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Kritik von Benjamin Falk zu '24'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 01.06.2012
95%
Kritik zu Season 2
Eine Staffel (engl. Season) einer TV-Serie besteht meist aus 10-24 einzelnen Episoden, die dann oft durch eine längere Drehpause getrennt sind.
Unter dem Begriff Cliffhanger versteht man den offenen Ausgang einer Geschichte. Das Wort beschreibt auch jenen Höhepunkt, der am Ende einer Geschichte den Zuschauer dazu bewegen soll, auch deren Fortsetzung zu verfolgen.
Die erste Staffel von "24" hatte mir wirklich enorm gut gefallen. Die Serie war geprägt von einer sehr hohen Spannung und diesem fast ekelhaften Suchtfaktor. Man wollte nicht auhören immer weiter zu gucken und da der Unterhaltungswert so perfekt war, musste ich die Höchstwertung geben. In der zweiten Staffel bleibt dies eigentlich ähnlich und das Niveau ist fast genau so hoch. Nur unerheblich kleine Mängel, machen die zweite Runde für mich minimal schwächer. Dennoch bekommt man hier erneut ungemein starke und packende Unterhaltung geboten, die mir einfach bestens gefallen hat.

Die zweite Staffel spielt nun 18 Monate nach den Geschehnissen der ersten. Jack Bauer hat bei der CTU aufgehört. Er gibt sich die Schuld daran, dass er seine Frau nicht mehr retten konnte und kann seine Arbeit als Agent deshalb nicht mehr betreiben. Doch früh am Morgen versuchen Mitarbeiter der CTU Bauer zu erreichen. Erst als sich der Präsident David Palmer persönlich meldet, ist Bauer bereit zuzuhören. Es wurde eine Warnung ausgesprochen, dass an diesem Tag eine Atombombe in der Stadt gezündet werden soll. Jack kennt einige der Männer, die an der Sache beteiligt zu sein scheinen. Deshalb soll er seine Arbeit wieder aufnehmen. Nach kurzem Zögern ist er also wieder mit dabei und beginnt auch gleich mit den Ermittlungen. Dabei muss er mal wieder desöfteren gegen das Gesetz arbeiten und sich selbst gegen seine Kollegen stellen. Jack tut alles um den Anschlag zu verhindern.
Es dreht sich allerdings nicht nur um die Atombombe. Da geht es um nichts Geringeres als den drohenden dritten Weltkrieg. Die Handlung nimmt deshalb leicht epische Ausmaße an. Ich kann nicht sagen, dass die Story besser ist als die der ersten Staffel. Sie ist allerdings zum Glück komplett anders. Das sorgt dafür, dass es sehr interessant bleibt. Die Drehbuchautoren haben ihre Sache da mal wieder allesamt ausgezeichnet gemacht. Wieder gibt es etliche Lügen, Intrigen und trauen kann man hier eigentlich niemandem. Für Überraschungen und Wendungen ist ebenfalls stets gesorgt. Viele Dinge verfehlen ihre überraschende Wirkung nicht. Dabei hat es mich erneut sehr gefreut, dass die Handlung fast niemals kontruiert wirkt. Fast jeder kleine Handlungsstrang ist wichtig. Nur die ganzen Geschehnisse, die Jacks Tochter Kim dieses Mal durchmachen muss, wirken da manchmal etwas unnötig. Teilweise geht es auch hier enorm spannend zur Sache, aber gerade gegen Ende wirkt es doch ein bisschen so, als wäre den Autoren nichts mehr eingefallen. Das ist aber auch die einzige Kritik, die man der Story machen kann, denn ansonsten ist das wieder alles sehr stark geschrieben und das Interesse ist von Anfang bis Ende hoch.

