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Kritik von Elke König zu 'Gotthard'

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Partner von Entania
Kritik von Elke König
veröffentlicht am 10.01.2017
85%
Inhaltsangabe:

Schweiz 1872: Die bahnbrechende Idee eines Tunnels durch das Bergmassiv Gotthard beschäftigt die Welt. Der Bauunternehmer Favre (Carlos Leal) hat die Ausschreibung gewonnen. Er hat das kostengünstigste Angebot gemacht, doch ohne ein Gutachten über das Gestein zu erstellen.

Max (Maxim Mehmet) und Tommaso (Pasquale Aleardi) treffen nahezu zeitgleich an der Baustelle ein und beide verlieben sich sofort in Anna (Miriam Stein). Anna hat Fuhrwagen und kann ihnen eine Unterkunft anbieten. Doch ihr Vater ist recht abergläubig und torpediert alle Unternehmungen, die seine Tochter mit dem Bauunternehmen anstrebt.

Während Tommaso tagtäglich in den Tunnel fährt, um weiter mit seinen Kumpels zu bohren, hilft Max der Bauleitung. Und schon bald kommen einige Unstimmigkeiten auf: Das Gestein droht nach zu geben und immer mehr Menschen werden krank; es fehlt der Sauerstoff im Tunnel.

Favre und seine Investoren steuern auf eine Katastrophe zu ...

Mein Fazit:

Von dem Gotthard-Tunnel haben wohl alle schon gehört, viele sind auch schon hindurch gefahren. Spätestens seit der verherrenden Brandkatastrophe 2001 ist auch den Menschen klar, dass ein Tunnel durchaus auch Risiken enthält.

Dieser Film beschäftigt sich mit der Entstehungs-Geschichte des Tunnels. Das kleine Dorf Göschenen (Nord-Portal) wird von Arbeitern und Transportunternehmen überrannt. Es herrscht ein rauhes Klima und in diese kommen Max und Tommaso. Max ist vor einer unglücklichen Liebe geflüchtet, hat aber durchaus große Kenntnis von der Materie, auch wenn er keinen Abschluss vorweisen kann. Tommaso ist Italiener und verdingt sich als Arbeiter. Sein Temperament bringt ihn in Schwierigkeiten, denn er prangert die Missstände auf der Baustelle an und rührt immer wieder die Arbeiter auf. Sehr zu Max Leidwesen, denn eigentlich verbindet sie eine tiefe Freundschaft, nicht nur wegen Anna. Anna ist eine Ortsansässige, die mit ihrem Vater ein kleines Gehöft hat. Anna ist ebenfalls in Max verliebt, aber sie wartet auf ein Zeichen von ihm, der sich jedoch nicht wirklich traut und schon bald für Jahre verschwindet, um seinen Ingenieur zu machen. In der Zeit kann Tommaso Anna ehelichen. Damit ist das Thema jedoch für Anna und Max noch längst nicht vom Tisch.

Während sich die fatale Dreiecksgeschichte entspinnt, geht es auf der Baustelle weiter. Favre hat den Investoren ein unschlagbares Angebot vorgelegt. Doch er hat dies in Ermangelung einer fundierten Ausbildung getan: Er holte weder Gutachten über das Gestein ein noch kalkulierte er andere Risiken ein. Max als Assistenz der Bauleitung konnte mit seinen Ideen aber viele Kosten abwenden. Doch gab es unzählige Tote und Verletzte, verzögerte Fertigstellung und der drohende Ruin.

Die Geschichte um den Bau des Gotthard-Tunnels wurde von einer internationalen Produktions-Gemeinschaft ziemlich aufwendig gedreht. Der Film glänzt nicht etwa durch ein Star-Aufgebot, sondern durch die Kulisse und authentische Atmosphäre. Ich wurde in den Bann gezogen und konnte regelrecht spüren, unter welchen Bedingungen die Menschen dort einst gelebt und gearbeitet haben. Die Darsteller haben ihre Rollen authentisch und glaubwürdig gespielt und dabei den Zahn der Zeit gut wieder gegeben.

Natürlich ist die Liebesgeschichte um Max und Anna vorhersehbar, aber das kann man angesichts des gesamten Szenarios durchaus verschmerzen. Es ging ja im Vordergrund um den Bau des Tunnels und den damit verbundenen Schwierigkeiten. Ja, das ist ein Film, der mich durchaus beeindruckt hat, aber eher im Gesamtpaket. Es stimmte einfach alles - für eine Fernsehproduktion absolut top.

Von mir bekommt er 85%.

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