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Kritik von Philipp Stroh zu 'Die Fast Vergessene Welt'

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Partner von Entania
Kritik von Philipp Stroh
veröffentlicht am 07.10.2009
65%
Der vielseitig interessierte Regisseur Brad Silberling ("Casper", "10 Items Or Less") fabrizierte mit "Die fast vergessene Welt" leider auch einen fast vergessenen Film. Denn der sagenhaft teuren Fantasy-Komödie mit Star-Komiker Will Ferrell gelingt es in den deutschen Kinocharts nicht einmal, sich in die Top 10 vom 1. bis 4.10.09 irgendwo zwischen das neueste Machwerk mit den Ochsenknecht-Brüdern, dem vierten Aufguss von "Final Destination" und dem aktuellen Abenteuer von Laura und ihrem Stern zu mogeln.

Bei genauerem Hinsehen liegt der Grund auf der Hand: Jeder der eben genannten Filme hat seine genaue Zielgruppe, "Die fast vergessene Welt" tut sich damit aber schwer. Die simpel gestrickte Wunderland-Geschichte und die bunte Ausstattung geben sich kinderfreundlich, während seitens der Darsteller weitgehend unsaubere Erwachsenen-Witzchen geboten werden. Als Zuschauer sollte man da schon ein Kindskopf, jedoch von fortgeschrittenem Alter sein. Da sich solche Exemplare sicherlich reichlich in allen Ecken der Republik verstecken, könnte der Grund für die Erfolglosigkeit von "Die fast vergessene Welt" vielleicht doch nur eine kläglich gescheiterte Werbekampagne gewesen sein.

Das fürstliche Budget von sage und schreibe 100 Millionen Dollar ließ vielleicht keinen Restbestand für angemessene Reklame zu. Fakt ist jedenfalls, dass "Die fast vergessene Welt" trotz gigantischer Produktionskosten häufig einen trashigen Look wie aus schäbigen Monster-Filmchen der 60er aufweist. Dies generiert einen eigenartigen Charme, den man als eine der Stärken des Films betrachten kann.

Will Ferrell, der mit den Rollen in seinen zahlreichen Komödien Kultfigur an Kultfigur reiht (Frank the Tank & Co.), geht in der Rolle des Wissenschaftlers, welcher um Seriosität bemüht ist, aber immer wieder seinen eigenen Charakterschwächen erliegt, wunderbar auf. Danny McBride ("Superbad", "Tropic Thunder") macht als schräger Vogel an der Seite des Wissenschaftlers sogar noch mehr Spaß, während Anna Friel nicht zuletzt mit ihrem britischen Akzent (in der Originalfassung) für den nötigen Sexappeal sorgt.

Dieses Trio gibt eine gute Mischung für eine temporeiche Komödie ab, lässt aber auch nicht über die Tatsache hinwegsehen, dass im Film nahezu jegliche Erklärung schnurstracks übergangen wird, um so schnell wie möglich Platz für den nächsten aberwitzigen Drehbucheinfall zu machen. Weil man für den Humor von "Die fast vergessene Welt" aus dem Kindesalter raus sein sollte, wird dem Zuschauer daher viel Gutmütigkeit abverlangt. Wer diese jedoch mitbringt, wird ordentlich unterhalten.

Denn mit "Die fast vergessene Welt" wurde ein bewusst schräger Abenteuerfilm geschaffen, der sich die Zielscheibe für Kritiker geradezu auf die Brust malt, dabei aber für die breite Masse einfach ein lustiger Quatsch ist, den man zur Unterhaltung gerne mal mitnimmt.

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