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Kritik von Benjamin Falk zu 'Highway 37 - Tödlicher Notruf'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 11.08.2017
30%
Ein Slasherfilm ist ein Horrorfilm, in dem ein Mörder mit Messern oder anderen Hieb- oder Stichwaffen sein Unwesen treibt.
Manchmal ist man eben selbst Schuld, wenn man sich gewisse Filme ansieht. "Highway 37", der im Original "Old 37" heißt, ist so ein Fall, denn eigentlich standen alle Vorzeichen schlecht und man konnte nun wirklich nicht mit einem guten Werk rechnen. Allerdings gefielen mir gewisse Namen und immerhin gab es die Hoffnung auf eine blutige Schlachtplatte. Ein durchschnittlicher Film hätte mir ja schon gereicht, doch leider habe ich nicht mal diesen bekommen. Abgesehen von ein paar positiven Aspekten bekommt man hier nichts geboten.

Positive und negative Aspekte sind in "Highway 37" so gut voneinander getrennt, dass man sie auch unabhängig voneinander bewerten kann. Also wofür gibt es keine Punkte? Auf jeden Fall für die Handlung. Es geht um zwei irre Mörder, die einen Notruf nach dem anderen abfangen und dann mit ihrem Krankenwagen zur Unfallstelle kommen. Allerdings helfen sie den Opfern nicht, sondern bringen sie um. Zwischendrin befindet sich eine Teenagerin mit den üblichen Problemen und ein paar dramatischen Hintergründen. Sie und ihre Freunde geraten an die irren Killer. Warum gibt es dafür keine Punkte? Weil es so schrecklich unlogisch ist. Die Grundidee hat mir ja eigentlich relativ gut gefallen, doch man hat daraus nichts gemacht. Das wird so simpel erzählt, wie es geht und um eine Logik hat man sich da keinerlei Gedanken gemacht. Stört den primitiven Slasherzuschauer vielleicht nicht, aber Punkte ist mir das dann trotzdem nicht wert.

Ebenfalls keine Punkte kann man für die meisten Darsteller verleihen, denn diese sind wirklich untalentiert und nerven meistens nur. Da ist es passend, dass die Figurenzeichnung ebenfalls völlig für die Tonne ist. Die Charaktere sind scheußlich, agieren dämlich, geben blöde Dialoge von sich und man gönnt ihnen den Tod so richtig. Überraschenderweise ist die deutsche Synchronisation gar nicht mal so schlecht geworden; alles andere wäre jedoch auch der Overkill gewesen.
Desweiteren kann man der Atmosphäre keine Punkte geben. "Highway 37" versucht zwar sichtlich einen 80er Jahre Slasher nachzumachen, doch er scheitert damit ziemlich stark. Da kommt einfach keine Stimmung auf, selbst wenn es da einen maskierten Killer zu sehen gibt. Weder Bedrohung noch Spaß wollen entstehen und wenn nichts von Beidem aufkommt, dann kann man sich die Sichtung eigentlich auch gleich schenken.

Oder doch nicht? Für irgendwas muss es ja noch Punkte geben. Da hätten wir die bekannten Namen Bill Moseley und Kane Hodder, die mich am ehesten dazu bewegt haben, mir den Streifen anzusehen. Leider gibt sich Moseley nicht gerade Mühe und Hodder ist sowieso nur unter seiner Maske zu sehen, aber für die Beiden vergebe ich trotzdem einen halben Punkt, denn als Horrorfan mag man diese Namen nun mal. Außerdem besitzt "Highway 37" eine doch ganz brauchbare Optik. Regisseur Christian Winters ließ seinen Namen zwar gleich durch Alan Smithee ersetzen, was bedeutet, dass er zu seinem Werk überhaupt nicht steht, aber trotzdem kann man dem Streifen ein paar Schauwerte nicht absprechen. Das ist mir dann sogar einen ganzen Punkt wert, weil es eben nicht zu billig erscheint. Noch einen halben Punkt kann mir der Splatter entlocken. "Highway 37" ist zwar nicht überaus brutal, besitzt in der ungeschnittenen Fassung (welche in Deutschland leider nicht erschien) aber doch ein paar schön blutige Momente mit passablen Effekten. Und den letzten Punkt vergebe ich tatsächlich für den Soundtrack, denn dieser ist überraschend gut und bietet ein paar gut anzuhörende Songs.

Das war's dann aber auch schon, denn der Unterhaltungswert ist ziemlich mies. Was noch halbwegs brauchbar beginnt, verliert sich schon bald in seiner unlogischen, unnötig wirren Aufmachung, die einen roten Faden vermissen lässt. Erst steht das Schicksal des Teenagers im Vordergrund, dann werden die Killer und ihre Vergangenheit etwas durchleuchtet und lediglich in der letzten halben Stunde kommt dann noch etwas Slasher-Action auf. Die sowieso schon nicht besonders langen 80 Minuten Laufzeit ziehen sich so schon etwas hin und bieten dem Zuschauer einfach zu wenig. Ich war jedenfalls froh, als das Treiben dann wieder zu Ende war.

Fazit: "Highway 37" stellt nicht die letzte Grütze dar, ist aber auch weit entfernt davon durchschnittlich, geschweige denn gut, zu sein. Hier fehlt es tatsächlich mal an einer guten Handlung, denn etwas mehr Logik und ein wenig mehr roter Faden hätten gut getan. Die an sich gute Grundidee wird so gleich wieder zerstört. Die Darsteller kann man vergessen und lediglich Bill Moseley und Kane Hodder entlocken mir noch ein wenig Sympathie. Die Figurenzeichnung ist allerdings katastrophal und ziemlich langweilig ist der Film dann auch noch. Na wenigstens ist die Optik zu gebrauchen, was man von der Inszenierung nicht behaupten kann und Atmosphäre kommt leider auch keine auf. Dafür gibt es dann noch ein paar recht blutige Morde und einen überraschend guten Soundtrack. So bekommt man immerhin noch ein wenig Qualität geboten, doch der Rest ist billige Horror-Standard-Ware, die man nicht mal als großer Fan unbedingt gesehen haben muss!

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