Die Darsteller kann man erneut einfach nur wieder loben. An erster Stelle muss man natürlich Kiefer Sutherland nennen. Auch die zweite Staffel lebt von seiner starken Präsenz. In der ersten Staffel musste er etwas gefühlvoller spielen, hier darf er oftmals den harten Hund darstellen, den einfach nichts aufhalten kann. Nicht mal der Tod kann Jack Bauer etwas anhaben. Das klingt vielleicht ziemlich übetrieben, ist es manchmal sogar auch, aber irgendwie macht das auch viel Spaß. Sowieso hat man mit Jack Bauer eine starke Figur erschaffen. Sutherland spielt alle Seiten seiner Figur sehr glaubwürdig und überzeugt gerade dann am meisten, wenn er eiskalt agiert. Eine tolle Leistung! Elisha Cuthbert spielt ebenfalls wieder eine recht große Rolle und spielt eigentlich sogar noch besser als in der ersten Staffel. Sie war erneut sehr sympathisch und hat mir gut gefallen. Deshalb ist es schade, dass der Handlungsstrang um sie gerade zum Ende hin etwas unnötig wird. Dennis Haysbert ist nun nicht mehr Senator sondern stellt den Präsidenten dar. Seine Leistung hat mir bestens gefallen und seine Figur spielt er äußerst charismatisch. Sarah Clarke ist nun nur noch als Nebenrolle mit dabei, hat jedoch auch wieder ihre starken Momente. Carlos Bernard spielt hingegen nun eine Hauptrolle und kann deshalb mehr punkten als in der ersten Staffel. Genauso ergeht es Xander Berkeley, der mir sehr gut gefallen hat. Penny Johnson Jerald darf wieder ihre hassenswerte Figur aus der ersten Staffel spielen und schafft es erneut, dass man sie nicht sympathisch findet. Sarah Wynter ist neu mit dabei und kann durchaus überzeugen. Auch Reiko Aylesworth fügt sich schnell in das "24"-Universum ein. Daneben gibt es wieder sehr viele Gastrollen, die ebenfalls alle bestens besetzt sind. Es gibt ein Wiedersehen mit Jude Ciccolella und auch wenn man Glenn Morshower nur selten sieht, hat er mir auch gut gefallen. Mit bekannten Gesichtern wird dabei nicht gegeizt. Alan Dale kenne ich genauso wie Dean Norris aus anderen Serien und es ist schön, dass sie mit dabei sind. Auch sehr gut fand ich es, dass Tobin Bell eine kleine Rolle übernommen hat und Harris Yulin sehe ich ebenfalls immer gerne. Natürlich gibt es noch deutlich mehr Rollen, aber alle will ich nun nicht nennen. Auf jeden Fall spielt jeder sehr gut und niemand enttäuscht.
Die Figurenzeichnung bleibt auf einem guten Niveau. Erneut muss man sagen, dass es nicht so einfach ist die Figuren ordentlich zu charakterisieren. Normale Serien spielen in einer Staffel über einen längeren Zeitraum, hier stellt eine Staffel nur einen Tag dar. Große Wandlungen können die Charaktere so kaum machen, aber belanglos ist deshalb trotzdem niemand. Die wichtigen Figuren bekommen genügend Profil und wichtig ist für die Handlung sowieso jeder. Ich war auf jeden Fall zufrieden und sehe hier keinen Grund sich zu beklagen.

Die Inszenierung ist erneut sehr gut ausgefallen. Die Regisseure wechseln desöfteren, aber es gibt schon eine Stammgruppe von Regisseuren, die mehrere Folgen inszenieren. Von der Umsetzung her unterscheiden sich die Episoden jedenfalls nicht und das ist gut so. Natürlich wurde die Idee der Serie beibehalten. So spielt sich alles wieder innerhalb von 24 Stunden ab und das Echtzeit-Format kann erneut begeistern. Die Split-Screens kommen wieder oft zum Einsatz. Gerade weil so viele Handlungsstränge nebeneinander ablaufen, hat mir das gut gefallen. Gedreht wurde erneut viel per Handkamera. Das macht die Action authentisch und gibt einem das Gefühl, sehr nah an der Sache dran zu sein. Dass es da einige verwackelte Szenen gibt, stört deshalb überhaupt nicht. Auf jeden Fall wissen die Macher bestens, wie sie die Spannungsschraube gekonnt anziehen und handwerklich kann man eine Thriller-Serie eigentlich kaum besser umsetzen.
Die Atmosphäre ist mal wieder richtig schön düster. Ich würde sogar behaupten, dass es hier noch düsterer zur Sache geht als in der ersten Staffel. Dafür sorgt alleine die große Bedrohung der Atombombe. "24" bleibt desweiteren knallhart und kompromisslos. Es gibt viele böse Szenen und die ernste Gangart, hat mir bestens gefallen. Humor gibt es dabei fast keinen obwohl manch ein zynischer Spruch sogar recht lustig ist. Was es jedoch wieder gibt, ist Drama. Einige Szenen sind schon ziemlich dramatisch und können emotional berühren. Gerade der Handlungsstrang um George Mason hat es mir da angetan. Außerdem spielt die Politik erneut eine ziemlich große Rolle. Dadurch, dass man den Präsidenten stetig bei der Arbeit verfolgt, gibt es einige politische Szenen. Das hat mir auch hier wieder sehr gut gefallen. Die Mischung ist ordentlich und natürlich bekommt der Thriller die größte Aufmerksamkeit.

