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Kritik von Benjamin Falk zu '24'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 11.07.2012
70%
Kritik zu Season 6
Eine Staffel (engl. Season) einer TV-Serie besteht meist aus 10-24 einzelnen Episoden, die dann oft durch eine längere Drehpause getrennt sind.
Unter dem Begriff Cliffhanger versteht man den offenen Ausgang einer Geschichte. Das Wort beschreibt auch jenen Höhepunkt, der am Ende einer Geschichte den Zuschauer dazu bewegen soll, auch deren Fortsetzung zu verfolgen.
Mit der fünften Staffel konnte "24" noch mal richtig aufdrehen und bot so starke Unterhaltung wie einst die ersten beiden Staffeln. Dass man dieses hohe Niveau nicht halten können würde, habe ich mir irgendwie gedacht und auch unter Kritikern gilt die sechste Staffel als die mit Abstand schlechteste. Von daher war ich sehr gespannt, wie mir diese Staffel denn nun gefallen würde. Tatsächlich geht es nun eine ganze Portion schlechter zur Sache und mir gefiel nicht mehr alles. Irgendwie finde ich aber auch die sechste Runde von "24" sehr sehenswert und gut unterhalten wurde ich hier definitiv.

20 Monate sind vergangen. Am Ende der fünften Staffel schien fast alles zu einem perfekten Happy-End zu werden, doch plötzlich wurde Jack Bauer von den Chinesen entführt. Es dauert eine ganze Weile, bis alle anderen davon erfahren und eines Tages ist es dann soweit. Bauer wird wieder nach Amerika gebracht und wurde monatelang schwer misshandelt und gefoltert. Der Grund für Bauers Freilassung ist, dass Präsident Palmer einen Deal ausgehandelt hat. In den Staaten gibt es nämlich neue Terrorbedrohungen. Selbstmordattentäter machen die Städte unsicher und ein Mann weiß genau, wer dafür verantwortlich ist. Doch dieser Mann will den Tod von Bauer. Deshalb hat man Jack zurückgeholt und nun soll er sich opfern. Er ist auch bereit dieses Opfer auf sich zu nehmen, aber schon bald erfährt man, dass hier nur wieder falsche Spielchen gespielt werden. Im Endeffekt ist nichts so wie es scheint und es gibt viele Lügen, Intrigen und die Bedrohung ist stets groß.
Die Handlung sehe ich dieses Mal sehr zwiespältig. Auf der einen Seite ist den Drehbuchautoren nämlich nicht mehr besonders viel Neues eingefallen. Die Terrorbedrohungen kennt man mittlerweile und hier gibt es nichts zu sehen, was die vorherigen Staffeln nicht schon besser gemacht hatten. Auch wie man Jack Bauer wieder mit ins Geschehen bringt, fand ich ziemlich unglaubwürdig. Sowieso gibt es in dieser Staffel viele Unglaubwürdigkeiten. Anfangs geht es Bauer vollkommen mies, er ist gezeichnet von seiner langen Gefangenschaft. Es braucht nur ein paar Stunden und schon ist er wieder total fit und kann mit ermitteln. Das fand ich doch arg übertrieben und von solchen Situationen gibt es noch reichlich mehr. Auch erreicht man seine Ziele hier wieder rasend schnell. Die Ausgangssituation, dass Jack bei den Chinesen gefangen war, hätte man auf jeden Fall besser nutzen können und hier war ich etwas enttäuscht. Auf der anderen Seite haben die Drehbücher aber auch ein paar Stärken. So fand ich es sehr abwechslungsreich, dass man die Terrorbedrohung mitten in der Staffel abschließt und es eine neue Handlung gibt. Das war vorher in dieser Form nicht da und mir hat das gut gefallen. Auch gab es mal wieder ein paar tolle Ideen. Mittlerweile wirkt das Geschehen zwar doch arg konstruiert und nicht jede Wendung kommt überraschend, Überraschungen gibt es aber dennoch einige und manchmal ist das wirklich gut gelungen. Die ganze Sache mit der Familie von Bauer hat mir eigentlich gut gefallen, doch hier hat man leider auch etwas Potenzial verschenkt. Eines tut die Story jedoch nie: Langweilen. Es ist immer genügend los und das Tempo ist schön hoch. Alles in einem ist die Handlung also nicht gerade ein Hammer, aber trotzdem noch solide, manchmal wirklich gut, manchmal auch eher schlecht, aber stets unterhaltsam. Mir hat das noch gereicht.

