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Kritik von Benjamin Falk zu 'Operation - Broken Arrow'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 28.07.2014
75%
Aus finanzieller Sicht hat es sich bei manchen Streifen sicherlich gelohnt, dass John Woo damals anfing, Filme für den amerikanischen Markt zu drehen. Für viele Fans seiner vorherigen Werke, konnte Woo damit aber nie an seine Filme aus seiner Heimat herankommen. Wie auch immer man das sieht: Ich finde "Im Körper des Feindes" z.B. großartig und auch den zuvor gedrehten "Operation: Broken Arrow" sehe ich nach wie sehr sehr gerne. Ich als, zugegeben kein großer Fan von Woo, kann mich also nicht beklagen.

Deakins und Hale sind Kampfpiloten, Kollegen und Freunde. Eines Nachts sollen sie in geheimer Mission einen Tarnkappenbomber testfliegen und nukleare Waffen sind auch mit an Bord, weil man gewisse Auswirkungen analysieren will. Hale ist noch jünger und motiviert; er liebt seinen Job. Doch Deakins hat genug von seinem jetzigen Leben und führt ganz andere Pläne. Er will die nukleraren Sprengkörper entwenden und das große Geld machen. Dies gelingt ihm auch, nur er schafft es dabei nicht Hale zu töten. Dieser überlebt die groß geplante Aktion von Deakins und will seinem ehemaligen Freund nun den Kampf ansagen. Doch dieser befindet sich im Besitz der Waffen und schreckt nicht davor zurück, von diesen auch Gebrauch zu machen.
Im Großen und Ganzen hat mir die Story wirklich gut gefallen. Man kennt das in ähnlicher Form zwar schon, aber das ist stets eigenständig genug und macht auf jeden Fall Spaß. Dabei darf man es nur mit der Logik nicht zu ernst nehmen, denn es gibt doch einige Szenen, die mir ganz und gar nicht plausibel erschienen. Wer sich an so etwas nicht stört, der bekommt aber eine ideenreiche Handlung serviert, die recht klischeehaft geschrieben wurde, aber einfach sehr gut funktioniert. Ich kann mich über das Drehbuch also keineswegs beklagen und für mich hatte die Story ganz einfach das gewisse Etwas.

Nebenbei gibt es aber auch tolle Darsteller zu sehen. Christian Slater mochte ich schon immer gerne sehen und er spielt hier grundsympathisch. Dabei hat er nicht unbedingt viel zu tun, aber alleine seine Präsenz fand ich sehr positiv. Als seinen Kontrahenten sieht man John Travolta, der mal wieder beweist, dass er auch die böse Rolle bestens drauf hat. Travolta spielt wirklich abgrundtief böse, bleibt dabei fast immer cool und er hat mir mit seiner Leistung einfach Spaß gemacht. Als Dritte im Bunde sollte man noch Samantha Mathis nennen, die ebenfalls eine ordentliche Leistung abliefert und charmant wirkt. Ansonsten ist "Operation: Broken Arrow" noch mit ein paar anderen bekannten Gesichtern wie z.B. Kurtwood Smith oder Bob Gunton versehen, die jedoch nicht wirklich viel zu tun haben.
Die Figurenzeichnung könnte man nun als negativ empfinden und auch wenn sie dies eigentlich ist, so störte mich diese Tatsache hier fast überhaupt nicht. Einen Hintergrund erhalten die Charaktere hier nicht, man erfährt wirklich absolut nichts über sie, sie sind einfach da und somit natürlich völlig belanglos. Trotzdem besitzen diese Figuren irgendwie Profil und sind zumindest sympathisch oder einfach sehr cool. Was an Tiefe also nicht vorhanden ist, macht man mit ein paar markanten Eigenschaften wieder gut und somit kann ich mich hier nicht beschweren.

Egal was Fans des früheren John Woo nun sagen: "Operation: Broken Arrow" ist handwerklich ordentlich gemacht. Woo ist halt ein starker Regisseur ob nun in China oder in Amerika. Natürlich ist das Ganze kommerzieller gehalten, doch das ist ja nur legitim. Auf jeden gibt es tolle Szenen zu sehen, in denen man so richtig die Sau raus lässt. Die Action ist sehr unlogisch, sieht aber einfach toll aus. Außerdem haben mir die Schauplätze in der Natur sehr gefallen und dem Auge wird hier durchaus etwas geboten. Ich fand das gekonnt in Szene gesetzt und einfach stark gemacht.
Dazu gesellt sich eine Atmosphäre, die viel spaßiger nicht hätte ausfallen können. Wenn es schon kommerzieller zur Sache geht, dann weiß man auch, dass hier alles gut ausgehen wird und man sich als Zuschauer nie Sorgen machen muss. So ist es auch. Für mich war und ist das völlig seichte Actionunterhaltung, die einfach locker ist und Spaß macht. Ernste und böse Szenen sind zwar vorhanden, aber sie lassen den Spaßfaktor nur noch steigen. So muss amüsantes, aber trotzdem hartes Popcorn-Kino für mich aussehen!

Der Unterhaltungswert ist ziemlich weit oben anzusiedeln und langweilig wird dieser Streifen mit Sicherheit nie. Dabei folgt der Film einem ziemlich gewöhnlichen Aufbau, aber das sind alles Dinge, die man hier so haben möchte. So ist das Ganze zwar recht vorhersehbar, doch für seichte Unterhaltung ist das eigentlich besser so, denn man braucht sein Hirn für das Schauen absolut nicht. Da kann man sich entspannt zurück lehnen und einfach genießen. Action gibt es genügend. Es wird geballert, gekämpft, Dinge fliegen in die Luft und ein paar Verfolgungsjagden fehlen da ebenso wenig. Das alles in der Kulisse der Wüste und das hat schon Stil. Spannung kommt dabei nicht so viel auf, aber das macht überhaupt nichts. Abgerundet wird das Ganze dann von ein paar lockeren Sprüchen und manch eine Szene ist schon amüsant.
Harmlos geht es bei "Operation: Broken Arrow" nicht zur Sache und Blut wird schon reichlich vergossen. Das ist allerdings nie so hart, dass es irgendjemandem weh tun würde. Die Effekte können sich aber wirklich sehen lassen und sind sehr gut gelungen.
Zum Schluss will ich noch den Score loben, denn dieser kann sich wirklich hören lassen und besteht aus einer sehr eingängigen Titelmelodie.

Fazit: "Operation: Broken Arrow" ist ein anspruchsloser Actionfilm, der mir alle paar Jahre erneut richtig viel Spaß macht. Die Handlung ist nicht gerade frei von Logikschwächen, wurde aber kreativ geschrieben. Die Darsteller spielen sehr gut und die Figurenzeichnung ist zwar eigentlich schlecht, funktioniert aber irgendwie dennoch. Dazu gibt es eine sehr gute Inszenierung, eine herrlich lockere Atmosphäre und einen hohen Unterhaltungswert. Natürlich ist das im Endeffekt kein Highlight und auch nicht die hohe Filmkunst, aber wer einfach knapp zwei Stunden abschalten will und dabei möglichst amüsant unterhalten werden will, der kann sich "Operation: Broken Arrow" als Actionfan auf alle Fälle bestens ansehen!

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