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Kritik von Benjamin Falk zu '24'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 27.06.2012
95%
Kritik zu Season 5
Eine Staffel (engl. Season) einer TV-Serie besteht meist aus 10-24 einzelnen Episoden, die dann oft durch eine längere Drehpause getrennt sind.
Die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. (Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis)
Unter dem Begriff Cliffhanger versteht man den offenen Ausgang einer Geschichte. Das Wort beschreibt auch jenen Höhepunkt, der am Ende einer Geschichte den Zuschauer dazu bewegen soll, auch deren Fortsetzung zu verfolgen.
Auch wenn ich Staffel drei und vier von "24" noch sehr stark fand und mich damit prima unterhalten lassen konnte, war das gewisse Etwas, welches die ersten beiden Staffeln definitiv enthielten, irgendwie nicht mehr komplett da. Es ging einfach immer wieder nur um Terroristen und es musste mal eine Änderung her. Das sahen die Macher der Serie wohl ähnlich. Obwohl ich noch in Erinnerung hatte, dass mir die fünfte Staffel damals sehr gut gefiel, war ich nun doch etwas überrascht, denn hier bewegt man sich wieder auf dem Niveau der ersten beiden Staffeln. In der fünften Runde macht "24" wieder enorm viel Spaß und besitzt ein großes Suchtpotenzial. Eine tolle Staffel!

Am Ende der vierten Staffel musste Jack Bauer seinen eigenen Tod vortäuschen, denn der Präsident wollte ihn umbringen lassen. Nun führt Bauer ein komplett neues Leben und kaum jemand weiß, dass er damals nicht gestorben ist. Plötzlich gibt es einen Anschlag auf Ex-Präsident Palmer und kurioserweise zeigen Überwachungsbilder, dass Jack Bauer der Täter sein soll. Danach folgen Anschläge auf Michelle Dessler und Tony Almeida. Scheinbar werden alle Menschen, die wissen, dass Bauer noch lebt, umgebracht. Das erkennt auch Chloe und so nimmt sie Kontakt zu Jack auf. Kurze Zeit darauf, soll auch sie ermordet werden und nur mit der Hilfe von Jack kann sie überleben. Schnell spricht es sich herum, dass Bauer doch noch lebt und nun will ihn natürlich jeder verhaften, weil er der angebliche Mörder von Palmer sein soll. Doch Jack Bauer lässt nichts unversucht um seine Unschuld zu beweisen und den echten Mörder von Palmer zu finden. Dabei macht er viele Entdeckungen, es gibt neue Terroristen und sogar das Weiße Haus ist in die Sache verwickelt.
Die Handlung ist einfach nur toll. Anfangs ist hier mal alles anders. Bauer musste ja schon desöfteren gegen das Gesetz arbeiten, aber noch nie so drastisch wie hier. Es dauert allerdings gar nicht so lange, da hat sich diese Situation geklärt und als sich dann neue Terroristen melden, befürchtet man schon, die Serie würde nun in Routine verfallen und nur genau dasselbe bieten, wie die Staffeln zuvor auch schon. Da hat man sich allerdings deutlich getäuscht. Schon bald gibt es neue Verschwörungen und Intrigen in der Regierung und das war in dieser Form vorher noch nicht da. Die Handlung bietet also viel Bekanntes, aber eben auch einiges neues und ist gerade deshalb so gut gelungen. Dabei wird wie immer nicht mit Wendungen gegeizt und diese sind diesmal wesentlich besser gelungen, weil wirklich jede Überraschung sitzt und man vieles absolut nicht vorhersehen kann. Es gibt sehr viele Wendungen und jede davon ist perfekt. Schön ist auch, dass man sich wieder etwas mehr um Realismus bemüht. Sind die Leute hier verletzt, sind sie nicht schon nach wenigen Minuten wieder voll einsatzfähig. Die verschiedenen Orte erreicht man in der Serie zwar immer noch sehr schnell, doch auch in diesem Punkt ist die Staffel etwas glaubwürdiger. Reine Logik darf man natürlich nicht suchen, aber das muss ich auch gar nicht haben. Auf jeden Fall wurden die Drehbücher sehr stark geschrieben und es geht sehr abwchslungsreich zur Sache. Jeder kleinste Nebenstrang kann hinterher noch eine Bedeutung haben und das wurde wirklich so genial konstruiert, dass es nicht konstruiert wirkt. Ich habe an der Handlung überhaupt nichts auszusetzen und fand sie deutlich besser als zuvor.

