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Kritik von Christopher Klaus zu 'The Illusionist'

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Partner von Entania
Kritik von Christopher Klaus
veröffentlicht am 27.11.2008
75%
Ja, Independent-Produktionen haben es oft nicht leicht. So auch "The Illusionist", der 2006 recht erfolgreich in den Staaten lief und trotz einer Oscar-Nominierung für die Beste Kamera in Deutschland noch nicht einmal für das Kino ausgewertet wurde. Nach zwei Jahren dürfen sich die einheimischen Cineasten nun aber ab Dezember auf ein Heimkino-Release freuen, welches nicht nur für Fans von Edward Norton interessant sein dürfte. Im Mittelpunkt des Films steht der Magier Eisenheim (Norton), der im Wien Anfang vorigen Jahrhunderts zufällig auf seine Jugendliebe Sophie (Jessica Biel) trifft, die mittlerweile mit dem österreichischen Kronprinzen Leopold (Rufus Sewell) liiert ist. Leopold, dem die Fähigkeiten Eisenheims und dessen Polarisierung der Bevölkerung gleichzeitig suspekt und angsteinflößend sind, will den Magier aus diesem Grund mit Hilfe seines Polizeichefs Inspektor Uhl (Paul Giamatti) der Betrügerei überführen und so aus der Welt schaffen. Doch als er von der beginnenden Liaison Sophies mit dem Magier erfährt, geschieht ein Unglück mit ungeahnten Folgen.

Getragen wird das Drama hauptsächlich von den zwei glänzend aufgelegten Darstellern Edward Norton und Paul Giamatti. Norton, unbestritten einer der talentiertesten Mimen seiner Generation, entwirft durch ein präzises, aber undurchsichtiges und kühles Spiel einen Charakter, der auf den Zuschauer bis zum Ende eine gar mystische Faszination verübt. Eisenheim wirft viele Fragen auf, nicht nur auf die Echtheit seiner magischen Fähigkeiten, sondern auch auf die Grenzen, die er sich persönlich steckt, um mit seiner alten Liebe Sophie wieder glücklich zu werden. Im Gegensatz dazu spielt Giamatti den ambivalenten Inspektor Uhl durch eine enorm kraftvolle und intensive Darstellung völlig glaubwürdig in den Vordergrund und ist dadurch der eigentliche Star des Films. Uhl, seinem Kronprinzen mit allen Ehren stets zu Diensten, kann es kaum erwarten, dem Illusionisten das Handwerk zu legen. Doch nach und nach wächst in ihm eine Sympathie für Eisenheim, die ihn erst an sich selbst, dann an seinen Vorgesetzten zweifeln lässt. Auch handwerklich kann der Film vollends überzeugen. Gedreht in Prag, wirken die Kulissen für das alte Wien nicht aufgesetzt, sondern erzeugen eine wunderschöne Historien-Atmosphäre, die sich nahtlos in die Geschichte einfügt. Hervorzuheben ist hierbei die Kameraarbeit von Dick Pope ("The Way Of The Gun"), der nicht nur während der Zaubershows von Eisenheim eindrucksvolle Bilder fotografiert hat sondern vor allem auch die Außensettings in einer wundervollen Ästhetik präsentiert. Ein starker Film mit einem der besten Endtwists der letzen Jahre, bei dem der Zuschauer selbst ein Teil der Illusion wird. Man fragt sich nur am Ende, warum das Team um Regisseur Neil Burger nicht noch mehr aus der Geschichte herausgeholt hat. Gereicht hätte der Stoff für ein ganzes Epos.

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