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Kritik von Benjamin Falk zu '24'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 23.05.2012
100%
Kritik zu Season 1
Eine Staffel (engl. Season) einer TV-Serie besteht meist aus 10-24 einzelnen Episoden, die dann oft durch eine längere Drehpause getrennt sind.
Die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. (Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis)
Unter dem Begriff Cliffhanger versteht man den offenen Ausgang einer Geschichte. Das Wort beschreibt auch jenen Höhepunkt, der am Ende einer Geschichte den Zuschauer dazu bewegen soll, auch deren Fortsetzung zu verfolgen.
"24" war eine recht lange Zeit sehr erfolgreich und bot ein ziemlich innovatives Konzept. Die Sendung wird nicht mehr produziert, brachte es aber auf stolze acht Staffeln und ein Kinofilm soll auch irgendwann noch mal folgen. Richtig gepackt hatte mich die Serie damals im TV eigentlich erst mit der zweiten Staffel. In die erste schaute ich mal hinein, fand es dann aber irgendwie nicht so gut. Zum Glück, denn so bietet mir diese grandiose Auftaktstaffel noch viele Überraschungen. Ich bin ganz und gar nicht der Meinung wie früher, dass die erste Staffel nicht so gut sei, denn sie ist eigentlich in allen Belangen perfekt. Kritikpunkte zu finden, ist da wirklich sehr schwer und auch wenn ich minimale Kleinigkeiten bemängeln könnte, so ändert das nichts an der Tatsache, dass "24" ein perverses Suchtpotenzial hat. Man kann mit dieser Serie nicht aufhören, muss immer weiter gucken und das zeugt davon, dass sie verdammt stark ist.

Im Zentrum des Geschehens steht Jack Bauer. Er ist ein Agent bei der CTU, der Anti-Terror-Einheit. Jack ist ein ausgezeichneter Agent, der über viel Erfahrung verfügt. Allerdings geht er seinen Weg immer sehr konsequent und ist deshalb nicht bei allen Mitarbeitern beliebt. Der Tag startet um 24 Uhr und schnell muss Jack zur Arbeit. Gegen den Senator David Palmer gibt es nämlich ernsthafte Morddrohungen. Palmer könnte es schaffen, der erste afroamerikanische Präsident der Geschichte zu werden und schon alleine deshalb nimmt man die Drohungen sehr ernst. Jack macht sich also an die Arbeit, doch auch daheim gibt es Probleme. Seine Tochter Kim ist nämlich ausgerissen und nun machen sich Jack und seine Frau natürlich Sorgen. Wie es der Zufall so will, wird Kim entführt und auch Jacks Frau Teri kann nicht mehr lange in Sicherheit leben. Irgendjemand hat persönliche Motive gegen Jack und die Sache betrifft auch die Morddrohung gegen Senator Palmer. Ein wildes Katz- und Mausspiel über den ganzen Tag verteilt beginnt und es gibt noch reichlich Überraschungen.
Mit diesen wird hier absolut nicht gegeizt. Das gesamte Drehbuch ist fulminant und perfekt. Immer wieder gibt es Wendungen und diese kommen niemals vorhersehbar. Da ich von der ersten Staffel so gut wie nichts wusste, war ich wirklich desöfteren überrascht. Das schöne ist dabei aber auch, dass es niemals konstruiert wirkt. Jede Wendung besitzt Logik und lässt sich nachvollziehen. Die Drehbuchautoren haben hier wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Doch nicht nur von den Wendungen lebt die Handlung. Allgemein ist die ganze Story ziemlich stark. Da geht es zwar um simple Motive wie Rache und ein Attentat auf einen anstrebenden Präsidenten, aber klischeehaft hat man das niemals umgesetzt. Am Anfang weiß der Zuschauer absolut gar nicht worum es sich dreht und nach für nach bekommt man immer mehr Informationen. Dabei kann man sich auch niemals sicher sein, man hätte das Geschehen nun durchschaut, denn bis zum Ende gibt es Neuigkeiten. Das kann man besser eigentlich nicht machen. Deshalb kann ich die gesamte Handlung nur nochmals loben und ich war hier absolut begeistert.