Die Darsteller spielen mal wieder alle richtig klasse. Kiefer Sutherland scheint die Rolle des Jack Bauers nicht langweilig zu werden, denn er spielt sie so überzeugend wie immer. Er hat viele harte Szenen zu spielen, darf aber auch mal Gefühle zeigen und überzeugt da wirklich in jedem Punkt. Auch dem Zuschauer wird es nicht langweilig ihn in dieser Rolle zu sehen und ohne Sutherland würde diese Serie eindeutig nicht funktionieren. Von Dennis Haysbert muss man sich leider gleich am Anfang verabschieden, dafür gibt es nun Elisha Cuthbert wieder zu sehen, welche in der vierten Staffel fehlte. Sie übernimmt nur eine Gastrolle, aber das wirkt nicht überflüssig und wurde anständig genutzt. Carlos Bernard ist ebenfalls kaum noch zu sehen, was schade, aber zweckdienlich ist, ebenso sieht es mit Reiko Aylesworth aus. Roger Cross hat mir erneut sehr gut gefallen und noch besser als in der vorherigen Staffel spielt Kim Raver. William Devane ist nur kurz zu sehen, aber ich fand es gut, dass er wieder mit dabei ist. Sehr ordentlich fand ich erneut Mary Lynn Rajskub, die man sich aus der Serie nicht mehr weg denken kann. Auch James Morrison fand ich wieder sehr sympathisch und überzeugend. Gregory Itzin gibt ein sehr facettenreiches Schauspiel von sich und ich hätte in der vierten Staffel noch nicht gedacht, dass er mir mal so gut gefallen würde. Jean Smart hat sehr gut gespielt und Louis Lombardi fand ich erneut sehr sympathisch. D.B. Woodside ist nur wenig zu sehen, kann aber überzeugen und auch Carlo Rota, der erst zum Ende zur Handlung stößt, ist charismatisch. Jayne Atkinson ist anfangs sehr unsympathisch, hinterher aber ebenfalls eine Stärke der Serie. Daneben gibt es mal wieder einige, recht prominente Namen. Sean Astin hat mir sehr gut gefallen und Julian Sands gibt einen tollen Bösewicht ab. Am stärksten ist jedoch Peter Weller, der mich wirklich beeindruckt hat. Seine Figur ist sehr stark dargestellt und alles andere als ein eindimensionaler Bösewicht. Mark Sheppard, den ich aus "Supernatural" kenne, hat mir gefallen und Ray Wise sieht man zwar kaum, ich fand ihn aber dennoch gut. Sehr schön fand ich, dass Glenn Morshower eine etwas größere Rolle spielt. Jude Ciccolella spielt wie immer überzeugend und auch John Allen Nelson gibt eine solide Leistung von sich. Damit habe ich die wichtigsten Rollen nun genannt und man merkt schon, dass hier wirklich extrem viele Darsteller am Werk beteiligt sind. Doch auch alle nicht erwähnten, machen ihre Sache immer sehr gut.
Die Figurenzeichnung ist sehr gut gelungen. Dadurch, dass in der Serie mal wieder einige Zeit vergangen ist, haben sich natürlich auch einige Dinge verändert. Doch auch an dem einen Tag, an welchem die Staffel spielt, gibt es viele Veränderungen und die Gefühle der Menschen wechseln oft. Das war in der Vergangenheit nicht immer so stark der Fall. Eindimensional ist hier eigentlich keiner, jede Figur spielt eine wichtige Rolle und alle wurden gut gezeichnet. Schön ist auch, dass es keine belanglosen Liebesgeschichten mehr gibt. Hier passt einfach alles.

Die Inszenierung ist wie immer sehr stark ausgefallen. An den Markenzeichen hat man nichts geändert und man verlässt sich weiterhin auf das clevere Echtzeitkonzept. Normalerweise bin ich ja nicht unbedingt ein Fan davon, wenn man die Machart einer Serie niemals ändert, aber hier ist das einfach sehr förderlich. Es braucht keine Experimente in der Inszenierung, dies wäre Fehl am Platz. Handwerklich ist das enorm stark und auch aufwendig gemacht. Das Tempo ist rasant, doch man nimmt sich manchmal auch ein wenig Zeit für etwas ruhigere Szenen. Auch dies war in der Vergangenheit nicht immer der Fall und es steht der Serie ziemlich gut. Die eingeblendete Uhr fehlt natürlich nicht, es gibt wieder viele Split-Screens und auch die Zeitsprünge sind weiterhin enthalten und man nutzt dies immer sehr clever aus.
Die Atmosphäre ist wirklich sehr stark. Es geht gleich knallhart los und so lässt man es dann auch. Der Thrillergehalt ist wie immer sehr hoch und das ist auch gut so. Dazu gesellt sich viel Action, die immer sehr ordentlich gemacht wurde und aufwendig aussieht. "24" bleibt in der fünften Runde eine sehr böse und ernste Serie. Zwischendurch wird es sogar mal leicht klaustrophobisch und beklemmend. Viele Szenen sind sehr böse und es bleibt fast durchgehend düster. Humor gibt es da fast keinen, was aber auch nicht wirklich gut passen würde. Daneben gibt es dieses Mal wieder deutlich mehr Drama. Es gibt einige Szenen, die ziemlich emotional und traurig ausfallen. Die Gefühle können den Zuschauer erreichen und deshalb ist auch dieser Punkt sehr gut gelungen. Wie immer spielt auch die Politik eine nicht untergeordnete Rolle und in diesem Punkt könnte man die fünfte Staffel sogar die beste nennen. Da es Verschwörungen in der Regierung gibt und diese sogar im Verdacht steht, an den ganzen Geschehnissen beteiligt zu sein, werden die politischen Aspekte richtig spannend und hier hat man sich einfach mal etwas neues ausgedacht. Die Atmosphäre ist auf jeden Fall äußerst gelungen, abwechslunsgsreich und die Mischung ist bestens.

