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Kritik von Michael Scharsig zu 'Cowboys & Aliens'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 04.09.2011
85%
Wenn in einem Film Cowboys gegen Aliens antreten darf nicht all zu viel Realismus und Logik erwartet werden - oder doch? Denn im Prinzip unterscheidet sich der Plot nicht von anderen Sc-Fi Streifen. Außerirdische beuten Menschen aus oder planen eine Invasion. Ihre Technologie ist der menschlichen weit überlegen und dennoch schaffen es die Bewohner des Planeten Erde früher oder später Schwachstellen ausfindig zu machen und sich zur Wehr zu setzen. So oder so ähnlich trägt es sich von "Independence Day" über "Krieg der Welten" bishin zu "Skyline" oder "World Invasion Battle Los Angeles". Jon Favreaus neuer Film ist also inhaltlich keine Ausnahme. Er bietet nur einen anderen Schauplatz zu einer für Alienfilme ungewöhnlichen Epoche.

Noch dazu reiten mit Harrison Ford und Daniel Craig gleich zwei Hauptdarsteller in den Kampf, bei denen der Zuschauer unweigerlich das Bild von Indiana Jones und James Bond in einem Western im Kopf hat. Clevere Strategie, aber auch gut gewählt. Denn Craig und Ford erfüllen vor allem den Wunsch des Regissieurs, den alten, harten Western wieder Auftrieb zu verschaffen. Wer eine Gag-Parade wie in "Independence Day" oder "Men in Black" erwartet, wird enttäuscht werden. "Cowboys und Aliens" orientiert sich atmosphärisch eher an alte Schinken, wie "Der Schwarze Falke" oder "Spiel mir das Lied vom Tod" - natürlich mit Aliens.

Die Außerirdischen selbst sind ebenfalls keine Streicheltiere wie "E.T." oder harmlose Gestrandete, wie in "Monsters" oder "District 9". Von ihrer Brutalität her erinnern sie eher an die alten Ridley-Scott-Filme mit Sigourney Weaver. Optisch wirken sie wie kleine Kopien des Cloverfield-Monsters. Ein großes Plus des Filmes: Die Aliens sprechen nicht und sind auch nicht an Kommunikation mit Menschen interessiert. Sie sind plünderisch, aggressiv und gewissenlos. Sympathischer Einfall: Den Aliens geht es genau wie den Menschen nur um Gold.

"Cowboys und Aliens" lädt dazu ein, einmal abzuschalten und sich unterhalten zu lassen. Hin und wieder wirken Szenen doch sehr gewollt. Cowboys und Indianer treten gemeinsam auf Pferden gegen Außeriridische an, die neben ihrer ungleich stärkeren Waffen auch körperlich absolut überlegen scheinen. Trotztdem wechselt das Kräfteverhalten mehrmals. Brauchen Craig und Ford im Inneren des Raumschiffes zu zweit gleich fünf bis sechs Schüsse um eines der Wesen zu erledigen, kommt es vor, dass andere Aliens schon nach drei Pfeilen oder einem Speer das Zeitliche segnen.

Die Dialoge des Filmes sind klischee-lastig aber erzielen ihre Wirkung. Es wird nicht groß drumherum geredet, keine tiefsinnigen Gespräche geführt. Dafür werden Western-typische Macho-Sprüche geklopft, Kriegsgeschichten erzählt und Vater-Sohn-Beziehungen eingebaut. Wären die Invasoren nicht da, würde der Film auch als Western nicht zu den schlechtesten gehören. Nebendarsteller wie der fantastische Sam Rockwell ("The Green Mile", "Per Anhalter durch die Galaxis", u.a.) oder auch Western-Beauty Olivia Wilde machen ihre Sache gut und verleihen dem Streifen zusätzlich einen Schub in die richtige Richtung.

Fazit: "Cowboys und Aliens" ist tatsächlich ein guter Western - nur mit Aliens. Craig und Ford gefallen als Duo und sorgen dafür, dass der Film trotz seines ironischen Titels an rauer Ernsthaftigkeit nichts einbüßt. Logiklücken und nicht immer sinnvolle Handlungswandlungen werden gut verpackt durch eine tolle Optik, viel Action und sympathische Darsteller.

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