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Kritik von Benjamin Falk zu 'The Slumber Party Massacre'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 10.01.2017
50%
Ein Slasherfilm ist ein Horrorfilm, in dem ein Mörder mit Messern oder anderen Hieb- oder Stichwaffen sein Unwesen treibt.
"The Slumber Party Massacre" gehört nicht unbedingt zu den bekanntesten Slashern, aber gerade Fans des Genres werden wohl über seine Existenz Bescheid wissen. Damals, 1982, zu der Kernzeit des Slashers veröffentlicht, bekommt man hier einen recht merwürdigen, aber nicht unbedingt guten Slasher zu sehen.

Wie das so bekannt ist, spielt die Handlung für einen Slasher eine sehr untergeordnete Rolle. "The Slumber Party Massacre" ist ein Paradebeispiel hierfür. Es gibt nicht mal ein Rätselraten über die Identität des Killers, weil man den gleich am Anfang schon samt Gesicht zu sehen bekommt. Der Killer mordet einfach ein paar Teenies nieder und das wars dann eigentlich auch schon. Dass ein paar Mädels da gerade ihre Pyjamaparty feiern, sorgt für den entsprechenden Filmtitel. Mehr Story gibt es nicht und das ist selbst für einen Slasher reichlich dünn, aber eben kein großes Kriterium. So manch blöde Idee hatte man nämlich trotzdem und man folgt der Anti-Handlung so als Zuschauer durchaus nicht gänzlich desinteressiert.

Die Darsteller übernehmen die obligatorische Rolle des Kanonenfutters für "The Slumber Party Massacre". Keine Person wird näher beschrieben und eine Figurenzeichnung bleibt so von Anfang an in schön weiter Ferne. Die Personen sind einfach nur da, verhalten sich dämlich, aber seltsamerweise trotzdem nie richtig nervig, was wichtig für den Sympathiefaktor ist. Selbst wenn die Schauspieler kaum etwas machen müssen, stören sie mit dem, was sie da praktizieren nicht und das ist durchaus positiv, weil es keine Selbstverständlichkeit ist. Und selbst wenn uns die Charaktere überhaupt nicht interessieren, so erfüllen sie ihren Zweck doch einigermaßen, weil sie sowieso eher dazu da sind, um dem Zuschauer blutige Morde zu präsentieren.

Interessanterweise ist "The Slumber Party Massacre" sogar von einer Frau inszeniert worden, nämlich von Amy Holden Jones. Das ist jetzt nicht unbedingt üblich, aber wer deshalb an eine neue Herangehensweise denkt, irrt sich gewaltig. Holden Jones macht es genau so, wie ihre Kollegen auch, wenn nicht sogar noch plakativer. So wird gleich am Anfang nicht mit nackter Haut gegeizt und man zeigt davon in stupider Art und Weise genügend. Das gehört aber irgendwie mit dazu und ich findes es gut! Der Rest der Inszenierung folgt den üblichen Mustern und ist eigentlich genauso gemacht, wie man das eben aus einem Slasher kennt. Aus handwerklicher Sicht also nichts Großartiges, aber trotzdem nicht schlecht.
Mit der Atmosphäre geht es zum nächsten Punkt, welcher recht kurios ist. "The Slumber Party Massacre" war ursprünglich wohl mal als Parodie gedacht, doch dann entstand doch ein mehr oder weniger normaler Slasher. Ob von der ursprünglichen Idee noch etwas im Endergebnis vorhanden ist, kann man nun absolut nicht beurteilen. Der Film wirkt zwar teilweise arg überspitzt und könnte als Parodie wahrgenommen werden, es ist jedoch überhaupt nicht ersichtlich, ob das noch so beabsichtigt war. So gibt es wirklich recht viel Humor, aber selten kann man unfrewillig von freiwillig unterscheiden. Ein Qualitätsmerkmal ist das sicher nicht, doch das macht den Film gerade für Trashfans so interessant.

Letztendlich macht es einem auch der Unterhaltungswert nicht schwer, den Film zu mögen. Das wurde nämlich mit nur 76 Minuten reichlich kurz gehalten. Da stört es auch kaum noch, dass es eigentlich gar keine Handlung gibt. Über die Laufzeit hinweg sind immer mal ein paar Morde zu sehen und im Finale geht dann noch ganz gut die Post ab. Zwar ist alles belanglos, aber los ist zumindest immer etwas. Nichts kommt überraschend, doch dafür kann man sich zumindest darauf verlassen, dass alles ungefähr so kommt, wie man das erwartet. Zwischendurch gibt es mal ein paar witzige Dialoge zu hören, wobei man allerdings der englischen Sprache mächtig sein sollte, denn auf Deutsch gibt es den Film meines Wissens nach gar nicht. Auf jeden Fall vergeht die Laufzeit schnell und Langeweile kam nicht auf.
Dafür sorgen natürlich auch die Morde, welche nun nicht ultrabrutal ausgefallen sind, aber schon die ein oder andere derbe Szene besitzen und als Splatterfan sollte man damit wohl zufrieden sein können. Die Effekte sind eher simpel, sehen aber in Ordnung aus.
Der Score klingt ganz atmosphärisch und gefiel mir recht gut.

Fazit: "The Slumber Party Massacre" ist keine hohe Filmkunst und wird für die meisten wohl langweilige Zeitverschwendung sein. Als echter Slasherfan ist der Film aber dennoch recht sehenswert. Das liegt besonders an der seltsamen Umsetzung, bei der man zwischen unfreiwilligem und freiwilligem Humor kaum unterscheiden kann. Auch sonst werden alle Markenzeichen von einem Slasher bedient und dass es dabei so gut wie keine Handlung zu verfolgen gibt, fällt aufgrund der geringen Laufzeit kaum negativ auf. Die Darsteller sind soweit ebenfalls okay und ein paar doch recht blutige Morde sorgen für Kurzweil. Absolut nicht gut, aber für einen durchschnittlichen, relativ interessanten Slasher hat es durchaus gereicht und ich war im Endeffekt nicht wirklich enttäuscht!

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 Teil der Serie 'Slumber Party Massacre' 
 The Slumber Party Massacre (1982)  
 Slumber Party Massacre II (1987)  
 Slumber Party Massacre III (1990)  
 
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