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Kritik von Benjamin Falk zu 'Let Me Make You a Martyr'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 12.09.2017
30%
Ein Trailer ist ein aus einigen Filmszenen zusammengesetzter Clip zum Bewerben eines Kino- oder Fernsehfilms, eines Computerspiels oder einer anderen Veröffentlichung. Der Zweck eines Trailers ist es, dem Publikum einen Vorgeschmack auf das beworbene Produkt zu geben und natürlich Werbung für dieses zu machen.
"Let Me Make You A Martyr" macht mit seinem Titel natürlich schon mal neugierig, hatte einen ansprechenden Trailer im Gepäck und zusätzlich kann man mit dem Namen Marilyn Manson punkten. Ich war also echt gespannt auf den Film, freute mich darauf und wurde im Endeffekt gnandenlos enttäuscht. Das liegt aber nicht nur am Werk selbst, sondern auch an einem weiteren schwerwiegenden Punkt.

Handlungstechnisch ist es irgendwie relativ schwer zu erklären, worum es eigentlich gehen soll. Da hätten wir den Kleinkriminellen Drew, der nach vielen Jahren in seinen Heimatort zurückkehrt. Was genau er hier will? Hat irgendwas mit der Liebe zu seiner Adoptivschwester zu tun. Damit verärgert man den Adoptivvater, der ein reiner Krimineller ist und Drew gerne loswerden möchte. Dafür wird nun ein Auftragskiller angeheuert und zwischendurch herrscht gähnende Langeweile.
Keine Ahnung, was "Let Me Make You A Martyr" erzählen möchte. Wenn das eine Art Milieustudie sein soll, scheitert das schon daran, dass es null authentisch ist. Das Drehbuch glänzt mit Belanglosigkeit, dümpelt die gesamte Zeit nur so vor sich hin und will einfach nicht auf den Punkt kommen. Diese Story war mir persönlich echt zu langweilig und noch schlimmer ist, dass ich dem Werk niemals etwas abgekauft habe, von dem, was es mir zeigte. Ein tieferer Sinn bleibt mir verborgen und das wäre gar nicht so schlimm, wenn der Rest nicht schon zig Male da gewesen wäre. Originell ist hier gar nichts, kreativ ebenfalls nicht und das Drehbuch taugt in meinen Augen deshalb schon mal nicht viel.

Was wirklich eine ziemliche Katastrophe geworden ist, ist die deutsche Synchronisation. Bei billigen Horrorfilmchen lässt man sich sowas ja mal gefallen, doch "Let Me Make You A Martyr" muss ernstnehmbar sein. Es ist nicht mal so, dass die Synchro total billig wäre, sondern sie ist einfach nur schlecht. Die Stimmen klingen unattraktiv und vor allen Dingen ist die Betonung der Sprecher dermaßen hölzern und mies, dass einem beim Hören der Spaß vergeht. Zusätzlich sind die Dialoge aber sowieso noch recht nichtssagend. Da im Film jedoch überwiegend gesprochen wird, macht es die Sache nicht gerade besser. Da können die Darsteller natürlich nichts für und sie gehen soweit auch in Ordnung. Niko Nicotera macht seine Sache z.B. ganz solide und Mark Boone Junior geht eigentlich auch immer. Marilyn Manson als Auftragskiller ist sicherlich eine interessante Besetzung und er macht seine Sache auch ganz ordentlich, ist im Endeffekt aber kaum zu sehen und somit eher belanglos für den Film. Das Wort belanglos trifft dann auch gut zu, wenn man über die Figurenzeichnung spricht. "Let Me Make You A Martyr" möchte seine Charaktere etwas näher durchleuchten, scheitert aber schon alleine daran, dass diese einfach total uninteressant sind. Niemand ist hier so richtig wichtig und Sympathien wie auch Antipathien kamen bei mir schlichtweg nicht auf.

Sowieso ist der gesamte Film erschreckend emotionslos, man könnte ihn von den Emotionen her schon als steril beschreiben. Ich glaube die Liebesgeschichte nicht und kaufe niemandem seinen Charakter ab. Es wird niemals spaßig, cool oder dramatisch. Da geschah einfach nichts in mir, weshalb die Atmosphäre im Endeffekt auch versagte. So düster das Treiben auch sein möchte, es kommt zu keinerlei Wirkung. Dabei wäre das wichtig gewesen, weil man sich gerne im Drama-Bereich aufhält. Ich rechnete mit etwas mehr Thriller-Elementen, aber diese kommen selbst durch einen Auftragskiller kaum auf.
Die beiden Regisseure John Swab und Corey Asraf, die auch für das Drehbuch verantwortlich waren, haben die Inszenierung dabei eigentlich gar nicht mal so schlecht hinbekommen. Optisch ist "Let Me Make You A Martyr" zwar total langweilig und Schauwerte besitzt er ebenfalls keine, aber die Erzählstruktur wurde zumindest solide bebildert und man kann dem Streifen im Endeffekt nicht vorwerfen, zu billig zu sein.

Dem Unterhaltungswert hilft dies jedoch kaum, weil man sich durch 100 Minuten uninteressantes Material quälen muss. Der Einstieg lässt noch hoffen, doch danach folgt nur noch Gequatsche, welches man sich ungern anhört. Der Film zieht niemals das Tempo an und das ist fatal, denn so nutzt sich die ruhige Herangehensweise leider schnell ab. Weder gibt es Action, noch wird es mal etwas brutaler, weshalb man auch fast ohne Effekte auskommt. Ich mag es ruhig, aber trotzdem muss ein Film etwas zu bieten haben. "Let Me Make You A Martyr" hat dies nicht. Er baut auf ein großes Finale auf, welches dann doch nicht kommt und dieser kleine Twist am Ende ist dann auch nicht gerade so innovativ, dass man staunen müsste. Ich war jedenfalls froh, als es dann zu Ende war, denn ich habe mich gelangweilt.
Viel Soundtrack gibt es übrigens nicht und der vorhandene klingt nicht immer so passend.

Fazit: "Let Me Make You A Martyr" hat für mich leider überhaupt nicht funktioniert. Alles fängt bei einer Story an, die ich als zu belanglos empfand, die nicht wirklich etwas zu erzählen hat. Weiter geht es bei einer Figurenzeichnung, die null markant ist und die Charaktere halte ich für gänzlich unglaubwürdig. Nun hätte das immer noch etwas werden können, doch die Atmosphäre lässt leider keinerlei Emotionen zu. Nichts funktioniert, das ist weder spaßig, ernst, düster, traurig oder cool. Dementsprechend kann es auch nicht fesseln und da hier sowieso kaum etwas geschieht, langweilt man sich durch die Laufzeit. Die Dialoge sind lahm und es gibt keinerlei Highlights. Lediglich die doch ganz brauchbaren Darsteller und die Inszenierung, die immerhin passabel wirkt, können mir noch ein paar Punkte entlocken. Sieht man sich das im Originalton an und macht sich auf eine sehr ruhige Machart gefasst, dann kann man vielleicht noch ein bis zwei Punkte hinzurechnen, denn gerade die deutsche Synchronisation macht doch vieles kaputt, aber im Endeffekt halte ich "Let Me Make You A Martyr" dennoch für nicht empfehlenswert!

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