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Kritik von Dirk Hoffmann zu 'Hell or High Water'

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Kritik von Dirk Hoffmann
veröffentlicht am 08.08.2017
90%
Der schottische Filmemacher David Mackenzie hat sich mit dem Crime-Drama "Young Adam" (2003), dem romantischen Thriller-Drama "Stellas Versuchung" (2005) und der Sci-Fi-Romanze "Perfect Sense" (2011) bereits in einigen Genres betätigt. Mit "Hell Or High Water" hinterlässt er nun auch einen starken Eindruck im Genre des Neo-Westerns und wandelt dabei geschickt auf den Spuren des Coen-Meisterwerks "No Country For Old Men".
Um die Familienfarm vor dem Zwangsverkauf zu retten, die ihre verstorbene Mutter mit einem Schuldenberg hinterlassen hat, plant der geschiedene, zweifache Vater Toby Howard (Chris Pine), ein paar Banken zu überfallen. Mit seinem gerade aus dem Gefängnis entlassenen älteren Bruder Tanner (Ben Foster) will er dabei nur die Filialen einer bestimmten Kette ausrauben, weil sie keine Überwachungskameras einsetzen, und sich auf kleine Scheine beschränken. Da sie nach jedem geglückten Coup immer schnell die Fluchtwagen wechseln, kommen sie ihrem Ziel immer näher, doch der kurz vor seiner Pensionierung stehende Texas Ranger Marcus (Jeff Bridges) und sein Partner Alberto (Gil Birmingham) setzen alles daran, den Bankräubern den Garaus zu machen ...
Zunächst wirkt "Hell Or High Water" wie ein gewöhnliches Heist Movie im Western-Gewand. Doch je mehr Banken sie überfallen, desto deutlicher wird, dass es den beiden Brüdern nur darum geht, die für die ausstehenden Hypothekenraten fällige Summe zu erbeuten und möglichst ohne Gewalt bei den Überfällen auszukommen. Mit den sozialkritischen Verweisen auf die Immobilienkrise und die ausbeuterischen Banken werden die beiden Brüder nämlich zu Sympathieträgern, denen der Zuschauer einfach nur gutes Gelingen wünscht. Dabei agieren Chris Pine ("Star Trek", "Wonder Woman") und Ben Foster ("The Program", "Lone Survivor") äußerst unterschiedlich. Während Pine überzeugend den klugen, aber zurückhaltenden Planer mimt, der seiner - wenn auch von ihm geschiedenen - Familie nur die Lebensgrundlage erhalten will, präsentiert sich Foster erfrischend ambivalent. Auch wenn sein Temperament immer mal wieder durchbrennt und er nichts gegen Gewalt hat, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, ist es für ihn Ehrensache, seinem Bruder bei dem Unterfangen zu helfen, von dem er genau weiß, dass sie damit nicht durchkommen. Und schließlich mimt Jeff Bridges ("The Big Lebowski", "True Grit") überzeugend den routinierten Ranger, der sich immer wieder über seinen halb indianischen, halb mexikanischen Partner lustig macht, ihn aber auch über alle Maße schätzt. Trotz seiner bevorstehenden Pensionierung will er dem Räuber-Duo das Handwerk legen, so dass sich der Zuschauer auf ein unterhaltsames Katz-und-Maus-Spiel mit wilden Verfolgungsjagden und ordentlichen Bleigewittern freuen kann. Dazu sorgen der Country-affine Score und die dazu passenden Songs von Nick Cave und Warren Ellis ("The Road", "The Proposition") und die stimmungsvolle Kameraarbeit von Giles Nuttgens ("Dom Hemingway", "Das Mädchen mit dem Diamantohrring") für cineastischen Genuss.
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