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Kritik von Benjamin Falk zu 'Devil's Candy'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 11.08.2017
60%
Auf "The Devil's Candy" habe ich mal recht blind zurückgegriffen, da das Werk einen doch positiven Eindruck machte. Erst danach las ich, dass der Film von Sean Byrne ist, der einige Jahre zuvor mit "The Loved Ones" überzeugen konnte. Nun hat er sich für seinen zweiten Film recht viel Zeit gelassen, aber bei dem tollen Debüt durfte man Erwartungen haben. Erwartungen, die "The Devil's Candy" leider nicht ganz einhalten kann, wobei man dennoch nicht von einem schlechten Film sprechen kann.

Familie Hellman zieht in ein neues Haus, in welchem zuvor zwei Menschen umgebracht wurden, weshalb der Verkaufspreis ziemlich gering ist. Daddy Jesse soll das nicht stören und er ist bereit noch mehr Auftragsarbeiten als Maler entgegenzunehmen, damit man sich das leisten kann. Zusammen mit Töchterchen Zooey hört man gerne Metal, was bei dem Nachnamen Hellman ja nun nicht verblüffend ist. Doch eines Tages steht Ray vor der Tür, der ebenfalls Metal mag, damals aber seine Eltern in dem Haus umgebracht hat. Er hört Stimmen, verhält sich anfangs noch okay, wird dann jedoch zur Gefahr.
Die Handlung ist doch etwas durchwachsen. Im Horrorbereich stört es mich eigentlich nicht, wenn es vorhersehbar zur Sache geht, aber "The Devil's Candy" hält wirklich absolut keine Überraschungen parat und deshalb gestaltet sich das auch nicht als sonderlich interessant. Der Grundgerüst des Drehbuchs besteht aus bekannten Zutaten, nur dass man hier eben noch den Metal einfließen lässt, was mir natürlich gut gefiel. Es ist nur eine Randnotiz, aber es ist doch positiv, vor allen Dingen weil man hier auch auf gute Musik zurückgegriffen hat. Der Rest ist Standard-Ware, die man gewohnt ist. Nicht ärgerlich einfallslos, aber auch keineswegs erfreulich kreativ.

Nun mal gleich zu den positiven Seiten, welche "The Devil's Candy" auf jeden Fall etwas aufwerten können und für eine überdurchschnittliche Wertung sorgen. Da hätten wir die sympathische Figurenzeichnung. Es fällt gleich von Anfang an auf, dass die Charaktere zwar belanglos sind, aber dafür trotzdem charmant wirken und man kauft der Familie das friedliche Leben einfach ab. Das ist ein Pluspunkt, der vielen anderen Werken fehlt. Außerdem kann man hier noch die gute Inszenierung nennen. Byrne hat sein Handwerk eben nicht verlernt, selbst wenn der letzte Film einige Jahre zurückliegt. Die Gemälde sehen cool aus und werden schön in Szene gesetzt. Das Ende wartet noch mit ein paar Schauwerten auf und aus handwerklicher Sicht kann man diesem stylishen Werk eigentlich keinerlei Vorwürfe machen. Alles wurde etwas kleiner und simpler gehalten, was mich persönlich gar nicht gestört hat, denn die Optik kann auf jeden Fall überzeugen.

Negative Dinge gibt es aber leider auch zu berichten. Relativ enttäuscht war ich darüber, dass "The Devil's Candy" trotz geringer Laufzeit irgendwie kaum Highlights zu bieten hat. Man kann nicht behaupten, dass der Film zu lahm wäre, denn das Tempo stimmt schon, nur fehlen die Szenen, in denen man gefesselt wird. Das Finale holt dann zwar noch mal etwas mehr aus dem Szenario heraus, könnte dem ein oder anderen vielleicht aber sogar zu übertrieben gestaltet sein. Mit nur knapp 80 Minuten Laufzeit kann man eigentlich niemals von Langeweile sprechen, denn dafür ist das Geschehen zu kurzweilig, doch etwas mehr Stimmung hätte nicht geschadet. Echter Horror kommt eher selten auf, man fühlt sich fast mehr an einen Psychothriller erinnert. Allerdings einen lockeren, der nicht packend ausfällt und genau das habe ich hier vermisst. Andererseits entsteht nämlich auch kein echter Spaßfaktor und für eine der beiden Seiten hätte man sich schon entscheiden dürfen.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu den Darstellern, die ich als neutral bewerte. Pruitt Taylor Vince bekommt ja fast nur solche Rollen, aber er passt da eben sehr gut hinein und macht auch in "The Devil's Candy" eine solide Figur, genauso wie Ethan Embry sich keinerlei Vorwürfe machen lassen muss. Trotzdem ist das nicht wirklich intensiv gespielt und mir fehlte hier leider das gewisse Etwas. Vielleicht liegt es aber auch nur an der Handlung, die hier eine bessere Wertung verhindert. Brutal wird es übrigens so gut wie gar nicht.

Fazit: "The Devil's Candy" ist kein schlechter Film, aber leider muss man ihn als belanglos bezeichnen. Manchmal reicht das aus und deshalb ist das auch kein vernichtendes Urteil, dennoch hätte aus dem Werk mehr werden können. In erster Linie ist das schwache Drehbuch schuld daran, dass es nicht packender wird, denn die Story wirkt schon etwas einfallslos. Dafür überzeugt Byrne dann mit der Inszenierung, denn optisch ist das schick gemacht. Die Darsteller spielen gut, blieben mir persönlich aber etwas zu blass, dafür muss man sagen, dass die Figurenzeichnung zwar belanglos, aber erstaunlich sympathisch erscheint. Letztendlich mangelt es dem Geschehen etwas an Atmosphäre und an Highlights, doch dank der geringen Laufzeit vergeht das dennoch schnell. Insgesamt ein ganz passables Filmchen mit einigen Stärken, aber "The Loved Ones" gefiel mir doch wesentlich besser!

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