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Kritik von Fred Maurer zu 'Das deutsche Kind'

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Kritik von Fred Maurer
veröffentlicht am 15.04.2018
90%
Wichtiger Film um die 'Werte Glaube, Heimat und Familie'

Eine Filmkritik von Fred Maurer

Wir sind skeptisch geworden, wenn die konkurrierenden Fernsehsender uns ihre Filme als hochkarätig und absolut sehenswert anpreisen. Oft genug haben wir uns erst gelangweilt und sodann die Aufnahme gelöscht bzw. die Glotze abgeschaltet.
Diesmal war es deutlich anders.

Zum Inhalt (siehe 'filmportal' / '51. Internationale Hofer Filmtage 2017'):
"Der junge angehende Imam Cem Balta lebt mit seiner Frau Sehra und der gemeinsamen Tochter Hanna in Hannover. Als Muslime, die in Deutschland aufgewachsen sind und ein modernes Verständnis vom Islam haben, sehen sie sich als gut integriert in die deutsche Gesellschaft. Als jedoch Sehras beste Freundin, die alleinerziehende Mutter Natalie Unger, stirbt und die Baltas im Testament als Vormunde ihrer sechsjährigen Tochter Pia verfügt hat, ändert sich das Leben der Baltas schlagartig. Sehra ist sich sicher, dass sie Natalies Willen folgen und die Kleine in ihre Familie aufnehmen sollten. Cem hat Zweifel, schließt sich aber Sehra an, da auch er glaubt, dass Pia bei ihnen am besten aufgehoben sein wird.
Doch die Herausforderungen, mit denen Cem und Sehra konfrontiert werden, als sie Pia bei sich aufnehmen, erweisen sich als weit größer als erwartet. Es brechen auf deutscher und türkischer Seite längst überwunden geglaubte Vorurteile wieder auf. Dabei geht es um Werte wie Glaube, Heimat und Familie. Der Sorgerechtsstreit, der schließlich entbrennt, droht die Familie zu zerreißen..."

Regie führte Umut Dað ("Tatort: Rebecca" von 2016) - nach einem nicht immer ganz logischen, in seiner Handlung manchmal unglaubhaften Drehbuch von Paul Salisbury ("Vorstadtrocker" von 2015).
Die Darsteller überzeugen: der (jedenfalls mir) bislang eher unbekannte Murathan Muslu als Cem Balta, Katrin Saß ("Good Bye, Lenin!" von 2003) als verbitterte Großmutter, Petra Schmidt-Schaller ("Ein fliehendes Pferd" von 2007)...
Entsprechend positiv fiel und fällt das Medienecho aus.

Mein Fazit: Schon dass wir den Alltag einer türkischen Familie ohne die üblichen Klischees erleben, zeichnet diese spannende Sozialstudie aus.
Ganz entfernt erinnern sich die Literatur- und Theaterfreunde unter uns intertextuell an den "Augsburger" (die weniger bekannte Novelle) bzw. den "Kaukasischen Kreidekreis" (das weit bekanntere Drama) jeweils von Bert Brecht, in denen jeweils zwei Mütter um ein Kind streiten und ein gerechter Richter eine weise Entscheidung trifft.
Dieser Abend war auch unterhaltsam, vor allem aber haben wir etwas über Toleranz versus Besitzanspruch, religiös-kulturelle Verständigung statt familiärem Frontenkrieg gelernt.
Von solchen 'Familienfilmen' hätten wir gerne mehr!

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