Bei den Darstellern kann man eigentlich nur wieder positive Worte verlieren, allerdings ist mir schon aufgefallen, dass es nun weniger Namen werden, die wirklich erwähnenswert sind. In erster Linie lebt "24" weiterhin von Kiefer Sutherland, der hier aber teilweise sogar ein wenig in den Hintergrund gerät. Sutherland macht seine Sache wieder mal sehr gut und hat sicherlich keine leichte Rolle. Ihm zuzusehen, macht mir immer noch Spaß, aber ein wenig schwächer als in den vorherigen Staffeln fand ich ihn schon. Das liegt aber auch vielleicht daran, wie man die Figur Jack Bauer mittlerweile darstellt. Wenn er am Anfang fast wie Jesus aussieht und zwischendurch mal unfreiwillig komisch erklärt, wie man eine Waffe benutzt (Zielen und abdrücken), dann gefiel mir das nicht ganz so gut. Roger Cross ist nicht mehr lange mit dabei und irgendwie wird seine Figur recht lieblos entfernt. Kim Raver ist erst sehr spät zu sehen und hat ordentlich gespielt. Auch schön fand ich es, dass es ein erneut kurzes Wiedersehen mit William Devane gab. Mary Lynn Rajskub spielt wie immer sehr gut und gehört auch definitiv zur Serie mit dazu. James Morrison ist mal wieder sehr sympathisch und Jayne Atkinson hat mir ebenfalls gut gefallen. Dass man Gregory Itzin und Jean Smart in Gastrollen sieht, ist zwar nett, aber wirken diese Rollen leider etwas belanglos. D.B. Woodside macht seine Sache souverän und sehr gut gefallen hat mir Carlo Rota. Eric Balfour war lange nicht mit dabei und konnte ebenfalls überzeugen. Peter MacNicol kenne ich am ehesten aus "Ghostbusters 2" und er weiß in seiner Rolle zu gefallen. Ricky Schroder fand ich ebenfalls ganz solide und James Cromwell zu sehen, hat mir auf jeden Fall Spaß gemacht. Powers Boothe überzeugt anfangs als schmieriges Arschloch, wird hinterher aber sogar noch sympathisch. Glenn Morshower ist wie immer mit dabei, bekommt dieses Mal aber nur einen winzigen Auftritt, was ich sehr schade fand. Es gibt noch viele Darsteller mehr, aber bei den ganzen Nebenrollen fehlen hier irgendwie so richtig starke Darsteller. Außerdem ist die Seite der Bösewichte dieses Mal nicht so toll besetzt. Schlecht spielt auf keinen Fall jemand und die Leistungen sind allesamt sehr souverän, aber die anderen Staffeln boten da doch irgendwie etwas mehr.
Die Figurenzeichnung ist weiterhin ganz ordentlich. Es ist viel Zeit vergangen und so haben die Figuren allesamt Änderungen durchgemacht. Auch während der Staffel wandeln sich viele Charaktere, wobei nicht alles nachvollziehbar und glaubwürdig ist. Mittlerweile gibt es schon einige Klischees, aber so richtig störend war dies nicht. Die alten Figuren sind auf jeden Fall noch immer gut gezeichnet und ein paar der neuen Chraktere sind auch ganz gut gelungen. Bestimmt nicht perfekt, aber immer noch etwas über dem Durchschnitt.

Rein handwerklich konnte man der Serie nie etwas vorwerfen und daran ändert sich auch in der sechsten Staffel nichts. Alle Markenzeichen sind weiterhin vorhanden und die Inszenierung bleibt so wie immer. Experimente geht man in der Machart keine ein und das fand ich bisher immer gut so. Meine Meinung hat sich da auch nicht verändert, allerdings muss ich doch feststellen, dass mir die Inszenierung jetzt, wo die Story nur noch bedingt überzeugen kann, wie nichts Besonderes mehr vorkam. Das ist alles immer noch stark gemacht, war aber auch schon mal etwas aufwendiger. Dies bemerkt man gerade an den Actionszenen, die immer noch überzeugen können, aber nicht mehr so packend realisiert wurden.
Die Atmosphäre ist mal wieder sehr vielseitig. In erster Linie bekommt man wie gewohnt einen Thriller geboten. Hier geht es manchmal spannend und packend zur Sache, aber nicht immer. Der ernste Grundton bleibt erhalten und wird desöfteren gerne ziemlich düster. Das finde ich noch immer gut und dass man auf Humor fast komplett verzichtet, ist ebenfalls eine gute Entscheidung. Ein paar komische Momente gibt es aber trotzdem, leider sind diese nicht immer ganz freiwillig. Ansonsten spielt die Politik mal wieder eine große Rolle. Auch in diesem Bereich gibt es absolut nichts Neues zu sehen, interessant zu verfolgen ist es aber trotzdem. Teilweise bekommt das Weiße Haus fast mehr Aufmerksamkeit als alles andere und so gibt es hier auch ein paar sehr spannende Momente. Abgerundet wird diese Mischung mit einer guten Portion Drama. Alle haben natürlich so ihre Probleme und das sorgt für reichlich Emotion. Manchmal wirkt dies aufgesetzt und konnte mich nicht berühren, teilweise ist es aber auch gut gelungen und ein paar ziemlich intensive Szenen sind auf jeden Fall vorhanden. Alles in einem ist die Atmosphäre also gut, aber auch kein Knaller.

