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Kritik von Benjamin Falk zu 'Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 05.10.2017
80%
Kritik zur 10. Staffel
Eine Staffel (engl. Season) einer TV-Serie besteht meist aus 10-24 einzelnen Episoden, die dann oft durch eine längere Drehpause getrennt sind.
Unter dem Begriff Cliffhanger versteht man den offenen Ausgang einer Geschichte. Das Wort beschreibt auch jenen Höhepunkt, der am Ende einer Geschichte den Zuschauer dazu bewegen soll, auch deren Fortsetzung zu verfolgen.
Als letztes Lebenszeichen von Mulder und Scully war der zweite "Akte X" Kinofilm eher ungeeignet. Damals war dann noch die Rede davon, dass es vielleicht einen dritten Film geben würde, doch da es in den letzten Jahren in Mode gekommen ist, alte Serien fortzusetzen, stand scheinbar auch "Akte X" in Serienform nichts mehr im Wege. Man durfte gespannt sein, wie diese Fortsetzung aussehen würde, denn die Qualität schwankte in den Staffeln 7 bis 9 doch etwas. Dennoch bleibt die Serie eine der besten Mysteryserien überhaupt und ich habe mich natürlich riesig gefreut, dass es weitergehen durfte. Enttäuscht wurde ich dann auch keineswegs.

Dabei beginnt Staffel 10 nicht unbedingt leicht zugänglich. "Der Kampf" dient mit einem schönen Rückblick und fasst die Ereignisse der Serie gut zusammen. Danach muss sich erst mal eine neue Art Rahmenhandlung aufbauen, die natürlich viele Elemente der ersten Staffeln besitzt, denn längst nicht jeder Strang wurde beendet. Mulder und Scully schaffen es letztendlich tatsächlich wieder beide beim FBI zu arbeiten und sind wieder für die X-Akten zuständig. Das empfand ich zwar als sehr konstruiert und nicht unbedingt glaubwürdig, doch es soll mich nicht weiter stören, denn es tut verdammt gut, die Beiden endlich wieder gemeinsam ermitteln zu sehen. Nach dem relativ ruhigen Start, den man auch als etwas langatmig bezeichnen könnte, geht es mit "Gründer-Mutation" interessant weiter. Man kombiniert hier etwas Rahmenhandlung mit einer einzelnen Geschichte, aber Spannung will noch nicht so richtig aufkommen und sobald die Faszination, dass man tatsächlich wieder "Akte X" schaut erst mal abflacht, bemerkt man, dass die Serie nicht sonderlich packend ist. Doch man hat diese beiden Folgen mehr oder weniger nur als Einleitung benutzt und von da an darf es besser werden, was mir sehr gefallen hat.

Mit "Mulder und Scully gegen das Wer-Monster" beweist man dann gleich mal, dass Chris Carter nicht seine Kreativität verloren hat. Die Handlung ist wirklich lustig und man gibt sich hier bewusst ziemlich albern. Der Erzählstil ist anders, es gibt einige absurde Lacher und sicher wird das nicht jedem zusagen, doch bei mir sprang der Funke über. Es war schon ziemlich lange her, dass ich bei "Akte X" das letzte Mal so richtig lachen konnte. Man bemerkt, dass mit Chris Carter und James Wong zwei Köpfe mit dabei sind, die viel zum Original beigetragen haben und trotzdem geht "Akte X" gekonnt eigenständige Wege. So auch in "Heimat", in welcher das Drama dann wieder stärker in den Vordergrund rücken darf, doch auch mit Horror gibt man sich hier nicht zu knapp. Es ist sehr schön, dass man nicht versucht hat, das auf ein jüngeres Publikum zuzuschneiden und so darf auch gerne mal etwas mehr Blut vergossen werden. Rein optisch ist das ebenfalls alles ordentlich gestaltet und es ist anfangs etwas verwirrend, "Akte X" in dieser Optik zu sehen, doch man gewöhnt sich daran.

Was Experimentierfreude betrifft, so schießt "Babylon" den Vogel wirklich ab. Man bemerkt, dass die Serie in unserer heutigen Zeit angekommen ist, denn plötzlich werden Terroranschläge thematisiert. Der Mystery-Aspekt gerät völlig in den Hintergrund und obwohl dieses Thema total ernst ist, nimmt man trotzdem noch Drogen mit ins Spiel und haut da ein paar reichlich merkwürdige Szenen hinein. Toll, dass man Bruce Harwood, Tom Braidwood und Dean Haglund noch mal kurz untergebracht hat, aber sowieso kann man über die Besetzung nur sehr froh sein. Mitch Pileggi ist nämlich mit dabei, William B. Davis und Annabeth Gish ebenfalls und so gibt es genügend Gesichter, die man bereits kennt. Und natürlich sind da Gillian Anderson und David Duchovny, die endlich wieder zusammenarbeiten dürfen. Zwar muss sich die Chemie erst langsam wieder einpendeln, doch hinterher fühlt sich das alles wieder richtig an. Neue Darsteller wie Joel McHale, Lauren Ambrose und Robbie Amell haben mir gut gefallen und es sind nicht zu viele neue Figuren. Die vorhandenen besitzen Potenzial und es wird sich zeigen, wie man damit umgeht. Zum Schluss folgt mit "Der Kampf II" noch mal nur Rahmenhandlung. Hier wird es richtig apokalyptisch und die Folge ist erstaunlich düster und ernst. Die Spannung erreicht gerade ihren Höhepunkt, da ist die Staffel auch schon vorbei, denn es handelt sich nur um eine Mini-Serie. Nach diesem gemeinen Cliffhanger bin ich aber echt froh, dass eine elfte Staffel kommen wird. Übrigens empfand ich es noch als interessant, dass man sich dafür entschied, den alten Vorspann komplett unbearbeitet zu übernehmen. So gibt es auch keine neue Melodie zu hören und für den Nostalgie-Bonus ist das natürlich nicht unerheblich.

Fazit: "Akte X" ist tatsächlich zurück; Mulder und Scully dürfen wieder gemeinsam ermitteln und die Verschwörung steigt schnell wieder an. Auf jeden Fall braucht die zehnte Staffel ein wenig Zeit, bis das alles ordentlich funktioniert und gerade weil sie nur so kurz ist, ist das etwas schade. Trotzdem ist es von Anfang an interessant und es macht Spaß die bekannten Figuren wiederzusehen. Nach zwei Episoden läuft das teilweise wieder zur Höchstform auf. Da darf es mal ziemlich amüsant zur Sache gehen, dann behandelt man gesellschaftliche Themen und zum Schluss gesellt sich die Endzeit zu uns. Stimmungstechnisch ist also alles vorhanden, Drama, Komödie, Thriller, Horror, Science-Fiction und Mystery. Dazu gibt es ordentliche Darsteller zu sehen und so nervig es auch ist, dass Duchovny wieder eine andere deutsche Synchronisation bekommen hat, man gewöhnt sich daran und kann dann auch damit leben. Auf jeden Fall hat man hier einiges richtig gemacht und die sechs Episoden vergehen sehr schnell. Das ist nicht frei von Schwächen, befindet sich aber auf einem guten Weg, dass "Akte X" noch mal so stark werden könnte, wie es das einst war!

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