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Kritik von Benjamin Falk zu 'Die Stunde des Headhunter'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 11.08.2017
40%
Bei "Die Stunde des Headhunter" handelt es sich um einen recht eigenwilligen Horrorfilm aus den 80ern, der aber eigentlich einen interessanten Eindruck machte. Interessant ist er auch, schlecht ebenfalls nicht wirklich, doch leider gibt es so erhebliche Mängel, dass ich keine bessere Wertung vergeben kann.

Die Story um ein afrikanisches, übernatürliches Wesen, dem Headhunter, welches bevorzugt Landsleute in Miami umbringt, ist dabei relativ brauchbar. Zwar gibt es hier einige Klischees, doch die Handlung geht eigenständige Wege und alleine dies kann überzeugen. Nicht die x-te Kopie eines Dämons, welcher Leute umbringt, sondern eine gut gestaltete Geschichte mit einem vernünftigen Hintergrund gibt es hier zu sehen. Leider macht es das Drehbuch dem Zuschauer trotzdem nicht so leicht, denn das eigentliche Horror-Thema scheint doch immer wieder sehr in den Hintergrund zu rücken. Stattdessen kümmert man sich intensiv um das Cop-Gespann Katherine und Pete. Diese Kollegen und ihre Freundschaft nehmen wirklich sehr viel Platz ein in der Handlung und an sich wäre das ja nicht verkehrt, wenn es nicht so uninteressant wäre. Da eine verpatzte Ehe, dort ein bisschen Love-interest. Alles keine Zutaten, die mich vom Hocker hauen konnten. Hätte man sich doch lieber mehr auf den übernatürlichen Fall konzentriert, der sogar mit einer kleinen menschlichen Message daherkommt, dann hätte mir das Drehbuch wirklich besser gefallen. Leider wird das Ganze aber doch recht zerfahren erzählt, ständig unterbrochen und so fällt es sowohl der Horrorgeschichte, wie auch der, welche die Menschen behandelt, schwer, einen roten Faden aufrecht zu erhalten.

Ein weiteres Problem diesbezüglich stellt für mich die Figurenzeichnung dar, denn obwohl Katherine und Pete nicht unbedingt die obligatorisch kitschigen Personen sind, so entwickelte ich dennoch keinen Draht zu ihnen. Irgendwie ging mir besonders Pete gleich von Anfang an ziemlich auf die Nerven. Der nicht sonderlich gute Ton der deutschen Fassung macht die Dialoge dann nicht unbedingt besser. Außerdem muss ich sagen, dass mir die Darsteller nicht gefielen. Wayne Crawford und Kay Lenz sind zwar beide ganz okay und geben brauchbare Leistungen von sich, aber überzeugen konnten sie mich nicht und der Rest der Besetzung fällt da durchaus noch ab. Nimmt man diese gesamten Punkte nun zusammen, dann ist "Die Stunde des Headhunter" leider ein recht störender Film, mit dem ich überhaupt nicht warm werden konnte und das ist gerade deshalb schade, weil es eben auch positive Aspekte gibt.

Die Inszenierung besitzt nämlich so ihre Vorzüge. Zwar wirkt "Die Stunde des Headhunter" etwas angestaubter, als er eigentlich ist, denn von 1988 ist nun noch nicht so alt, er hätte optisch aber auch ganz gut aus den frühen 90er Jahren stammen können. Es ist also weniger die Optik, die überzeugt, sondern eher was Regisseur Francis Schaeffer uns teilweise für Bilder serviert. Diese können sich nämlich sehen lassen und sind zweckdienlich für die Handlung. Das größte Talent steckt nun sicherlich nicht hinter diesem Streifen, doch trotzdem kann man die handwerkliche Arbeit nicht schlecht reden und sogar die Atmosphäre besitzt so ihre Momente. Manchmal funktioniert die Mischung aus Cop-Thriller und okkultem Mysteryfilm überraschend gut, nur um in anderen Momenten wieder ziemlich stark zu langweilen. Eine echte Achterbahnfahrt, die zumindest konsequent düster und ernst erzählt wurde und keine unfreiwillige Komik entstehen lässt.

Der Unterhaltungswert macht dem Ganzen dann aber sowieso einen Strich durch die Rechnung, weil "Die Stunde des Headhunter" eigentlich so gut wie nie an Fahrt aufnimmt und wenn, dann ist das immer so schnell wieder vorbei, dass man sich als Zuschauer schon leicht ärgert. Die Erzählstruktur funktioniert einfach nicht, da kann das übertriebene Finale auch nicht mehr viel retten. Die knapp 90 Minuten Laufzeit sind nicht die pure Langeweile, weil es durchaus Szenen gibt, die zu gefallen wissen, aber wirklich kurzweilig ist das Geschehen echt nicht. Es fehlt an Spannung, an actionreichen Momenten und allgemein an Highlights. Diese bekommt man auch im Splatterbereich nicht, denn obwohl es ein paar etwas härtere Szenen gibt, bleibt das recht unaufregend.

Fazit: "Die Stunde des Headhunter" ist ein gut gemeinter Beitrag zum okkulten Horrorfilm, der allerdings viel zu viel falsch macht. Die Grundidee der Handlung ist lobenswert und hätte mit einem besseren Drehbuch sicherlich funktioniert. Allerdings setzt man den Fokus zu stark auf uninteressante Dinge und das verhindert, dass der Film jemals an Fahrt gewinnen kann. Deshalb ist der Unterhaltungswert auch eher schlecht. Hinzu kommen Darsteller, die mir nicht so gut gefallen haben, die zusätzlich noch Charaktere spielen, die ich nicht besonders sympathisch fand. Handwerklich besitzt das Ganze durchaus brauchbare Seiten und die Atmosphäre wirkt teilweise auch gekonnt; zusätzlich gibt es noch ein paar solide Effekte und ein recht übertriebenes Finale. "Die Stunde des Headhunter" ist also nicht ärgerlich schlecht, er ist nur wesentlich schlechter gemacht, als es hätte sein müssen. Schade!

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