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Kritik von Robert Tiesler zu '3 Tage in Quibéron'

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Kritik von Robert Tiesler
veröffentlicht am 15.04.2018
80%
Romy Schneider gilt bis heute als einer der größten Filmstars, die Deutschland je hatte. Stichwort: Sissi. Allerdings konnte sie nur schlecht damit umgehen, dass viele Menschen sie oft nur mit dieser einen Rolle identifizierten. Später zog sie nach Frankreich um.
1981 trifft sie sich gemeinsam mit ihrer besten Freundin Hilde im französischen Küstenort Quibéron mit dem stern-Reporter Michael Jürgs und dem Fotografen Robert Lebeck. es war das wohl letzte große Interview - und davon handelt dieser Film.

Romy Schneider (Marie Bäumer) hat viel mit sich und ihren Depressionen zu kämpfen. Deshalb ist ihre Freundin Hilde (Birgit Minichmayr) sehr skeptisch, ob so ein Interview sinnvoll ist. Tatsächlich stellt sich der Reporter Michael Jürgs (Robert Gwisdek) als ziemlich schmierig heraus. Zum Fotografen Robert Lebeck (Charly Hübner) hat Romy dagegen eine engere Bindung, sie kennen sich bereits.

Der Film von Emily Atef - ganz in Schwarz-weiß gehalten, wie die damals entstanden Fotos - erzählt von diesen Tagen, an denen das Interview stattfindet. Es zeigt eine Romy Schneider zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Eine Frau, die viele Zweifel hat und dennoch irgendwie den Schritt wagen will, sich von den Fesseln zu befreien.
Alle vier Hauptdarsteller spielen fantastisch. Allen voran Marie Bäumer als die große Schauspielerin mit all ihren Stimmungsschwankungen. Auch Robert Gwisdek macht seine Sache gut als Typ zwischen Schleimigkeit und Faszination für die Situation, in der er sich befindet.
"3 Tage in Quibéron" erzählt von einem spannenden Einblick von Romy Schneiders Spätphase ihres Lebens, das viel zu früh geendet hatte.

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