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Kritik von Martin Zopick zu 'Körper und Seele'

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Kritik von Martin Zopick
veröffentlicht am 30.09.2017
100%
Was für ein großartiger Film! Für anspruchsvolle Zuschauer zum Zunge schnalzen. Hier stimmt einfach alles. Vom Titel bis zum Abspann, vom Score bis zu den Darstellern. In ein gedankliches Konstrukt vom Feinsten ist die ungewöhnlichste Liebesgeschichte der Leinwand eingebettet. Und Kameraführung, Schnitt und die ganze Technik tun ein Übriges, um uns von Anfang an in einen emotionalen Strudel mit hinein zu ziehen, aus dem wir erst durch ein unerwartetes Happy End erwachen. Das Fantastische dabei ist, dass wir uns in Sphären bewegen, die sonst nur durch Psi und Metaphysik besetzt sind. Hier wird dieses Phänomen aber so abgehandelt, als sei es das Natürlichste der Welt:
Maria und Endre haben denselben Traum: Ein Hirsch und eine Hirschkuh im Winterwald. Sie lernen sich erst kennen, als im Betrieb, in dem sie arbeiten, 'Unregelmäßigkeiten' vorkommen. Eine Befragung durch eine aufreizende Psychologin bringt den gemeinsamen Traum ans Licht. (Mit verschämt netter Komik.)
Maria ist eine autistische Qualitätsprüferin, Endre leicht behindert der Finanzdirektor: zwei Außenseiter also.
Geschickt geschnitten wechselt die Szene vom idyllischen Winterwald zum brutalen Vorgang im Schlachthof, in dem beide arbeiten. Hirsch und Hirschkuh begegnen sich und trinken gemeinsam in einem Bach. Ihre Nasen berühren sich. In der Realität treffen sich Maria und Endre. Gemeinsames Einschlafen zwecks gemeinsamem Träumen gerät zum Fiasko. Maria fürchtet Berührungen. Wie sie die versucht zu überwinden und als sie es fast geschafft hat und durch Endres Absage einen Suizidversuch macht, geht unter die Haut, so wunderschön auch die Bilder dazu sind.
In dem Zweipersonenstück - mit wenigen deftigen Nebenrollen - überzeugt vor allem Maria (Alexandra Borbely). Mit leerem Blick stakst sie wie in Trance linkisch durch die Welt. Endre (Geza Morcsanyi) ist als Chef eher etwas geerdet aber auch unbeholfen und unsicher. All das wird durch die sexuelle Erfüllung erlösend beseitigt, auch der gemeinsame Traum. Selten war der Goldene Bär so verdient für ein Beinahe-Debüt von Ildiko Enyedi. Chapeau!
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