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Kritik von Dirk Hoffmann zu 'Get Out'

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Kritik von Dirk Hoffmann
veröffentlicht am 03.09.2017
90%
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
Ein Slasherfilm ist ein Horrorfilm, in dem ein Mörder mit Messern oder anderen Hieb- oder Stichwaffen sein Unwesen treibt.
Das Horrorfilm-Genre hat zu bestimmten Zeiten seine markanten Höhepunkte erlebt. Wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunächst Klassiker der Schauerliteratur wie "Dracula" und "Frankenstein" verfilmt, prägten die britischen Hammer Studios mit ihrem "Gothic Horror" die 1950er und 1960er Jahre, Slasher-Filme von Tobe Hooper, John Carpenter und Wes Craven die 1970er Jahre, bevor in den vergangenen Jahrzehnten Splatter-, Gore- und Psycho-Schocker, Geister-Horror sowie Remakes das Genre prägten. Frischen Wind in den immer wieder mal angestaubten, dann wieder erfolgreich reanimierten Horrorfilm bringt nun ausgerechnet der bekannte TV-Comedian Jordan Peele ("Key and Peele") mit seinem Regiedebüt "Get Out".
Nach fünf Monaten ihrer Beziehung will Rose (Allison Williams) ihren schwarzen Freund Chris (Daniel Kaluuya) ihrer Familie vorstellen. Seine Sorge, dass diese ihre Liaison mit einem Afroamerikaner nicht gutheißen könnten, erweist sich allerdings zunächst als unbegründet, denn Dean (Bradley Whitford) und Missy (Catherine Keener) nehmen den neuen Freund ihrer Tochter mit offenen Armen überaus herzlich auf. Bei seinem Rundgang über das riesige, abgelegene Anwesen mit dem erfolgreichen Neurochirurgen lernt Chris seinen Gastgeber als ungewöhnlich liberalen Mann kennen, der Barack Obama gern eine weitere Amtszeit gewünscht hätte, auf der anderen Seite aber ausschließlich schwarze Haushaltsgehilfen und Gärtner angestellt hat. Diese machen auf Chris allerdings einen sehr abwesenden Eindruck. Als Missy ihn auch noch ungewollt hypnotisiert, um ihm das Rauchen abzugewöhnen, beginnt für Chris ein albtraumhafter Trip ...
Wenn man geneigt ist, Horrorfilme auch als subversiven oder reaktionären Kommentar auf die Zeit anzusehen, in der sie produziert worden sind, dann lässt sich "Get Out" leicht als bitter-satirische Antwort auf die Präsidentschaft von Donald Trump lesen, der sich in seiner noch jungen Amtszeit als US-Präsident mit erschreckend rassistischer Gesinnung offenbart hat. Jordan Peele gelingt es, von der ersten Sequenz an, geschickt mit Genre-Konventionen und Vorurteilen zu jonglieren, sie auf witzige Weise auf den Kopf zu stellen und eine ebenso erschreckende wie witzige Geschichte zu erzählen, bei der einem gerade im turbulenten Finale auch mal das Lachen im Halse stecken bleibt. Die Inszenierung selbst ist dabei gar nicht mal so originell ausgefallen, aber die Story ist so fesselnd und überzeugend erzählt, dass audiovisuelle Finessen nur von der Message des Films ablenken würden. Vor allem Chris' Buddy Rod (LilRel Howery) sorgt mit seiner aufgedrehten und engagierten Darstellung für komische Momente und zählt neben Chris zu den Helden der Geschichte.
"Get Out" zählt mit seiner unkonventionellen Story, den teils witzigen, teils gruseligen Wendungen und dem coolen Finale fraglos zu den besten Horrorfilmen der letzten Jahre!
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