnenallee'

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Partner von Fantastic Zero
Sonnenallee
Poster zu "Sonnenallee"Kinostart Deutschland: 07.10.1999

Komödie, Lovestory

Deutschland 1999, ca. 94 min.

FSK: ab 6

Prädikat besonders wertvoll
» Trailer
Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann, veröffentlicht am 03.11.1999
Zu den Zeiten, als Deutschland in die Bundesrepublik und die DDR unterteilt war, war auch eine Straße mitten in Berlin geteilt. Die berühmt-berüchtigte Mauer trennte nämlich auch die Sonnenallee in einen Ost- und einen Westabschnitt. Im Ostteil dieser Straße wohnen Micha und seine Freunde und Familie, die versuchen, trotz der Nähe zum Westteil Berlins ein ganz normales Leben zu führen.

Ostberlin, Anfang der 70er Jahre: Micha (Alexander Scheer) und seine Freunde, die ungefähr so alt sind, wie der Staat, in dem sie leben, wohnen in der Sonnenallee, einer Straße, die durch die Mauer zweigeteilt ist. Obwohl der westliche Teil der Stadt für sie weniger als einen Steinwurf entfernt ist, ist er doch unerreichbar weit weg, und auch die Tatsache, daß sie täglich Kontakt mit Westlern haben, die sie über die Mauer beobachten, die Ostler aber nicht füttern dürfen, erschwert ihre Situation eher.
Trotz diverser Verbote durch den Staat versuchen die Jugendlichen ein Leben ohne Einschränkungen zu führen, zum Beispiel indem sie verbotene Musik aus dem Westen hören. Eigentlich ist ihnen ihr Verhältnis zum System auch gar nicht so wichtig. An einem Tag wollen sie eine Widerstandsgruppe gründen, am nächsten Tag verpflichten sie sich zu drei Jahren in der Armee, um einen Studienplatz in Moskau zu bekommen.
Das einzige, was für Micha wirklich wichtig ist, ist Miriam (Teresa Weißbach), ein Mädchen aus der Nachbarschaft, die für ihn allerdings unerreichbar scheint. Trotzdem läßt er nichts unversucht, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, und legt ihr sogar seine Tagebücher zu Füßen, die er nur für diesen einen Zweck geschrieben hat.
Michas Eltern hingegen haben ganz andere Probleme: sie haben sich mit der Situation weitestgehend abgefunden, und der Onkel aus dem Westen (Ignaz Kirchner), der irgendwie ständig seine Zeit bei seiner Verwandschaft im Osten verbringt, sorgt schon dafür, daß diese nicht ganz auf Konsumware aus dem Staat des Klassenfeindes verzichten muß. Wäre da nicht ein Paß, den eine alte Frau aus dem Westen verloren und Michas Mutter (Katharina Thalbach) gefunden hat, wäre wohl alles mehr oder weniger normal, aber die Mutter versucht nun um fast jeden Preis, mehrere Jahrzehnte älter auszusehen.

Trotz der Omnipräsenz des Staates, seiner geheimen und offiziellen Vertreter und seiner Ideologien halten sich die Jugendlichen wenig an die ihnen auferlegten Regeln, denn ganz so eingesperrt, wie man als Zuschauer die Situation einstuft, fühlen sie sich gar nicht. Das Land kommt ihnen nämlich gar nicht so klein vor, vielleicht ist aber auch nur ihr Mofa zu langsam. Auch das Verhalten der Westler, die Tag für Tag über die Mauer sehen, und ihre Landsleute im Osten behandeln, wie Tiere im Zoo, ändert die Sache nicht gerade.
Für diesen Film wurde ein Teil Ostberlins so rekonstruiert, wie es in den 70ern dort aussah, und das mit allen Details: das typische Klettergerüst, die Mauer mit Aussichtsplattform für die Westler und eine authentische Grenzstation, an alles wurde gedacht. Im großen und ganzen ist "Sonennallee" gut gelungen, lediglich einige Kleinigkeiten passen irgendwie nicht so ganz hinein, wie zum Beispiel der Drogenrausch, der durch eine Mischung aus Cola und Kräutern aus der Drogerie erreicht wird. Auch das Ende des Filmes passt eher zu einem Musical als hierher, aber okay: brauchbarer Film mit Abzügen in der B-Note.

Wertung von Heinz:
 75%
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9 von 19 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
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