Der Unterhaltungswert ist zudem erneut perfekt. Einen Vorteil hat die zweite Staffel definitiv. Die Hauptfiguren wurden bereits eingeführt und deshalb kann es noch schneller zur Sache gehen. Zwar hatte auch die erste Staffel ein enorm hohes Tempo und keinerlei Startschwierigkeiten, doch hier kommt man noch schneller zur Sache. Das ist wirklich beachtlich und ich fand das richtig gut. Spannung ist von der ersten Minute an vorhanden. Allerdings kann sie nicht auf einem Level gehalten werden, denn zwischendurch sinkt sie leider mal ein wenig. Überraschenderweise wird es gerade nachdem die Atombombe gefunden wurde noch viel spannender. Gegen Ende zieht man die Spannungsschraube so gekonnt an, dass es fast unerträglich wird. Deshalb ist die Serie sehr oft wahnsinnig packend. Action fehlt dabei natürlich auch nicht obwohl das hier erneut nicht im Vordergrund steht. Es gibt immer wieder kleinere Actioneinlagen und diese sind sehr gut gemacht. Eigentlich finde ich es ganz gut, dass hier nicht ständig geballert wird. Andere Situationen sind da nämlich noch deutlich spannender. Die Laufzeit vergeht wirklich enorm schnell. Erneut lässt man den Zuschauer oft mehr wissen als die Protagonisten in der Serie und am Ende einer Episode gibt es oftmals eine Wendung. Deshalb ist das Suchtpotenzial auch wieder so hoch. Langweilig wird es überhaupt nicht und Längen gibt es keine. Dabei kann man in der Handlung sicherlich kleinere Fehler entdecken, wenn man ganz detailverliebt ist. Auch gibt es ein paar Zufälle zu viel, aber das hat mich alles nicht besonders gestört. Oft sind diese Zufälle einfach nötig um die Spannung voran zu treiben und da dies so gut gelungen ist, kann ich mich nicht beschweren. Das Ende ist dann zwar nicht so böse wie das von der ersten Staffel, aber dennoch sehr offen und dieser Cliffhanger ist einfach fies.
Gewalt spielt in der zweiten Staffel nun noch eine wesentlich größere Rolle als zuvor. Da sind schon viele Episoden erst ab 16 Jahren freigegeben und dies sicherlich zurecht. Die Gewalt wird zwar nicht sehr oft explizit, aber es sterben viele Menschen und Blut ist genügend zu sehen. Außerdem spielt nun die Folter eine große Rolle. In der ersten Staffel drohte man nur damit, hier wird sie auch in die Tat umgesetzt. Einige Szenen sind da moralisch schon höchst fragwürdig. Mir hat das aber sehr gut gefallen, denn es macht die Serie böser. Außerdem war man bei der Folter schon recht kreativ und vieles ist da echt nicht harmlos. Die Effekte sind allesamt sehr gut gelungen.
Der Score hat mir ebenfalls wieder sehr gut gefallen, denn er ertönt sehr abwechslungsreich und ist immer sehr treibend.

Fazit: "24" bleibt in der zweiten Runde eine sehr starke Serie. Die Handlung ist komplett anders und das finde ich gut. Außerdem haben die Drehbuchautoren ihre Sache hier wieder sehr gut gemacht. Es gibt viele Wendungen, Überraschungen und das wirkt fast nie konstruiert. Die Darsteller spielen sehr stark und gerade Kiefer Sutherland macht seine Sache bestens. Dazu ist die Figurenzeichnung auch gelungen. Zwar erhalten die Charaktere keine so große Tiefe, aber sie sind niemals belanglos und haben genügend Profil. Die Inszenierung ist bestens, passt immer und das Tempo ist enorm hoch. Die Atmosphäre ist sehr ernst und böse. Dazu gesellt sich eine ordentliche Portion Drama und etwas Politik. Auf ein wenig schwarzen Humor muss man jedoch auch nicht verzichten. Daraus ergibt sich ein sehr hoher Unterhaltungswert, der perfekt ist. Das Spannungslevel ist fast durchgehend hoch und wird zum Ende hin noch extrem gesteigert. Zusätzlich ist die zweite Staffel ziemlich brutal, was gerade wegen der Folter der Fall ist. Fünf Prozent weniger gebe ich eigentlich nur, weil mich der Handlungsstrang um Kim Bauer nicht immer so sehr interessiert hat. Ansonsten ist die zweite Staffel ähnlich perfekt wie die erste. Auf jeden Fall enorm kurzweilige, spannende und rasante Unterhaltung mit der die Zeit wirklich wie im Flug vergeht!

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 Teil der Serie '24' 
 24 (TV-Serie, 2001)  
 24: Redemption (2008)  
 24: Live Another Day (TV-Serie, 2014)  
 
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