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Kritik von Alexander Kiensch zu 'Ju-on: The Final Curse'

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Kritik von Alexander Kiensch
veröffentlicht am 17.09.2017
30%
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
Nachdem im siebten Teil das Ende begonnen hat, nähert es sich nun seinem großen Finale: "Ju-on - The Final Curse", der achte Teil der japanischen Originalreihe und die direkte Fortsetzung des Quasi-Remakes "Beginning of the End", setzt mehr oder weniger direkt am Vorgänger an. Nun ist es die Schwester der verschwundenen Lehrerin, die durch düstere Visionen und neugierige Nachforschungen in den Bann der rachsüchtigen Geister gerät - und mit ihr auch ihr engeres Umfeld.

Auch hier hatte Universal die Finger als Produktionsfirma im Spiel und wieder zeigt sich dies in der inszenatorischen Umsetzung des Geister-Schockers. Vergleicht man diese beiden letzten Filme mit dem Ursprung der Reihe, fällt vor allem das Bemühen aus, alles deutlicher, größer, direkter zu gestalten. Die Geister sind künstlicher geschminkt, die Gruselszenen werden länger ausgebaut und viele Schocks fallen klischeehafter aus. So kann auch der abschließende Beitrag nicht das Niveau des Großteils der Reihe halten.

Dabei sind die einzelnen Elemente in "The Final Curse" gar nicht so schlecht: Die Settings sind düster und bedrohlich geraten, eine ganze Reihe von Schocksequenzen kann durchaus erschrecken und immer wieder gelingen der Kamera finstere Albtraumbilder von großer Intensität. Zarte Gemüter können sich hier durchaus gruseln, zumindest wenn sie die viel krasseren früheren Teile nicht gesehen haben.

Denn was immer wieder die eigentlich starke Gruselatmosphäre ausbremst, sind die unoriginellen Auflösungen der einzelnen Szenen. Am Ende kommen eben doch vorhersehbare Schockmomente, wenn die Geister direkt hinter den Figuren stehen oder sie aus einem dunklen Schrank heraus anstarren. Auch reizt die eine oder andere lächerliche Idee wiederholt eher zum Lachen: wenn etwa das Gesicht des Geisterjungen in einem Teller Suppe (!) auftaucht. Auch bemerkt der erfahrene Genre-Fan schnell, dass sich die Schreckmomente hauptsächlich durch den rabiaten Einsatz von explodierender Schockmusik ergeben und nicht etwa durch originelle Bildeinfälle oder anderweitige Inszenierungsstärken. So bleibt der Großteil der auch noch dramaturgisch billig aneinandergereihten Gruselszenen zu klischeehaft, um echte Horrorfreunde nachhaltig zu schocken.

Auch die Story fällt eher schlicht aus, auch wenn sie durch diverse Nebenfiguren eine gewisse Komplexität aufzubauen versucht. Allerdings kommt auch hier durch den Verzicht auf erzählerische Experimente keine echte Spannung auf. Stattdessen flaut die ganze Geschichte im Mittelteil drastisch ab, bevor es zumindest zum Finale noch einmal die eine oder andere gelungene Horrorszene gibt. So richtig logisch ist das alles dabei aber nicht, besonders zum Ende hin verwirren erneut einige willkürlich zusammengestückelte Handlungselemente den Ablauf der Geschichte. Und dass die finale Erkenntnis eines Films, der ständig davon spricht, alles müsse endlich aufhören, darin besteht, es werde nie ein Ende geben, ist auch reichlich einfallslos.

Wer sich an die extrem intensiven und inszenatorisch originellen ersten Filme der Reihe erinnert, kann über "Ju-on - The Final Curse" trotz einiger gelungener Albtraumbilder nur müde lächeln. Weder der Soundtrack noch die Kameraführung reicht hier an die Vorgänger heran. So ist der abschließende Teil der Reihe ein kaum mehr erwähnenswerter, wenn auch schön düsterer Geister-Gruselstreifen, den man auch getrost verpassen kann.

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