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Kritik von Alexander Kiensch zu 'Ju-on: The Beginning of the End'

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Kritik von Alexander Kiensch
veröffentlicht am 09.09.2017
35%
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
Mit dem inzwischen siebten Teil betritt die japanische "Ju-on"-Reihe Fortsetzungsdimensionen, die nur wenigen Horrorfilmreihen vorbehalten sind. Erstmals ist an der Produktion dieser Originalreihe mit Universal auch eine US-amerikanische Firma beteiligt - und das spürt man leider in Sachen Originalität und Intensität deutlich.

Dabei hält sich "Ju-on - Beginning of the End" anfangs noch klar an die bisherige Linie der Filme: Die Geschichte ist keine direkte Fortsetzung, sondern eher ein lockeres Remake, das vor allem das Motiv der rachsüchtigen Geister beibehält, die jeden verfolgen, der den Ort ihres Todes betritt. Auch ist die Erzählung erneut in eine episodenhafte Struktur aufgeteilt, die jedes Opfer und die jeweiligen Attacken der Geister zeigt. Damit enden die Parallelen zu den so starken Vorgängern allerdings auch schon.

Denn auch wenn die Handlung in Episoden gegliedert wird, verzichten die Filmemacher hier auf das stets so interessante Spiel mit der chronologischen Abfolge der Ereignisse. Hier wird brav von vorne nach hinten durcherzählt, die Episoden zeigen einfach nur ein Opfer nach dem anderen. Diese doch recht plumpe Einer-nach-dem-anderen-Inszenierung wird schnell recht langweilig und lässt besonders im Mittelteil die Story kaum vorankommen, sodass die anfänglich noch intensive Gruselatmosphäre fast vollständig verpufft.

Das liegt vor allem daran, dass die einzelnen Gruselszenen viel zu sehr in die Länge gezogen werden und fürchterlich klischeehaft daher kommen. Anstatt cleverer Licht- und Schattenspiele oder kluger Kameraperspektiven, wie sie die Reihe bisher stets zu bieten hatte, wird hier auf Genre-Klischees zurückgegriffen, wie sie für so viele Hollywood-Grusler typisch sind: knarrende Türen, langsam rückwärts tapsende Figuren und bedrohliche Geister, die plötzlich direkt hinter den Agierenden stehen. Wer sich durch die so wahnsinnig gruseligen bisherigen "Ju-on"-Filme gekämpft hat, kann angesichts dieser Schock-Versuche nur müde gähnen. Zumal auch der Geisterjunge diesmal viel zu brav aussieht, um wirklich zu ängstigen, und zahlreiche Attacken besonders in der zweiten Filmhälfte vollends ins Lächerliche abdriften: Da wird eine Schülerin von den Geistern in ihren Kühlschrank (!) gezerrt, einer anderen reißt der Junge den Unterkiefer heraus (was auch immer diese derbe Splatterszene hier zu suchen hat) und eine dritte hat in der U-Bahn die Vision einer riesigen vermissten Mitschülerin, die auf sie herab schaut. Effektiver Grusel sieht anders aus.

Besonders zum Schluss verlieren sich im Bemühen, eine Schockszene auf die andere folgen zu lassen, auch immer mehr die inhaltlichen Zusammenhänge. Da gibt es absolut nicht nachvollziehbare Sprünge zwischen Handlungsorten und kaum bis gar nicht erklärte Storywendungen. Hier wird in hohem Maße das Potenzial der im Anfangsteil noch düsteren Atmosphäre verschenkt. Das ist wirklich schade, zumal es trotzdem eine Handvoll gelungener Szenen gibt, die den Atem stocken lassen können. Und der finale Kampf mit einer blutigen Leiche kann dann für einige Minuten doch wieder für Herzklopfen sorgen (und bietet in einer Szene eine sehr clevere Variation der genialen Szene, in der die Leiche die Treppe herunter gekrochen kommt).

Insgesamt enttäuscht aber "Ju-on - The Beginning of the End" fast auf ganzer Linie. Nach einem halbwegs gelungenen Start verpufft die Gruselatmosphäre vor lauter Genre-Klischees und unorigineller Einfälle. Auch formal kommt der Film an seine Vorgänger nicht heran - Soundtrack, Setting und Darsteller bleiben bestenfalls durchschnittlich. So kann man als Fan der Reihe den englischen Untertitel durchaus wörtlich nehmen - die "Ju-on"-Idee hat sich weitestgehend ausgeblutet.

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 Ju-on: The Beginning of the End (2014)  
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