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Kritik von Robert Tiesler zu 'Victoria & Abdul'

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Kritik von Robert Tiesler
veröffentlicht am 05.10.2017
80%
Sie findet ihn sofort interessant, als sie ihn sieht. Und er sie auch. Eigentlich hätte er den Blick abwenden müssen, nach unten schauen sollen. Aber er musste ihr einfach in die Augen blicken, und ihre Blicke haben sich getroffen.
Sie ist Queen Victoria (Judi Dench). Er ist Abdul Karim (Ali Fazal), ein Bediensteter aus Indien.
Er will schon wieder wieder abreisen, als ihn die Nachricht erreicht, dass die Queen ihn kennenlernen möchte. Schnell ist klar, dass es eine Sympathie zwischen den beiden gibt. Sie will von ihm seine Sprache lernen, und sie macht ihn zum Diener am königlichen Hof.
1887 war das natürlich ein unglaublicher Vorfall, und die königliche Familie will sich das natürlich nicht bieten lassen. Aber Queen Victoria kämpft für Abdul.

Stephen Frears hat nicht zum ersten Mal einen Film über eine Königin von England gedreht. 2007 sorgte er mit "The Queen" und der Geschichte um König Elizabeth II. und der Zeit rund um den Tod für Furore. Nun kümmert er sich um Queen Victoria und um eine Episode, die erst 2010 so richtig bekannt geworden ist, als die Tagebücher von Abdul Karim gefunden worden sind.
Es menschelt sehr zwischen "Victoria & Abdul", und der Film konzentriert sich auch voll und ganz auf die beiden und die Probleme, die diese Freundschaft mit sich bringt. Mit Judi Dench und Ali Fazal haben sich wundervolle Hauptdarsteller gefunden.
Es ist erstaunlich, zu sehen, wie sehr die Königin kämpfen muss und sich über alle Konventionen hinwegsetzt. Es ist auch ein bisschen das Gleichnis zu "The Queen" - nur dass es hier die Königin selbst ist, die Veränderungen hervorruft, in "The Queen" kommen die Einflüsse von außen.

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