Der Unterhaltungswert ist nahezu perfekt. Der Anfang beginnt rasant und ein hohes Tempo ist man von der Serie ja gewohnt. Es ist gerade diese neue Situation, die einfach so stark unterhält. Als Jack Bauer dann wieder normal ermitteln kann und sich neue Terroristen melden, begann das Niveau leicht zu sinken, doch man bekommt die Kurve sehr schnell wieder in den Griff. Ab der achten Folge wird es dann immer besser und steigert sich bis zur Perfektion. Das liegt daran, dass man Mut bewiesen hat. Man lässt hier wirklich viele Hauptfiguren sterben. Ich fand es sehr schön, dass man hier so weit geht und das sorgt natürlich auch für viele Emotionen. Außerdem werden nicht alle Aktionen der Verbrecher verhindert und auch hier geht man ganz schön weit. Es kommt wirklich zu zahlreichen neuen Situationen und somit umgeht man gekonnt Abnutzungserscheinungen. Dass es am Ende meist eine neue Wendung gibt, kennt man ja mittlerweile und doch funktioniert das hier wieder bestens, gerade weil man vieles auch nicht vorhersehen kann. Der Suchtfaktor ist hier definitiv wieder sehr viel höher als in den letzten beiden Staffeln und man möchte nur ungern mit dem Schauen aufhören. Ich habe mir sowieso gewünscht, dass diese Staffel nicht enden wird. Sehr schön ist, dass die Spannung niemals verschwindet und wirklich bis zur letzten Minute gehalten werden kann. Viele Szenen sind enorm spannend und absolut packend. Action spielt wie immer eine Rolle und die Actionszenen sind meist ziemlich kurz, aber einfach stark gemacht. Die 24 Episoden mit ihrer Laufzeit von 42 Minuten vergehen rasend schnell. Am Ende sieht es dann fast nach einem richtig schönen Happy-End aus, aber da hat man seine Rechnung ohne "24" gemacht. Der Cliffhanger ist herrlich fies und lässt sofort die Lust wachsen, sich die sechste Staffel anzusehen.
"24" war ja schon immer eine recht brutale Serie und das behält man hier auch bei. Nicht immer sieht man das Blut spritzen, aber viele Menschen sterben und manchmal darf es auch blutiger werden. Mir hat der Blutgehalt definitiv ausgereicht und harmlos ist das keineswegs. Folter spielte auch schon immer eine Rolle und wird hier wie gehabt gerne eingesetzt um an Informationen zu gelangen. Damit bleibt die Serie böse, aber so viel wird gar nicht mehr gefoltert und auch in diesem Punkt hat man sich mal neue Dinge einfallen lassen. Die Effekte sind allesamt sehr gut, nur die Szene, in welcher das Flugzeug auf dem Highway landet, sieht etwas billiger aus. Das ist aber nicht so tragisch.
Der Score ist wie immer sehr gut, vielseitig und passt stets bestens.

Fazit: "24" geht in eine wirklich starke fünfte Runde und nach den vorherigen beiden Staffeln hatte ich es der Serie kaum noch zugetraut sich noch mal fast bis zur Perfektion zu steigern. Die Handlung ist sehr stark, bietet bekannte und viele neue Situationen, ist wendungsreich und bietet viele Überraschungen. Hier gibt es absolut nichts zu bemängeln. Auch die Darsteller spielen erneut klasse und niemand enttäuscht. Die Figurenzeichnung wurde ordentlich weitergeführt, es gibt viele neue Figuren und viele bekannte zu sehen. An der Inszenierung hat sich nichts geändert, aber das ist gut so, denn handwerklich gibt es an der Serie einfach nichts zu verbessern. Die Atmosphäre ist richtig schön böse, ernst und düster und die Drama-Anteile haben mir hier richtig gut gefallen. Außerdem hat man den politischen Aspekt genial genutzt. Der Unterhaltungswert ist nahezu perfekt und es gibt nur ein paar Episoden am Anfang, die mich nicht komplett überzeugen konnten. Ansonsten gibt es hier wirklich sehr starke Unterhaltung, die extrem spannend ist und rasend schnell verging. Auf etwas Gewalt muss man nicht verzichten, die Effekte sind ordentlich und der Score sehr gut. In der fünften Staffel gibt es wirklich viele Veränderungen und deshalb hat sie mir wahnsinnig gut gefallen. Sehr stark!

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 Teil der Serie '24' 
 24 (TV-Serie, 2001)  
 24: Redemption (2008)  
 24: Live Another Day (TV-Serie, abgedreht)  
 
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