Der Unterhaltungswert ist gut, aber nicht sehr gut. Irgendwie bemerkt man gleich am Anfang, dass diese Staffel nicht so stark wird. Die Luft ist aber zum Glück noch nicht komplett heraus. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten, wird es im Verlauf der Staffel immer besser. Die einzelnen Folgen unterscheiden sich vom Niveau nicht unbedingt, aber innerhalb der Episoden schwankt die Qualität. Manchmal geht es einfach ziemlich vorhersehbar zur Sache und das mindert natürlich die Spannung. Am Ende gibt es wie immer oftmals eine Wendung und einige davon, sind auf auf jeden Fall gut gelungen. Ein Suchtpotenzial ist nur noch bedingt vorhanden und das Verlangen, die Serie immer weiter zu gucken, ist nicht mehr ganz so groß wie sonst. Trotzdem kann ich nicht behaupten, dass mich diese Staffel gelangweilt hat. Die 24 Episoden vergehen ziemlich schnell und das liegt auch mit am hohen Tempo. Spannung kommt in annehmbaren Portionen auf und auch auf Action muss man nicht verzichten, nur ist diese, wie bereits erwähnt, nicht mehr immer so aufwendig realisiert. Immerhin bietet das Finale eine echt starke Explosion. Das Ende bietet zwar leider keinen richtigen Cliffhanger, ist aber recht dramatisch und sehr offen. Alles in einem kann man sich also erneut ordentlich unterhalten lassen und das ist mir das Wichtigste. Deshalb versagt auch die sechste Staffel in meinen Augen ganz und gar nicht.
Gewalt spielt wie immer eine Rolle und teilweise geht es schon recht derbe zur Sache. Allerdings beschränkt sich dies auf wenige Szenen, denn im Endeffekt wird gar nicht so viel Blut vergossen. Harmlos ist das aber trotzdem nicht und es sterben viele Menschen. Immer wieder kritisiert wurde die Anwendung von Folter um an Informationen heran zu kommen. Dies spielt auch weiterhin eine Rolle, aber keine so große mehr. Gefoltert wird, aber eben recht selten. Trotzdem sorgt es dafür, dass die Serie ihren bösen Grundton behält und ich finde das gut. Die Effekte sind allesamt gut gelungen.
Der Score hat mir mal wieder gefallen, war aber auch schon mal etwas abwechslungsreicher und besser.

Fazit: "24" macht in der sechsten Runde einige Fehler, aber auch einiges richtig. Die Handlung ist nicht unbedingt eine Stärke, bietet zu vieles, was man bereits gesehen hat und besitzt nicht gerade viele eigene Ideen. Alles wirkt zu konstruiert, einiges ist zu vorhersehbar, aber manche Wendungen sind auch gut gelungen und wirklich schlecht ist das immer noch nicht geschrieben. Die Darsteller können allesamt überzeugen, aber teilweise fehlt es hier ein wenig an Charisma. Leider ist auch die Figurenzeichnung nicht bei jedem so gut und ein paar neue Figuren bleiben blass. Trotzdem gibt es auch starke Charaktere zu sehen. Rein handwerklich ist das wie immer sehr gut gemacht und hier gibt es eigentlich nur zu bemängeln, dass mir die Action teilweise etwas zu lieblos realisiert wurde. Die Atmosphäre ist abwechslungsreich wie immer, bietet viele ernste und düstere, aber auch emotionale und intensive Szenen. Nicht jedes Gefühl sitzt, aber es ging in Ordnung. Der Unterhaltungswert ist zwar bei weitem nicht perfekt, aber irgendwie wurde mir kein einziges Mal langweilig und die Laufzeit verging auch ohne großes Suchtpotenzial sehr schnell. Die Effekte sind allesamt gelungen, es geht mal wieder nicht unbedingt harmlos zur Sache und der Score ist ebenfalls solide. So ist die sechste Staffel von "24" am Ende wirklich die bis dato schwächste und sicherlich nichts Besonderes mehr, aber gut unterhalten wurde ich hier dennoch!

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 Teil der Serie '24' 
 24 (TV-Serie, 2001)  
 24: Redemption (2008)  
 24: Live Another Day (TV-Serie, abgedreht)  
 
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