Zu den Zeiten, als Deutschland in die Bundesrepublik und die DDR
unterteilt war, war auch eine Straße mitten in Berlin geteilt. Die
berühmt-berüchtigte Mauer trennte nämlich auch die Sonnenallee in
einen Ost- und einen Westabschnitt. Im Ostteil dieser Straße wohnen
Micha und seine Freunde und Familie, die versuchen, trotz der Nähe zum
Westteil Berlins ein ganz normales Leben zu führen.
Ostberlin, Anfang der 70er Jahre: Micha (Alexander Scheer) und seine
Freunde, die ungefähr so alt sind, wie der Staat, in dem sie leben,
wohnen in der Sonnenallee, einer Straße, die durch die Mauer
zweigeteilt ist. Obwohl der westliche Teil der Stadt für sie weniger
als einen Steinwurf entfernt ist, ist er doch unerreichbar weit weg,
und auch die Tatsache, daß sie täglich Kontakt mit Westlern haben, die
sie über die Mauer beobachten, die Ostler aber nicht füttern dürfen,
erschwert ihre Situation eher.
Trotz diverser Verbote durch den Staat versuchen die Jugendlichen
ein Leben ohne Einschränkungen zu führen, zum Beispiel indem sie
verbotene Musik aus dem Westen hören. Eigentlich ist ihnen ihr
Verhältnis zum System auch gar nicht so wichtig. An einem Tag wollen
sie eine Widerstandsgruppe gründen, am nächsten Tag verpflichten sie
sich zu drei Jahren in der Armee, um einen Studienplatz in Moskau zu
bekommen.
Das einzige, was für Micha wirklich wichtig ist, ist Miriam
(Teresa Weißbach), ein Mädchen aus der Nachbarschaft, die für ihn
allerdings unerreichbar scheint. Trotzdem läßt er nichts unversucht,
um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, und legt ihr sogar seine
Tagebücher zu Füßen, die er nur für diesen einen Zweck geschrieben
hat.
Michas Eltern hingegen haben ganz andere Probleme: sie haben sich
mit der Situation weitestgehend abgefunden, und der Onkel aus dem
Westen (Ignaz Kirchner), der irgendwie ständig seine Zeit bei seiner
Verwandschaft im Osten verbringt, sorgt schon dafür, daß diese nicht
ganz auf Konsumware aus dem Staat des Klassenfeindes verzichten
muß. Wäre da nicht ein Paß, den eine alte Frau aus dem Westen
verloren und Michas Mutter (Katharina Thalbach) gefunden hat, wäre
wohl alles mehr oder weniger normal, aber die Mutter versucht nun um
fast jeden Preis, mehrere Jahrzehnte älter auszusehen.
Trotz der Omnipräsenz des Staates, seiner geheimen und offiziellen
Vertreter und seiner Ideologien halten sich die Jugendlichen wenig an
die ihnen auferlegten Regeln, denn ganz so eingesperrt, wie man als
Zuschauer die Situation einstuft, fühlen sie sich gar nicht. Das Land
kommt ihnen nämlich gar nicht so klein vor, vielleicht ist aber auch
nur ihr Mofa zu langsam. Auch das Verhalten der Westler, die Tag für
Tag über die Mauer sehen, und ihre Landsleute im Osten behandeln, wie
Tiere im Zoo, ändert die Sache nicht gerade.
Für diesen Film wurde ein Teil Ostberlins so rekonstruiert, wie es
in den 70ern dort aussah, und das mit allen Details: das typische
Klettergerüst, die Mauer mit Aussichtsplattform für die Westler und
eine authentische Grenzstation, an alles wurde gedacht. Im großen und
ganzen ist "Sonennallee" gut gelungen, lediglich einige Kleinigkeiten
passen irgendwie nicht so ganz hinein, wie zum Beispiel der
Drogenrausch, der durch eine Mischung aus Cola und Kräutern aus der
Drogerie erreicht wird. Auch das Ende des Filmes passt eher zu einem
Musical als hierher, aber okay: brauchbarer Film mit Abzügen
in der B-Note.