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Kritik von Robert Tiesler zu 'La Mélodie - Der Klang von Paris'

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Kritik von Robert Tiesler
veröffentlicht am 07.01.2018
50%
Sie sind vorlaut, unverschämt und auch nicht gerade talentiert. Die Mädchen und Jungen einer Pariser Schulklasse sollen das Geigespielen lernen. Der Violinist Simon Daoud (Kad Merad) wird engagiert, um die Kinder zu unterrichten.
Natürlich hat er es schwer, denn sie sind kaum zu bändigen. Sie können sich schwer konzentrieren, immer wieder beleidigen sie sich gegenseitig und stacheln sich auf. Auch musikalisch kommen sie kaum zurecht.
Dabei gibt es echte Talente in der Gruppe. Arnold (Alfred Renely) zum Beispiel. Simon versucht, ihn und seine Mutter (Tatiana Rojo) besonders zu unterstützen.
Und ein Ziel hat die Klasse auch: Denn es ist ein großes Konzert geplant, mit dem Orchester der Schule vor sehr großem Publikum.

Ein bisschen erinnert "La Mélodie" natürlich an "Die Kinder des Monsieur Mathieu". Denn auch dort ging es um Kinder, die von einem Lehrer musikalisch und menschlich erzogen werden. Während aber das "Vorbild" in vielerlei Hinsicht stark ist, hat "La Mélodie" leider viele Schwachpunkte. So ist die Geschichte zwar nie wirklich langweilig, aber eben auch seltsam simpel. Es fehlt ein wenig an wirklich Rundum-Geschichten - oder zumindest an Geschichten, die auch an ein Ziel gelangen.
An vielen Stellen ist der Film zudem nicht schlüssig. So gibt es am Ende das große Konzert mit einem Orchester, und der Dirigent scheinbar seine Geigenmusiker das erste mal zu sehen - das kann eigentlich nicht funktionieren. Auch gibt es Logikfehler. Schwach ist auch die Synchronisation, die scheinbar Probleme damit hatte, insbesondere die Kinderdialoge zu übersetzen. Die spontan wirkenden Einwürfe, wirken auf Deutsch manchmal ein wenig albern und stellenweise sogar überflüssig.
Auch gelingt es nicht, irgendwie eine musikalische Atmosphäre in den Film zu bekommen - was natürlich angesichts der eigentlich musikalischen Handlung echt mau ist.
Schade, aus diesem Stoff hätte man mehr machen können.

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