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Kritik von Benjamin Falk zu 'Die Üblichen Verdächtigen'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 03.05.2014
50%
"Die üblichen Verdächtigen" besitzt den Ruf eines Kultfilmes, doch ich habe dieses Werk bisher nie gesehen. Nun habe ich das mal nachgeholt. Was mich da erwarten würde, wusste ich nicht unbedingt, doch eigentlich habe ich mit einem guten Film gerechnet. Diesen hat man sicherlich auch vor sich, doch mir gefiel das irgendwie nicht so gut. Im Endeffekt bietet mir das Werk einfach zu wenig.

Auf einem Schiff wurde ein Brand gelegt und die Polizei findet 27 Leichen am Hafen. Das ist der ausschlaggebende Punkt für Ermittlungen. Nun wird die Geschichte im größten Teil durch Rückblenden des Kleinkriminellen Roger Kint erzählt. Der hatte mit der Sache nämlich irgendetwas zu tun und wird nun verhört. Da geht es um weitere Verbrecher, einen ominösen Auftrag und seltsame Gestalten, dessen wahre Identität man nicht kennt.
Mehr kann man zur Handlung auch kaum schreiben ohne hier zu viel zu verraten, denn das Ganze baut auf einen überraschenden Twist auf, welcher am Ende dann alles zuvor Erzählte auf den Kopf stellt. Die Wendung ist schon gelungen und war damals sicherlich sehr überraschend. 1995 wäre ich davon bestimmt begeistert gewesen, aber mittlerweile gibt es da einfach schon noch überraschendere Filme. Trotzdem ist das Drehbuch das Beste, was "Die üblichen Verdächtigen" zu bieten hat. Das wird alles ohne Logikfehler aufgelöst und das kann sich schon sehen lassen. Nur leider bietet die Geschichte vor dem großen Twist nicht so viel. Mein Interesse der Story zu folgen, war relativ gering. Zum Ende hin wird das zwar besser, doch begeistert war ich nicht. Außerdem lässt sich der Twist ab einer gewissen Zeit doch etwas vorhersehen. Das ist gut geschrieben, aber nicht unbedingt das Highlight, welches mir versprochen wurde.

Bei einem Blick auf die vielen, bekannten Darsteller, die man hier zu sehen bekommt, kann schon Vorfreude entstehen, welche dann jedoch auch nicht unbedingt befriedigt wird. Kevin Spacey spielt gut, man hat ihn aber schon in wesentlich stärkeren Rollen gesehen und er bekommt leider nicht die Gelegenheit viel aus seiner Rolle zu machen. Dann wären da Kevin Pollak, Gabriel Byrne, Stephen Baldwin, Benicio del Toro und Pete Postlethwaite, die allesamt solide spielen, aber einfach nicht viel zu tun haben. Man kann hier auf jeden Fall behaupten, dass die Darsteller unterfordert sind.
Das liegt aber nicht an ihnen, sondern viel mehr an der Figurenzeichnung, welche echt lahm geraten ist. Man hat es hier komplett verpasst den Charakteren ein eigenständiges Profil zu verleihen oder zumindest coole, kreative Figuren zu kreieren. Hier bekommt niemand großartig Hintergrund, alle sind belanglos und niemand bleibt davon in Erinenrung hängen. Das ist wirklich bedauerlich, denn gerade bei den tollen Darstellern, die man hier zur Verfügung hatte, hätte man da echt viel mehr draus machen können.

Die Regie übernahm Bryan Singer, der sich hiermit einen Namen machen konnte. Singer ist mit Sicherheit ein guter Regisseur, aber seine Inszenierung finde ich hier dennoch recht langweilig. "Die üblichen Verdächtigen" ist keineswegs schlecht gemacht, handwerklich solide ausgeführt, doch mir fehlte hier einfach das gewisse Etwas. Das ist ganz normal gestaltet, besitzt Qualität, kommt aber dermaßen trocken daher, dass es mich nicht so richtig überzeugen konnte.
Ähnliches lässt sich auch zu der Atmosphäre schreiben. Man bekommt einen kleinen Krimi geboten, der einen ziemlich kalt lässt. Ernst ist das Geschehen kaum und packende Unterhaltung kann man somit schon mal vergessen. Überwiegend ist das locker erzählt, nur spaßig oder amüsant fällt das Treiben dabei ebenfalls nicht aus. Ich fand das einfach ziemlich belanglos und hatte mit dem Streifen kaum meinen Spaß.

Der Unterhaltungswert ist somit nicht schlecht, aber auch lange nicht überragend. Man verpasst es schon am Anfang, den Zuschauer interessiert zu machen. Man weiß zwar überhaupt nicht, was da gespielt wird und bleibt lange Zeit im Dunkeln, das Problem ist nur, dass man auch gar nicht unbedingt wissen will, was da vor sich geht. Zum Ende hin bessert sich dies und da kommt dann endlich sogar mal ein wenig Spannung auf. Außerdem ist der Twist ja schon gelungen und funktioniert. Schade ist es nur, dass die gesamten Geschehnisse zuvor einfach ziemlich öde sind. Mich hat "Die üblichen Verdächtigen" nicht gelangweilt, das wäre dann doch zu negativ, aber trotzdem ist das völlig unspektakuläre Unterhaltung, die wenig zu bieten hat und nicht lange in Erinnerung bleiben wird.
Besonders brutal wird es nicht, aber etwas Blut wird schon vergossen, weshalb die Freigabe ab 16 Jahren berechtigt ist. Die Effekte sind solide.
Der Score begleitet das Geschehen ganz passend.

Fazit: "Die üblichen Verdächtigen" hat damals vielleicht besser funktioniert, doch eigentlich ist das kein Argument, denn "The Sixth Sense" ist selbst wenn man den großen Twist am Ende schon weiß, noch immer ein sehr starker Film. Der Vergleich ist nicht unberechtigt, denn beide Filme sind vom Aufbau her schon recht ähnlich. Hier versagt die Story über große Strecken hinweg aber Interesse entstehen zu lassen und auch wenn das souverän geschrieben ist, so hat mich das nicht umgehauen. Außerdem haben die an sich tollen Darsteller viel zu wenig zu tun, was auch an der langweiligen Figurenzeichnung liegt. Das ist handwerklich solide, aber ziemlich öde gemacht und Atmosphäre kommt da kaum auf. Im Endeffekt langweilt das zwar nicht, jedoch ist das ziemlich belanglose Unterhaltung. So bleibt mir nur zu sagen, dass "Die üblichen Verdächtigen" sicherlich kein schlechter Film ist, aber es gibt auch keinerlei Grund, weshalb ich ihn mir jemals ein zweites Mal ansehen müsste!

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