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Kritik von André Gerstenberger zu 'The Commuter'

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Kritik von André Gerstenberger
veröffentlicht am 17.01.2018
75%
Unter dem Begriff Cliffhanger versteht man den offenen Ausgang einer Geschichte. Das Wort beschreibt auch jenen Höhepunkt, der am Ende einer Geschichte den Zuschauer dazu bewegen soll, auch deren Fortsetzung zu verfolgen.
Nach "Unknown Identity", "Non Stop" und "Run All Night" haben sich Jaume Collet-Serra und Liam Neeson sich wieder für eine Zusammenarbeit zusammengeschlossen.
Wer Jaume Collet-Serra kennt, weiß das der gute Mann sicherlich nicht die Fähigkeiten eines Steven Spielberg oder Martin Scorsese besitzt. Leider hat er immer noch nicht seinen eigenen Stil gefunden, um sich von anderen Regisseuren abzuheben. Alle seine Filme sind sicherlich solide inszeniert und bietet abermals ordentliche Unterhaltung. Auch die technischen Aspekte bieten kaum einen Grund für ausufernde Kritik.
Für seinen neusten Film hat er sich wieder einmal für eines der beliebtesten Genrekombinationen entschieden. So hat er wieder einmal in gewohnter Manier einen Action-Thriller gedreht. Es ist kein Zufall das er dabei schon zum vierten Mal mit Liam Neeson zusammenarbeitet. Der gute Mann ist mittlerweile 65 Jahre alt und sieht dabei immer noch wirklich gut aus für sein Alter. Seine Präsenz ist wieder einmal eine feine Sache. Ich liebe seine punktgenaue Konzentration. Ich denke er hat sicherlich auch das Drehbuch gelesen, denn anders könnte es mir sonst nicht erklären, warum er immer so vertritt im Schauspiel genau dann diese Leistung abrufen kann, womit andere Schauspieler deutliche Schwächen aufweisen würden. Nicht umsonst ist er bis heute immer noch ein gefragter Schauspieler in Hollywood.
Das Drehbuch bietet eine ordentliche Einführung und der Film bietet anfangs mehr Charaktere als man denkt, wobei Liam Neeson als zentrale Hauptrolle fungiert. Zum Glück werden die Charaktere nicht hin und her geschoben, womit man den Zuschauer verwirren möchte. Insgesamt bietet der klar strukturierte Charaktere, auch wenn man hier und da etwas Rätseln wird, wer genau diese Person ist und wie sie tickt, wird man am Ende immer mehr erfahren und der Zuschauer wird nicht alleine gelassen, in dem man ein Cliffhanger einbauen ließ. Auf so einen Firle Fanz hat man Gott sei Dank verzichtet. Es ist eine simple Geschichte und auch wenn der Film hier und da etwas zu glatt verläuft, bietet der Film einen ordentlichen Spannungsaufbau. Der Spannungsbogen wird zum Glück durch keine weiteren Elementen ausgebremst. Nach den ersten 20 Minuten beginnt der eigentliche Hauptplot, dieser wird dann bis zum Ende knallhart durchgezogen.
Ich persönlich mag Filme in eher beengten Räumen. So beispielsweise fand ich es echt gut, das man mal wieder einen Film fast komplett im Zug gedreht hat. Es mag sein, das es für den ein oder anderen etwas ermüdend sein mag, Liam Neeson dabei zuzusehen wie er immer wieder von Wagon zu Wagon rennt, aber ich finde solche sind differenzierter, da der Regisseur den Fokus darauf legen kann, die Spannung nach oben zu schreiben. Schon damals hat er es im Film "Non Stop" bewiesen, das auch ein Hollywoodfilm im Flugzeug perfekt funktionieren kann. "The Commuter" bietet dabei mehr Bewegung und Tempo, da Liam Neeson deutlich mehr gefordert wurde. Denn er hat alle Stunts selber ausgeführt und ich muss echt sagen: Fast alle Schauspieler werden mit zunehmendem Alter risikofreudiger, denn zuvor hat er in fast jedem Film ein Stunt-Double benötigt. Erstaunlicherweise hat er hier Stunts ausgeführt, womit ich niemals gerechnet habe. Er ist auf jeden Fall ein Schauspieler, der seine Gage redlich verdient hat.
Was seine Ausstrahlung angeht muss ich echt sagen, das er in diesem Film besonders gut rüber kommt. Die Make Up und Kostümabteilung hat wirklich gute Arbeit abgeliefert, denn Liam Neeson sieht wie ein vornehmer Vorstadtmann aus. Vor allem die Anzüge sitzen wie angegossen und passen auch perfekt zu seinem Charakter. In Verbindung mit dem Szenenbild, wirkt der Film schon fast wie ein altes Gemälde, denn der leichte angesetzt Farbfilter, versprüht den Hauch eines 70er Jahre Films. Richard Bridgland war auch bei "Unknown Identity" als Production-Designer zuständig. Kein Wunder das der Film damit deutlich aufgewertet wurde, denn mit beiden Film hat er wirklich oscarreife Arbeit abgeliefert.
Was die visuellen Effekte angeht, könnte man jetzt sagen, das es für die aktuelle Kinolandschaft nicht mehr wirklich zeitgemäß ist. Doch das CGI bietet ein solides Niveau und klar sieht man hier und da die Effekte und man hätte es deutlich besser ausarbeiten können, bei der Post-Produktion doch das Team muss immer damit arbeiten was ihnen zur Verfügung steht. Da der Film aber kein Budget von 100 Millionen Dollar hatte, musste er an manchen Punkten etwas mehr einsparen, da die Gage von Liam Neeson bestimmt nicht gering ausfiel.
Patrick Wilson und Vera Farmiga kennt man ja schon aus den Filmen "Conjuring - Die Heimsuchung" und "Conjuring 2". Beide liefern eine solide Arbeit ab, wobei sie in diesem Film keine gemeinsame Szene haben. Patrick Wilson hat schon besser gespielt, aber dafür ist die kurz eingestreute Präsenz von Vera Farmiga sehr angenehm für den Zuschauer. Ich mag sie sehr als Schauspielerin, da ihre Ausstrahlung schon fast magisch auf den Zuschauer wirken lässt. Wobei das auch daran liegen mag, dass das Filmteam sie in einem besonderen Glanz präsentieren ließ. Sam Neill hat eher eine schon fast nichtssagende Rolle. Ein so guter Schauspieler wurde für so eine schablonenhafte Rolle verheizt, da seine Leinwandpräsenz sich auf fünf Minuten beschränkt.

Fazit: Ein richtig gut gemachter Action-Thriller, der zwar bestimmt keine neuen Ideen bietet, aber dafür einen formidablen Cast zu bieten hat. Jaume Collet-Serra hat auf sehr viele Details geachtet und wenn er so weitermacht, wird er ein immer größerer Name in Hollywood. Seine Handschrift ist leider immer noch nicht erkennbar, aber ich denke er wird uns noch einige Filme bieten. Liam Neeson ist ganz klar der Höhepunkt des Films. Trotz etlicher Actionfilm Produktionen, hat er immer noch die Präsenz, womit er die Zuschauer vollends fesseln kann. Das Drehbuch ist solide geschrieben und verzichtet auf eine Liebesgeschichte. Für Liam Neeson Fans ein absolutes Fans, aber auch der neutrale Kinogänger wird ordentlich unterhalten.

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