Die Darsteller sind allesamt einfach nur stark. Im Vordergrund steht dabei natürlich Kiefer Sutherland als Jack Bauer. Das kann man wohl die Rolle seines Lebens nennen, denn Sutherland spielt das so genial, dass es eine wahre Freude ist, ihm zuzuschauen. Jack Bauer ist brachial, geht seinen Weg und niemand kann ihn stoppen. Wie ein Superheld wirkt er deshalb jedoch nicht, denn auch er ist sehr verletzlich und angreifbar. Sutherland bringt beide Seiten seiner Figur bestens herüber. Man nimmt ihm den sorgenden Familienvater sowie auch das eiskalte Monster vollkommen ab. Von dieser Leistung lebt "24" zwar nicht ausschließlich, aber doch schon einen recht großen Teil. Die vielen anderen Darsteller machen ihre Sache aber ebenso toll. Elisha Cuthbert spielt die toughe Tochter sehr charmant und äußerst sympathisch und Leslie Hope gibt als Teri Bauer ebenfalls eine sehr beeindruckende Leistung von sich. Dennis Haysbert war mir als Senator Palmer sofort sympathisch, er darf auch recht facettenreich spielen und macht seine Sache ordentlich. Eine fast schon ekelhafte Rolle spielt dabei Penny Johnson Jerald, aber gerade da man ihre Figur hasst, heißt das, dass sie sehr gut gespielt hat. Sarah Clarke fand ich sehr überzeugend und Carlos Bernard spielt hier zwar noch keine so große Rolle, hat mir aber auch sehr gut gefallen. Dasselbe kann man zu Xander Berkeley schreiben, denn auch er ist nicht so oft zu sehen, schafft es aber irgendwie einen starken Eindruck zu hinterlassen. Alle Nebenrollen zu nennen, würde hier definitiv den Rahmen sprengen, aber ein paar Namen will ich trotzdem noch nennen. Da wären z.B. Jude Ciccolella und Glenn Morshower, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Oder auch Darsteller wie Paul Schulze und Lou Diamond Phillips. Doch auch die Front der Bösewichte kann sich sehen lassen. Sehr schön ist es Dennis Hopper in einer ungemein bösen Rolle zu sehen. Mieser kann ein Bösewicht ja wohl kaum sein. Ansonsten haben mir noch Misha Collins, den ich aus "Supernatural" kenne und Michael Massee als Ira Gaines sehr gut gefallen. Doch auch die zahlreichen anderen Darsteller enttäuschen keineswegs. Jeder spielt seine Rolle sehr passend.
Mit der Figurenzeichnung sieht es etwas schwierig aus, denn immerhin spielt sich die gesamte Staffel nur an einem Tag ab. Da ist es nicht so leicht, den Charakteren ordentlich Profil zu verleihen. Das Problem hat man aber bestens gelöst. Immer wieder erfährt man etwas über die Charaktere und belanglos wirkt hier absolut niemand. Selbst wenn jemand nicht so viel Profil bekommt, ist diese Figur keineswegs blass. Die Charaktere können natürlich nicht alle so wahnsinnig viel Tiefe bekommen, das verhindert einfach die Machart, aber mich hat das überhaupt nicht gestört. Die Guten waren sympathisch, die Bösen teilweise sogar auch, aber eben teilweise auch richtig mies. Außerdem sind sowieso alle Charaktere irgendwie wichtig für das Treiben und somit gibt es an der Figurenzeichnung nichts auszusetzen.

