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Kritik von Jutta Hannecker zu 'Fack ju Göhte 3'

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Kritik von Jutta Hannecker
veröffentlicht am 24.10.2017
80%
Wer nicht will, der hat schon, liebe Karoline Herfurth, alias Elisabeth "Lisi" Schnabelstedt. Es stand schon früh fest, dass sie für den dritten Teil der amüsanten Fack-ju-Göhte-Geschichte nicht zur Verfügung steht. So war dann Platz frei für eine neue Figur, die mit Deutschlands wohl bester Schauspielerin, nämlich Sandra Hüller ("Toni Erdmann"), besetzt wurde. Wer also im Vorfeld meinte, ein Finale ohne unsere heißgeliebte Frau Schnabelstedt wäre eigentlich kein richtiges, der kann sein Mimimi gleich mal stecken lassen. Denn euch erwartet ein Feuerwerk an Schlussspurt, das "facking" unterhaltsam ist.

Zeki Müller (Elyas M'Schnuckel'Barek) hat immer noch keinen Bock auf die Schule. Das Pausenbier und die Kippen schmecken nach wie vor besser als Kakao. Früh aufstehen, Homo Faber oder Faust, die sind nach wie vor nix für ihn. Kurvendiskussionen betreibt er lieber live am Betthäschen als im Klassenzimmer. Seine dumpfbackigen Chaosschüler ticken da nicht anders. Von "Heulleise-Chantal", über Zynep bis hin zu Danger sind alle wieder dabei. Zu allem Übel bestätigt ihnen die Dame vom Berufsinformationszentrum (BiZ), dass sie alle Loser sind und aus ihnen im Leben nichts mehr wird. Die Schülerzahlen der Goethe-Gesamtschule sinken, was unter anderem an den asbestverseuchten Toiletten und dem grottenschlechten Ruf liegt. Direktorin Gudrun Gerster (wieder mal bestgelaunt: Katja Riemann) gerät unter Druck. Diesen gibt sie ungefiltert an Zeki Müller weiter: Wenn er es nicht schafft, Erfolge vorzuweisen, dann zeigt sie ihn an. Klaro, dass nun alle Kräfte gesammelt und gebündelt werden, um Zeki nicht im Gefängnis schmoren zu lassen bzw. den Kids das versprochene Abitur zu ermöglichen. So weit, so mehr oder weniger bekannt.

Dass das Ganze nicht ausgeleiert daherkommt, liegt erst einmal an den drolligen Figuren, die man über die Jahre ins Herz geschlossen hat. Zum anderen ist Drehbuchautor und Regisseur Bora Dagtekin ein begnadeter Beobachter der jungen Zielgruppe. Er weiß, wie diese tickt, und schreibt herrliche Drehbücher über sie, (meist) ohne diese zu verraten. Einer der Erfolgsgaranten bei den jungen Fans. Diesmal nimmt er sich noch mehr Zeit für die leisen Töne, die zu Tränen rühren. Wir erfahren einiges über Chantals Familienverhältnisse (bildungsferne Schicht hoch 10); Mobbing sowie Verabredungen zum Suizid via soziale Medien werden zum Thema gemacht. Der moderne Kunstbetrieb bekommt auch noch eins auf die Glocke gehauen. Die Klamauk-Bomben, die zwischendurch immer wieder gezündet werden, sind diesmal noch heftiger und erschlagen dabei phasenweise Einiges. Die Hauptzielgruppe wird sich wahrscheinlich trotzdem quietschvergnügt auf die Schenkel hauen.

Elyas M'Barek hat sich für das Finale wieder einmal richtig gut in Shape gebracht und so darf eine Duschszene (hach) nicht fehlen. Was soll man sonst noch sagen: Wir lieben ihn in dieser Rolle. Er prollt, er zeigt Gefühle, er kämpft für seine Kids (und für sich) und sieht dabei zum Knutschen aus. Im Laufe des Finales stellt er immer mehr fest, dass er vielleicht doch mehr Lehrer ist, als er sich bisher eingestehen möchte. Zu dieser Erkenntnis führt ihn der oben erwähnte Neuzugang Sandra Hüller als Lehrerin aus Leidenschaft. Sie ist eine echte Bereicherung und nicht nur Ersatz für Karoline Herfurth. In dem mit Preisen überschütteten Film "Toni Erdmann" zeigte sie ihr komödiantisches Talent auf sehr subtile Weise. In "Final Fack" darf sie die Sau richtig raus lassen. Und auch das kann sie. Filmpreise wird's dafür sicherlich nicht geben, aber Spaß bringt's trotzdem.

Fazit: Ein gelungener dritter Teil mit kleinen Abstrichen. Weniger ist häufig trotzdem mehr. Aber: Danger, an die Tafel, und Schwamm drüber.

Wertung: Vergnügte 8 von 10

PS: Und auch diesmal bis zum Schluss sitzen bleiben: Die Outtakes sind der Brüller!

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