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Kritik von Fred Maurer zu 'Das doppelte Lottchen'

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Partner von Entania
Kritik von Fred Maurer
veröffentlicht am 20.04.2017
90%
Als einen Cameobezeichnet man einen kurzen Auftritt einer bekannten Persönlichkeit in einem Film. Zum Beispiel waren im Kinofilm "Starsky & Hutch" die beiden Hauptdarsteller der Serie kurz zu sehen. Die Cameo-Darsteller müssen aber nicht unbedingt Schauspieler sein, oft tauchen auch andere Prominente wie Musiker oder Sportler auf.
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
Die Bezeichnung ARD steht für "Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland". Gegründet wurde die ARD mit sechs Landesrundfunkanstalten sowie RIAS Berlin. Heute gehören der ARD neun regionale Anstalten sowie die Deutsche Welle an.
www.ard.de

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'Kästner-Verfilmungen werden immer besser!'

Eine Filmkritik von Fred Maurer

Weshalb Erich Kästners (gemäß der häufig zu hörenden Schüleranforderung) 'spannende und lustige' Kinderromane und Jugendbücher immer wieder neu verfilmt und sind sodann sogar künstlerisch wie finanziell erfolgreich?
Tatsächlich, angesichts "deren (trotz kleiner Einschränkungen) Zeitlosigkeit und andauernde Aktualität über fast 90 Jahre hinweg sowie der Bezug des Journalisten und Schriftstellers zum damals neuen, modernen, noch keineswegs allseits anerkannten Medium des Stumm- und Tonfilms" ist naheliegend.
So schreibt Ingo Tornow in seiner umfangreichen, lesenswerten Filmographie 'Erich Kästner und der Film': "Kästner hat mit dem Film nicht nur als Autor ... zu tun, er war der Filmwirtschaft als Ideengeber und Drehbuchautor während seiner gesamten aktiven Laufbahn ... eng verbunden..."
Der renommierte Literaturdidaktiker Prof. Dr. Volker Frederking veranschaulicht in Bezug auf die Behandlung von Kästners Bücher und der Filme: Er "und die von ihm ... mitgestalteten Verarbeitungen seines ... Kinderbuchs sind ein Musterbeispiel symmedialer [vielseitiger] Kunstproduktion und der sich daraus ergebenden Möglichkeiten für einen symmedialen Literaturunterricht..."

Nun sind natürlich nicht alle Kästner-Verfilmungen auf gleichem künstlerischem und pädagogischem Niveau und so war ich erstmal skeptisch, als ich diesen brandneuen Fernsehfilm für alle Fälle aufnahm (auch für den Fall, ihn gleich wieder zu löschen). Ich wurde angenehm überrascht.

Zum Inhalt (siehe SWR):
"Lotte und Luise können sich nicht riechen, aber bald treten sie im Schullandheim als 'Doppeltes Lottchen' auf: Sie haben die sensationelle Entdeckung gemacht, dass sie Zwillinge sind. 'Warum haben sich unsere Eltern getrennt? Wie ist es, einen Vater zu haben? Wie fühlt es sich an, mit einer Mutter zu leben?' Aus den Fragen der Kinder entwickelt sich ein Plan: Luise geht als Lotte nach Frankfurt zur Mutter, Lotte als Luise nach Salzburg zum Vater. Und jetzt wird es richtig schwierig. Denn Mutter Charlize wundert sich, weil ihre Lotte redet wie ein Wasserfall und nicht mehr kochen kann; und Vater Jan ist irritiert, dass seine wilde Luise sich als Mathe-Ass entpuppt und plötzlich Klavier spielt. Nur Hund Pepperl zieht auf Anhieb die richtigen Schlüsse..."

Regie führte Lancelot von Naso, sonst eher bekannt für engagierte Erwachsenenfilme ("Waffenstillstand" von 2009) - nach einem Drehbuch des noch (aber wohl nicht mehr lange) unbekannten Niko Ballestrem, das sich als Mehrwert für Kästner-Kenner immer wieder auf das Romanoriginal bezieht.
Die Besetzung ist für einen Fernsehfilm sehr ansprechend:
Die Zwillinge Mia Lohmann (als Luise Palfy) und Delphine Lohmann (als Lotte Körner) überzeugen wie schon ihre Vorgängerinnen (zur Erinnerung: Isa und Jutta Günther in der Verfilmung von 1950; Floriane und Fritzi Eichhorn in jener von 1994).
Doch auch Alwara Höfels (als Mutter Charlize Körner) und Florian Stetter (als Jan Palfy), Margarita Broich (als Ferienheimleiterin) überzeugen; in einem kurzen cameo-Auftritt erleben wir die Erfolgsschriftstellerin Hera Lind.

'Programm. ARD' schreibt zwar pro domo, kommt der Wahrheit jedoch sehr nahe:
"Die Neuverfilmung von Kästners Romanklassiker ... erzählt von der kindlichen Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit. Aus dem bekannten Roman- und Filmstoff aus den Jahren 1949/50 entstand ein heiter-dramatischer Familienfilm, der ganz in der heutigen Zeit spielt. Er greift Lebensthemen wie Trennung, Liebe, Beziehungen und Familie auf und blickt mit den Augen der Kinder auf die Erwachsenen. Emotional und spielerisch zeigt er, wie viel Kraft und Kreativität Kinder auf der Suche nach ihrer Familie entwickeln können. Mit viel Situationskomik, aber auch starken romantischen und dramatischen Szenen inszeniert Regisseur Lancelot von Naso die Geschichte der Zwillinge Lotte und Luise, die entdecken, dass ihre Eltern ihnen die Existenz der jeweils anderen vorenthalten haben. Dieser unerhörten Tatsache lassen die Mädchen ein fröhliches Verwirrspiel folgen. Smartphone, Chat und Internet erleichtern die geheime Mission der beiden. Doch die emotionale Verwirrung der Kinder, die durch das wohlgehütete Familiengeheimnis entstanden ist, wiegt schwer."

Mein Fazit: Nach fast einem Vierteljahrhundert kann ich es ja zugeben: Vilsmaiers Verfilmung "Charlie und Louise" habe ich 1994 gleich zweimal im Kino gesehen und jedesmal heimlich geheult.
Der Unterschied diesmal: Meine Frau saß neben mir und es war nicht ganz so dunkel...
Der Film, in das Jetzt und Heute übertragen ("Smartphone, Chat und Internet"), war die perfekte Fernsehunterhaltung zu Ostern.
Ein Film zum Nachdenken, aber auch zum Genießen: die spannende und stimmige Handlung samt etlicher Déjà-vus, deren Inszenierung, die Landschaftsaufnahmen...
Während Remakes oft nur ein schwacher Abglanz des Originals sind, gilt hier (von mir beobachtet seit den frühen 60er Jahren) offenbar wie bei edlen alten Weinen:
Kästner-Verfilmungen werden immer besser!

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