Die Inszenierung ist nun natürlich das Besondere an "24". Die Serie läuft nämlich in Echtzeit ab. Am Anfang der Episode bekommt man einen flotten Zusammenschnitt der bisherigen Ereignisse, dann spricht Jack Bauer zum Zuschauer, in welchem Zeitraum die Folge spielt und dann erst geht es los. In der Serie ist diese Zeit dann aber auch schon vergangen. Split-Screens sind ein häufiges Stilmittel und so sieht man manchmal mehere Ereignisse gleichzeitig. Das ist von daher ein gutes Stilmittel, weil hier ja wirklich enorm viele Nebenstränge parallel ablaufen. Zwischendurch wird immer mal wieder die Uhr angezeigt und diese macht dann kleine Sprünge von drei bis fünf Minuten. Dadurch ist die Serie aber nicht unauthentisch. Zwar sind diese kleinen Sprünge natürlich auch für Werbeunterbrechungen gut, aber in der Serie vergeht die Zeit ja auch. So kann man manch eine längere Autofahrt überspringen und von daher ist auch diese Entscheidung absolut gelungen. Wer nun denkt, dass durch die Echtzeit keinerlei Tempo im Geschehen ist, der irrt sich gewaltig. Was die Figuren hier in 24 Stunden alles durchmachen müssen, ist der Wahnsinn. Das Tempo ist dabei immer sehr hoch und die Szenen dauern meist nicht sehr lange. Die Kamera ist oft sehr aktiv mit dabei. An eine etwas hektischere Machart mit etwas wackeliger Handkamera, muss man sich schon gewöhnen. Ich empfand das aber überhaupt nicht als lästig, sondern mir hat es sehr gut gefallen. Handwerklich ist "24" bestens umgesetzt. Dabei musste man sicherlich auf viele Dinge achten. Da sich das Geschehen an nur einem Tag abspielt, muss das Tageslicht immer entsprechend ausfallen und die Darsteller dürfen sich optisch nicht verändern. Das war teilweise bestimmt recht aufwendig, man hat es aber bestens hinbekommen.
Die Atmosphäre kann zudem ebenfalls vollkommen überzeugen. "24" ist eine sehr ernste und düstere Serie. Humor findet man hier fast überhaupt nicht und das ist auch gut so. Von Anfang an ist die Gangart ziemlich roh und knallhart. So wird aus der eigentlich doch recht konventionellen Serie schnell etwas Besonderes. Man sehe sich nur alleine das böse nur halbe Happy-End an. Mit sowas rechnet man nicht unbedingt nachdem die Figuren so lange durch die Hölle gehen mussten. Der Thriller-Faktor ist enorm hoch und hier macht man wirklich keine Gefangenen. Es wird oft sehr spannend, packend und wahnsinnig intensiv. Dabei fehlt dem Ganzen aber auch eine kleine Prise Drama nicht. Das ist nicht besonders viel, aber dennoch wichtig für das Geschehen. Emotionen entstanden bei mir jedenfalls einige. Zum Schluss bekommt das Treiben durch den Senator auch noch ein paar politische Aspekte. Das hat mir gut gefallen. Auch hier gibt es natürlich viele Intrigen und Lügen. Die Mischung ist ordentlich geraten, aber der Hauptanteil liegt beim Thriller und so ist es auch richtig.

