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Kritik von Benjamin Falk zu 'Bob's Burgers'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 05.10.2017
80%
Kritik zu Season 1
Eine Staffel (engl. Season) einer TV-Serie besteht meist aus 10-24 einzelnen Episoden, die dann oft durch eine längere Drehpause getrennt sind.
Bei der ganzen Konkurrenz wie "Die Simpsons", "Family Guy", "American Dad" und was nicht sonst noch alles, hat eine neue Zeichentrickserie, die diesen Humor bedienen will, es gewiss nicht leicht. "Bob's Burgers" hat es allerdings geschafft, läuft erfolgreich, ohne dabei wirklich etwas Neues zu bieten. Man macht hier aber einfach ziemlich viele Dinge richtig.

Das Geschehen in einen Burgerladen zu verlegen, ist eine total simple Idee, aber sie funktioniert gut (Alleine die vielen Gags auf der Burger-Tafel sind toll). Hier lebt nun Familie Belcher, die allesamt im Familienbetrieb mit anpacken. "Bob's Burgers" kann sich nun am besten von anderen Serien dieser Art absetzen, wenn die Figuren verschroben genug sind und das ist definitiv der Fall. Da hätten wir den etwas miesepetrigen Bob, der aber noch als normalster durchgehen kann. Seine leicht nervige Ehefrau Linda bekommt immer ihre seltsamen Phasen, doch am ehesten lässt man die Verrücktheit bei den Kindern heraus. Tina scheint einfach nur dämlich zu sein, verhält sich stets daneben, Gene ist der pummelige Trottel vom Dienst und Louise, die jüngste von allen, ist so eine Art weiblicher Bart Simpson. Übrigens sollte man mal ein paar Worte zur deutschen Synchronisation verlieren. Diese klingt sicherlich sehr gewöhnungsbedürftig bei manchen Figuren, doch im Endeffekt empfand ich das sogar als ganz passend. Hier und da gesellen sich noch ein paar Sidekicks, Nachbarn und Verwandte hinzu, die allesamt einen an der Klatsche haben. Das Schöne an "Bob's Burgers" ist nun aber, dass diese bekloppten Charaktere niemals zu übertrieben wirken. Zwar ist es schon reiner Selbstzweck, aber einer der funktioniert. Ich hatte mit diesen verrückten Figuren durchaus meinen Spaß und empfand sie auch als ziemlich kreativ gestaltet. Manche Dinge hat man so selbst als Serienfreund sicherlich noch nicht gesehen. Vieles ist echt daneben, macht aber dennoch Freude. Die Handlung setzt sich nun also daraus zusammen: Mehr oder weniger alltägliche Situationen, jedoch von chaotischen Charakteren durchlebt und somit viel schwieriger zu bewältigen. Ob die Pubertät oder ein Restaurant als Konkurrenz. Das ist alles recht banal, wirkt dadurch aber realistisch. Der Humor macht es dann unrealistisch.

Wenn man auf "Die Simpsons" und Konsorten abfährt, dann wird man mit diesem sicherlich auch keine Probleme haben, wobei selbst hier nicht garantiert sein kann, dass jeder es lustig finden wird. "Bob's Burgers" besitzt schon einen recht speziellen Humor und längst nicht jeder Gag findet sein Ziel. Es gibt aber echt sehr lustige Momente und die Trefferquote unterscheidet sich da von Episode zu Episode ein wenig. Die Witze sind meist relativ derb, zielen gerne unter die Gürtellinie und auch vor Fäkalhumor schreckt man nicht zurück, aber dennoch wird das hier irgendwie erfrischend verpackt, so dass man sich dafür nicht zu schämen braucht. Außerdem ist das Treiben ganz schön bissig und böse, was mir gefallen hat. Allerdings gesellt sich noch der Familienaspekt hinzu und hier wird die Serie dann plötzlich doch erfreulich menschlich. Die Moral ist den Machern zwar nicht so wichtig, ein paar Werte aber schon und so kommt es immer mal wieder zu kurzen Momenten, die richtig schön ausgefallen sind. Das sorgt dann noch für die nötige Tiefe und macht das Ganze abwechslungsreicher.

Optisch gelingt es "Bob's Burgers" einigermaßen eigenständig zu sein. Die Figuren sind etwas abstrakter gezeichnet und sehen seltsam aus, man gewöhnt sich daran aber und aus handwerklicher Sicht lässt sich daran nicht viel bemängeln. Es ist ein technisch hochwertiger Zeichentrick, der mir persönlich manchmal schon zu animiert aussieht. Die erste Staffel ist dann auch noch ziemlich kurz ausgefallen und besitzt nur 13 Episoden. Davon können nicht alle komplett überzeugen, aber die Serie hält auf jeden Fall einige Highlights parat. Gleich der Anfang "Menschenfleisch" ist herrlich geraten und einem fällt beim Schauen gar nicht auf, dass es die erste Folge ist, die man sich ansieht. Eine Eingewöhnungsphase muss scheinbar nicht stattfinden. "Sexy Tanz-Kampfkunst" und "Bob fährt Taxi" sorgen dann auch noch für genialen Humor, wobei hier auch die Werte zwischen Vater und Tochter stets zufrieden stellen können und "Weekend at Mort's" ist ebenfalls eine ganz tolle Episode. Ein paar kleinere Schwächen verzeiht man da auf Dauer gerne, denn ich wurde kurzweilig und spaßig unterhalten.

Fazit: "Bob's Burgers" ist eine gelungene Variante des Zeichentricks, die man ruhig mal austesten sollte, wenn einem "Die Simpsons" oder "Family Guy" gefallen. Der Humor ist zwar gewöhnungsbedürftig, ziemlich derb, manchmal sogar pervers und böse, aber trotzdem wird für Ausgewogenheit gesorgt, denn manche Gags sind clever, es gibt ein paar Filmanspielungen und selbst die Familienwerte kommen nicht zu kurz. Es gibt hier schon ein paar echt tolle Folgen. Die Handlungen sind einigermaßen simpel, kommen aber kreativ daher und die Figuren hat man sich gut ausgedacht. Zwar ist das alles ziemlich verrückt, aber teilweise sogar originell. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht Familie Belcher zu verfolgen. Da auch handwerklich alles im grünen Bereich ist und die Staffel so kurzweilig vergeht, steht einer hohen Bewertung also nichts im Wege!

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