Der Unterhaltungswert ist perfekt und besser geht es wirklich nicht. Die erste Folge besitzt noch kein so wahnsinnig hohes Tempo, doch schnell sind die Figuren eingeführt und dann geht es rasend schnell weiter. Gerade durch die vielen parallelen Handlungsstränge entsteht ein sehr hohes Tempo und dieses wird auch niemals ausgebremst. Sehr schön ist auch, dass sich die Situation immer wieder ändert und es niemals routiniert wird. Am Ende der Episoden gibt es meistens eine neue Wendung und so muss man eigentlich stets weiter gucken. Im TV, wo man eine Woche bis zur nächsten Folge warten muss, könnte man das schon Folter nennen. Das Suchtpotenzial ist wirklich enorm hoch und wird von Folge zu Folge noch gesteigert. Dabei ist das Geschehen sehr spannend. Die Spannung entsteht dabei nicht unbedingt aus den Actionszenen. Diese kommen zwar gewiss vor, sind aber meistens recht kurz und spielen im Endeffekt keine so große Rolle. Stark gemacht wurden sie dennoch. Eher entsteht die Spannung aus den verschiedenen Situationen. Natürlich steigert es die Spannung dann auch noch, wenn der Zuschauer etwas weiß, was die Figuren in der Serie noch nicht wissen. Langeweile gibt es absolut nicht. Keine einzige Länge ist zu finden. Die 24 Episoden mit ihrer Laufzeit von meist 42 Minuten vergehen rasend schnell und schon will man mit der nächsten Staffel weiter machen. Dafür sorgt natürlich auch der fiese Cliffhanger.
Die ganzen Wendungen sorgen immer wieder für Überraschungen. Erfreulich ist, dass es dabei fast immer sehr logisch zur Sache geht und Logiklücken kaum zu finden sind. Alles finde ich zwar nicht unbedingt nachvollziehbar und manch eine Wendung ist vielleicht auch etwas übertrieben, aber da es so gut geschrieben ist, stört es nicht. Außerdem befinden wir uns ja in einer Serie und da darf es gerne mal etwas unrealistischer zur Sache gehen. Ich will aber nochmals betonen, dass man überwiegend viel Wert auf Realismus legt.
So richtig brutal kann man "24" dabei eigentlich nicht nennen, aber trotzdem ist die Serie keineswegs harmlos. Es wird immer mal wieder Blut vergossen und ein paar Szenen sind schon ziemlich derb. Nicht viele Episoden wurden ab 16 Jahren freigegeben; die meisten ab 12 und das ist teilweise doch noch recht großzügig. Man zeigt auf jeden Fall Gewalt und das manchmal auch schon recht kompromisslos. Knallhart ist die Serie sowieso. Die Effekte sind allesamt sehr gut geworden und auch die vielen Stunts etc. können sich alle sehen lassen.
Der Score begleitet das Geschehen sehr variabel, abwechslungsreich und immer passend. Das hat mir sehr gut gefallen und es gibt auch desöfteren mal etwas Rock zu hören.

Fazit: Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, dass mir die erste Staffel so gut gefällt, aber "24" ist in der ersten Runde wirklich fulminant. Die Handlung ist wendungsreich, clever geschrieben, bietet viele Überraschungen und braucht nicht lange um in Fahrt zu kommen. Sowieso ist das Tempo sehr früh sehr hoch und bleibt dann bis zum Ende so. Die Darsteller spielen allesamt sehr stark und gerade Kiefer Sutherland ist hier in Höchstform zu sehen. Die Figurenzeichnung ist da sicherlich nicht bei allen tiefgründig, aber insgesamt kann man hier sehr zufrieden sein. Alle Charaktere haben Profil, niemand ist belanglos. Die Inszenierung ist sehr stark. Das Konzept war neu und darf sich deshalb innovativ nennen. Außerdem hat man die Idee auch einfach sehr gut umgesetzt. Handwerklich kann sich das wirklich sehen lassen. Die Atmosphäre ist schön düster und ernst, Humor gibt es kaum, dafür aber etwas Drama und auch die Politik spielt keine so kleine Rolle. Daraus ergibt sich ein enorm hoher Unterhaltungswert mit starkem Suchtpotenzial. Etwas Gewalt, ordentliche Effekte und der gelungene Score runden das Gesamtpaket bestens ab. Man kann zwar sicherlich ein paar sehr kleine Mängel finden, aber bei einer Serie, die so wahnsinnig gut unterhält, kann ich nichts anderes machen. Ich vergebe die Höchstwertung!

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 Teil der Serie '24' 
 24 (TV-Serie, 2001)  
 24: Redemption (2008)  
 24: Live Another Day (TV-Serie, 2014)  
 
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